73 Kandidaten bewerben sich um 18 Sitze

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Kommunalwahl
Ein Mann wirft seinen Stimmzettel in die Wahlurne. (Foto: Wolfram Kastl/Archiv / DPA)

Fünf Listen, 73 Kandidaten: Am Sonntag, 26. Mai, entscheiden die Wähler, wer in den nächsten fünf Jahren im Gemeinderat auf den entscheidenden 18 Plätzen sitzt. Paukenschlag bei der GUBB: Sascha Gairing hat seine Kandidatur zurückgezogen und sich von der Gruppierung distanziert. Die „Schwäbische Zeitung“ hat nachgefragt, welche Ziele CDU, Bürgerliche Wählervereinigung (BWV), SPD, Bündnis90/Grüne und und die Gemeinschaft unabhängiger Bürgerinnen und Bürger (GUBB) erreichen wollen und wen sie am Sonntag ins Rennen schicken. Dabei geht es nicht um einzelne Namen, sondern vielmehr um Parameter wie Beruf, Alter und Frauenanteil.

„Wahlziel der CDU ist es“, so der CDU-Ortsvorsitzende Karl Bentele, „wieder stärkste Kraft im Gemeinderat zu werden.“ Stolz zeigt sich Karl Bentele im Hinblick auf die Kandidaten, die aus unterschiedlichen Bevölkerungskreisen, Altersgruppen und Berufen kommen. „Mit sechs Damen auf unserer Liste senden wir ein starkes Signal. Der gute Mix zeigt sich auch darin, dass die Kandidaten sowohl aus dem Hauptort wie aus den Teilorten kommen“, ist Karl Bentele überzeugt. Während Christina Günthör und Thomas Biggel ausscheiden, treten von den übrigen aktuellen Gemeinderäten Karl Bentele, Hermann Wieland, Wolfgang Binzler und Klaus Klawitter erneut an.

Die BWV ist die älteste politische Gruppierung im Kressbronner Gemeinderat und seit 55 Jahren in der Gemeindepolitik aktiv. „Wir würden uns freuen, wenn wir die Anzahl unserer Sitze im Gremium halten oder sogar erhöhen können“, hofft BWV-Vorsitzender Gerold Wachter. Die Kandidaten seien Spiegelbilder der vielfältigen Meinungen aus der Gemeinde. Die Frauen und Männer, deren Altersstruktur zwischen Mitte 20 und Ende 50 liegt, seien als Angestellte, Handwerker, Landwirte, Beamte, Führungskräfte oder als Selbstständige tätig. „Trotz aktiver Ansprache von Bürgerinnen ist der Frauenanteil der BWV-Liste mit etwa 16 Prozent vergleichsweise niedrig. Dies liegt eventuell daran, dass gerade junge Frauen mit kleineren Kindern vor der Herausforderung stehen, Familie, Ehrenamt und Beruf zu vereinen“, mutmaßt Gerold Wachter. Alle aktuellen Gemeinderäte – Gerold Wachter, Stefan Fehringer, Dieter Senger-Frey, Klaus Steinhauser und Dieter Mainberger – kandidieren erneut.

Querschnitt aus der Gemeinde

„Wir, die Kressbronner Ortsgruppe der Sozialdemokraten, sind ein lebendiger Teil unserer Gemeinde. Wir – das sind Grundschullehrerinnen und Ingenieure, Schneidermeisterinnen und Physiotherapeuten, freiwillige Wehrdienstleistende, Versicherungskauffrauen und viele andere Menschen aus unterschiedlichsten Berufs- und Altersgruppen“, zählt SPD-Vorsitzende Britta Wagner auf. Ein Blick auf das Wahlprogramm zeige, dass die SPD ihre Listenplätze abwechselnd männlich und weiblich besetzt habe. Auch bei der SPD stellen sich alle aktuellen Räte mit Roland Rösch, Christina Kieble, Britta Wagner und Martin Kolb zur Wiederwahl.

„Wir finden gut, dass wir es offensichtlich mit sieben Frauen auf der Liste geschafft haben, auch Frauen für aktive Kommunalpolitik zu begeistern“, freut sich Silvia Queri von den Grünen. Vom fachlichen Spektrum sei es gut, eine biologische Expertise hinzugewonnen zu haben, da diese für grüne Themen von zentraler Bedeutung sei. Daneben gebe es auch eine breit vertretene technische Expertise wie Ingenieure und Handwerker, die von pädagogischen, ökonomischen und politisch-administrativen Fachkenntnissen ergänzt würde. „Wir würden aus praktischen Gründen sehr gerne Fraktion werden – also mindestens drei Sitze haben, denn dann könnten wir zum Beispiel in der Seepost veröffentlichen. Andererseits brauchen wir so viele grüne Stimmen wie möglich, wenn wir die mittlerweile prekäre Klimasituation noch in den Griff bekommen wollen – also vier Sitze wären noch besser“, ordnet Silvia Queri ein, die zusammen mit Gemeinderatskollegin Sabine Witzigmann wieder antritt.

Kurz vor der Kommunalwahl hat Sascha Gairing seine Kandidatur für die GUBB zurückgezogen: „Aus beruflichen Gründen wollte Herr Gairing nicht mehr für den Gemeinderat kandidieren. Ein Rücktritt war zu jenem Zeitpunkt jedoch nicht mehr möglich. Die im Flyer verwendeten Bilder und Meinungen sind fehlerhaft und ohne sein Einverständnis veröffentlicht worden. Sie spiegeln nicht seine Sichtweise wider. Herr Gairing distanziert sich von der GUBB“, lautet die offizielle Erklärung von der Vorsitzenden Martina Knappert-Hiese. Ihr Ziel: dass die GUBB wieder einen Sitz bekommt.

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