Zahl der illegalen Einwanderer an Schweizer Grenze gesunken

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Die Bundespolizeidirektion Konstanz nutzt Hubschrauber für schnelle Einsätze.
Die Bundespolizeidirektion Konstanz nutzt Hubschrauber für schnelle Einsätze. (Foto: MANFRED DECKER)

Jugendliche Flüchtlinge gerettet

Beamte der Bundespolizeidirektion Konstanz haben drei jugendliche Afghanen aus dem Auflieger eines Sattelschleppers gerettet. Das Trio sollte nach Deutschland eingeschleust werden. Entdeckt wurden die Flüchtlinge bereits am 11. Dezember. Aus ermittlungstaktischen Gründen hat die Bundespolizei den Fall aber erst jetzt öffentlich gemacht. Demnach hielt ein serbischer Lkw-Fahrer auf dem Parkplatz Wölfle an der B31 bei Meersburg. Franz Rehling, Leiter der Ermittlungsdienstes der Konstanzer Direktion, berichtet, der Mann habe Klopfen sowie Schreie aus dem Sattelauflieger gehört und daraufhin die Polizei verständigt. Diese fand den Auflieger verplombt und mit starken Planen verkleidet vor – praktisch fluchtsicher. Zwischen der Ladung aus Möbeln befanden sich die Afghanen im Alter von 14 bis 18 Jahren – teilweise unterkühlt. Ermittlungen ergaben, dass der Lkw sechs Tage zuvor von Serbien weggefahren war. Ziel sei Duisburg gewesen. Laut Rehling hatte das leicht bekleidete Trio nur einen Pack Kekse und etwas Wasser dabei. Rehling meint, eine Weiterfahrt wäre für die Jugendlichen lebensgefährlich geworden. Zu den Hintergründen der Schleusung ermittelt die Polizei noch. Der Fahrer sei aber unschuldig.

866 unerlaubte Einreisen durch Migranten hat die Bundespolizeidirektion Konstanz im vergangenen Jahr festgestellt. Sie kontrolliert unter anderem einen 187 Kilometer langen Abschnitt der deutsch-schweizerischen Grenze. Wobei die Zahl der illegal Einreisenden nach den Worten des Inspektionsleiter Tobias Lehmann gesunken ist. Während eines Pressegesprächs am Freitag im Konstanzer Direktionsgebäude verwies er darauf, dass 2017 noch 1048 Migranten versucht hätten, unerlaubt einzureisen.

Lehmann betont, dass seine Leute deutlich das Umschwenken der italienischen Migrationspolitik merken würden. Die Regierung in Rom versucht inzwischen, Zuwanderer fernzuhalten. Offenbar gilt aber nach wie vor der illegalen Zuwanderung ein Hauptaugenmerk der Bundespolizeidirektion. „Die Menschen nutzen die Route von Mailand über Zürich zu uns – mit dem Zug ebenso wie mit Bussen“, sagt Lehmann. Hierzu muss man wissen, dass Mailand die Hauptdrehscheibe der Flüchtlingsbewegung in Norditalien ist. In der Stadt entscheidet sich, ob Migranten über die Brennerroute nach München gehen – oder ob sie über Chiasso durch die Schweiz Richtung Deutschland aufbrechen.

Die Menschen nutzen die Route von Mailand über Zürich zu uns – mit dem Zug ebenso wie mit Bussen.

Inspektionsleiter Tobias Lehmann

Stark im Blick haben die Konstanzer Bundespolizisten längst günstige Fernbus-Verbindungen aus Norditalien. Sie hätten bei der Wahl des Transportes den Zügen den Rang abgelaufen. Lehmann verweist darauf, dass praktisch jeder Bus aus Mailand routinemässig kontrolliert werde. Dies kann entweder im Grenzgebiet oder im Hinterland bis zu einer Tiefe von 30 Kilometer ab der Grenze geschehen.

