Zwischen alten Mauern den Blick in die Ferne richten

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Schwäbische Zeitung

Öffnungszeiten im Sommer (1. April bis 15. September) täglich 9 bis 19.30 Uhr und im Winter (16. September bis 31. Oktober) täglich von 10 bis 18 Uhr. Anmeldung zu den regelmäßigen Führungen im Infozentrum unter 07731 / 691 78 oder per E-Mail an

info@festungsruine-hohentwiel.de

Weitere Infos gibt es unter

www.festungsruine-hohentwiel.de

www.schloesser-und-gaerten.de

Die Mauern hoch oben auf dem steilen Felskegel sind weithin zu sehen: Die Festungsruine Hohentwiel, eine der größten Festungen in Deutschland, ist eine Landmarke im Hegau. Einst war sie Residenz der Herzöge von Schwaben, dann württembergische Landesfestung. Schon der Aufstieg eröffnet den Besuchern attraktive Ausblicke. Doch die wirkliche Belohnung wartet oben: Bei klarem Wetter reicht das Panorama über den Bodensee bis zur Gipfelkette der Alpen.

Der Hegau, die Region, in der der Hohentwiel zu finden ist, war vor neun Millionen Jahren eine Vulkanlandschaft. Im Laufe der Zeit erloschen die Vulkane und die Lava erkaltete. Der äußere, weichere Tuffstein des Vulkans wurde in Jahrmillionen abgetragen, sodass am Ende nur die Füllung des Vulkanschlots erhalten blieb: der steil aufragende Hohentwiel, ein Zeugnis der dramatischen Erdgeschichte. Das besondere Gestein des Bergs bietet heute auf dem weitläufigen Gelände Lebensraum für seltene Tier- und Pflanzenarten. Hier sind Falken, Kolkraben und Schmetterlinge ebenso zu finden wie bedrohte Bienen- und Heuschreckenarten, heißt es in einer Mitteilung der Staatlichen Schlösser und Gärten Baden-Württembergs.

Zeitreise in die Vergangenheit

Und in der mächtigen Festung mit den imposanten Mauern und Kasematten können Kinder und Erwachsene eine Zeitreise in die Vergangenheit unternehmen. Die Festung auf dem Hohentwiel bestand aus einer Ober- und einer Unterburg, die heute in Ruinen liegen. Dazu zählten der untere Eingang, das Alexandertor, die Unterburg mit den Wirtschaftsgebäuden, die Oberburg mit dem herzoglichen Schloss, die Kaserne und der Kirchturm als höchster Punkt.

Die Anlage war gut geschützt – auf der einen Seite durch steil abfallende Felsen, auf der anderen Seite durch die gewaltigen Festungsbauwerke. Sie zeugen noch heute von der einstigen Wucht und Unbezwingbarkeit, für die der Festungsberg berühmt war. Und die freie Aussicht ins Land trug ein Übriges zur Sicherheit bei, denn schon von Weitem war der Feind zu sehen. Der Ausblick gilt als schönstes Panorama Baden-Württembergs, heißt es weiter.

Im 17. und 18. Jahrhundert war die Landesfestung immer wieder ein Ort, an dem politische Gegner der württembergischen Herrscher im Gefängnis saßen. Eine Hohentwiel-Begeisterung löste der badische Schriftsteller Joseph Viktor von Scheffel aus: Er veröffentlichte den historischen Roman „Ekkehard“ – ein absoluter Bestseller des 19. Jahrhunderts und so erfolgreich, dass am Hohentwiel sogar ein Festspielhaus für Aufführungen gebaut wurde.

Heute erfahren Besucher auf einem Geschichtspfad, wozu die Gebäude auf dem Hohentwiel genau genutzt wurden. Ein Infozentrum am Fuße der Anlage zeigt in einem eindrucksvollen Modell die Festung in ihrer ganzen Größe. Naturbegeisterte haben aber auch die Möglichkeit, den Hohentwiel auf einem drei Kilometer langen geologischen Lehrpfad zu erkunden. Dabei erfährt man Wissenswertes über Gesteinsarten, Natur- und Landschaftsschutz.

Öffnungszeiten im Sommer (1. April bis 15. September) täglich 9 bis 19.30 Uhr und im Winter (16. September bis 31. Oktober) täglich von 10 bis 18 Uhr. Anmeldung zu den regelmäßigen Führungen im Infozentrum unter 07731 / 691 78 oder per E-Mail an

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