Fernbusse lösen Züge als Mittel der Wahl ab.
Fernbusse lösen Züge als Mittel der Wahl ab. (Foto: Uwe Jauß)

Wobei die Beamten neben Flüchtlingen auf alles mögliche stoßen: Drogen, Waffen, zur Fahndung ausgeschriebene Personen. Insgesamt, berichtet Lehmann, seien im vergangenen Jahr von seinen Leuten 4619 Straftaten festgestellt worden - eine Erhöhung um 428 Fälle im Vergleich zu 2017. Dies betrifft die Landkreise Konstanz, Bodenseekreis, Ravensburg, Sigmaringen, Tuttlingen und Zollernalbkreis.

Grundsätzlich hat die Bundespolizei neben grenz- auch bahnpolizeiliche Aufgaben. 204 Dienstposten hat die Konstanzer Direktion dafür. Laut Lehmann will sie ihre Aktivitäten steigern, nachdem die Bundesregierung eine Aufstocken der Polizeikräfte beschlossen hat. So soll etwa in diesem Jahr eigene Räumlichkeiten am Friedrichshafener Flughafen angemietet werden.

Dort mache sich laut Lehmann die Aufnahme von Verbindungen auf den Balkan oder in die Türkei polizeilich bemerkbar. Im weiteren will er die Kooperation mit dem Schweizer Grenzwachtkorps ausbauen. In der heutigen Zeit mit einer wachsenden Anzahl grenzüberschreitenden Taten gehe dies gar nicht mehr anders, meint Lehmann.

Zusammenarbeit mit den Schweizern

Schon seit längerem gehen Beamte von diesseits und jenseits der deutsch-schweizerischen Grenze gemeinsam auf Streife. Speziell hebt Lehmann sogenannte Hubschraubersprungfahndungen hervor. Das sperrige Wort bedeutet den schnellen Lufttransport von Beamten, um überraschend Kontrollstellen einzurichten. Auch in diesem Bereich werde mit den Eidgenossen zusammengearbeitet, bestätigt der Inspektionsleiter.

So würden je nach Verfügbarkeit neben deutschen Helikoptern auch Schweizerische Maschinen benutzt. Etwas Sorgen bereitet Lehmann die geplante Umwandlung Empfangszentrum für Flüchtlinge im eidgenössischen Kreuzlingen zu einem Ausreisezentrum für abgelehnte Asylbewerber. Im März soll es soweit sein. Lehmann fürchtet, dass dann mancher Migrant versucht, illegal über die nahe Grenze nach Konstanz zu kommen.

Jugendliche Flüchtlinge gerettet

Beamte der Bundespolizeidirektion Konstanz haben drei jugendliche Afghanen aus dem Auflieger eines Sattelschleppers gerettet. Das Trio sollte nach Deutschland eingeschleust werden. Entdeckt wurden die Flüchtlinge bereits am 11. Dezember. Aus ermittlungstaktischen Gründen hat die Bundespolizei den Fall aber erst jetzt öffentlich gemacht. Demnach hielt ein serbischer Lkw-Fahrer auf dem Parkplatz Wölfle an der B31 bei Meersburg. Franz Rehling, Leiter der Ermittlungsdienstes der Konstanzer Direktion, berichtet, der Mann habe Klopfen sowie Schreie aus dem Sattelauflieger gehört und daraufhin die Polizei verständigt. Diese fand den Auflieger verplombt und mit starken Planen verkleidet vor – praktisch fluchtsicher. Zwischen der Ladung aus Möbeln befanden sich die Afghanen im Alter von 14 bis 18 Jahren – teilweise unterkühlt. Ermittlungen ergaben, dass der Lkw sechs Tage zuvor von Serbien weggefahren war. Ziel sei Duisburg gewesen. Laut Rehling hatte das leicht bekleidete Trio nur einen Pack Kekse und etwas Wasser dabei. Rehling meint, eine Weiterfahrt wäre für die Jugendlichen lebensgefährlich geworden. Zu den Hintergründen der Schleusung ermittelt die Polizei noch. Der Fahrer sei aber unschuldig.

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