HSG Konstanz holt Maximilian Folchert

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Maximilian Folchert. (Foto: Verein)
Schwäbische Zeitung
Andreas Joas

Bereits mit den Neuzugängen Mathias Riedel (25, Rückraum, TV Willstätt), Paul Kaletsch (20, Rückraum, TV Hüttenberg) und Fabian Schlaich (21, Linksaußen, HBW Balingen-Weilstetten II) hat sich die HSG Konstanz für die neue Saison hochkarätig verstärkt. Mit Maximilian Folchert vom VfL Bad Schwartau konnte die HSG nun einen ebenso hochkarätigen Neuzugang auf der Torhüterposition für vorerst zwei Jahre unter Vertrag nehmen.

Als der 19 Jahre junge gebürtige Lübecker vor einigen Wochen zur Probetrainingswoche in Konstanz weilte, konnte er beim dritten Lady-Play der HSG – einer Art Messe in der Halle mit Rahmenprogramm rund um Frauenwünsche – bereits bei den durch die Spieler dargebotenen Show- und Tanzeinlagen eine gute Figur abgeben und ging voller Freude und gut gelaunt gleich vorneweg. Im anschließenden Handballspiel der ersten Mannschaft der HSG Konstanz gegen eine Allstar-Mannschaft konnte er im Dress ebendieser gar noch mehr überzeugen. So verzweifelten seine künftigen Teamkameraden zeitweise regelrecht am 1,95 m großen und 86 kg schweren Max Folchert und nach seinen vielen starken Paraden konnte er zudem mit schnellen und präzisen Pässen für einige einfache Gegenstoßtore seiner Allstar-Mannschaft sorgen. HSG-Präsident Otto Eblen war, wie die heimischen Zuschauer, beeindruckt: „Max ist wirklich ein richtig starker Torwart. Extrem reaktionsschnell, schnell auf den Beinen und dazu mit einem guten Wurf gesegnet. Max hat so viel Potential, mit ihm und Patrick Glatt (der seinen Vertrag kürzlich um ein weiteres Jahr bei der HSG verlängert hat, d. Red.) haben wir ein Torhütergespann, das sich wirklich sehen lassen kann. Wir sind daher wirklich froh, mit Max Folchert einen so talentierten und in jungen Jahren schon so weit entwickelten Torhüter zu uns holen zu können.“

Sein reichlich vorhandenes Talent bescherte ihm auch schon als sehr junger Spieler die ersten Einsätze in der in der 2. Bundesliga spielenden ersten Vertretung des VfL Bad Schwartau, mit der er auch stets mittrainierte und die Saisonvorbereitungen absolvierte. Zusätzlich holte er sich weitere Spielpraxis in der Oberliga beim Perspektivteam des Zweitligisten. Wenn er hingegen an bisher Erreichtes zurückdenkt, so fallen ihm unweigerlich gleich wieder die deutsche Meisterschaft mit dem Handballverband Schleswig-Holstein, sowie die Berufung in das DHB-Allstarteam ein. Außerdem bedeutete dem handballverrückten Torwart sein erster Profivertrag mit 17 Jahren viel. Denn genau dieses Ziel verfolgt er: Profi werden, in der 1. oder 2. Bundesliga spielen und sich den ehrgeizig verfolgten Kindheitstraum von vollen Arenen und Duellen mit den besten Gegenspielern der Welt erfüllen.

Als 16-Jähriger hatte der talentierte Nachwuchsschlussmann schon Angebote der Erstligisten aus Magdeburg und Flensburg, wollte sich aber noch nicht aus dem gewohnten Umfeld in ein weitab der geliebten Heimat liegendes Handballjugendinternat verabschieden. Nun, mit 19, ist Max Folchert bereit, sucht das Abenteuer und ist offen für alles. Ein Zweit- oder Drittligist sollte seine weitere Station sein. Die gewünschte Herausforderung und Perspektive konnte ihm nun die HSG Konstanz ganz im Süden der Republik bieten. „Der Bodensee ist schon toll und die HSG ist eine erstklassige Adresse. Nachdem mir Finn Meiners (ebenfalls gebürtiger Lübecker, Jugendfreund von Max Folchert und seit letzter Saison bei der HSG Konstanz, d. Red.) von seinen tollen Erfahrungen hier berichtet hat, war ich neugierig. Als ich dann alles selbst gesehen hatte, war ich begeistert. Es gefällt mir hier alles sehr gut, ich fühle mich wohl und ich denke, hier kann ich zusammen mit der guten, ambitionierten Mannschaft noch einiges erreichen und mich sehr gut weiterentwickeln“, schildert er seine ersten Eindrücke und stellt erfreut fest: „Die Halle ist sehr schön und modern und die vielen Fans sorgen für eine wahnsinnig tolle Stimmung. Ich habe den Eindruck, dass es in Konstanz einfach zum Wochenendprogramm gehört, zum Handball zu gehen.“ Die große Unterstützung durch den eigenen, sehr leidenschaftlichen und emotionalen Anhang wird auch in Zahlen deutlich: Schon seit Jahren führt die HSG Konstanz als Zuschauerkrösus der Südstaffel der 3. Liga mit deutlichem Vorsprung die Zuschauertabelle mit durchschnittlich mehr als 800 Besuchern an.

In Konstanz wird der junge Torhüter unterdessen, der als seine größte persönliche Stärke seinen Optimismus sieht, zunächst auch seine Lehre zum Bankkaufmann fortsetzen. Mit als seine größte Schwäche hingegen bezeichnet er Käsespätzle. Im badischen Konstanz - doch immerhin im „Ländle“ Baden-Württemberg gelegen, dem Ursprungsland der Spätzle - dürfte seine Schwäche auf eine harte Probe gestellt werden. Ablenken wird er sich von der leckeren Versuchung mit seinem Hobby Fußball sowie seinen Freunden, persönlichen Kontakten und der Familie, die ihm sehr wichtig sind. Und mit dem Verfolgen seines ganz persönlichen Zieles, das er sich neben einer guten Weiterentwicklung und Platzierung mit seinem neuen Team gesetzt hat: Wie in all den Vorjahren möchte er auch in dieser Saison mindestens ein Saisontor mit einem langen Wurf aus dem Tor heraus schaffen. Schließlich soll diese Serie ebenso bestand haben, wie seine kontinuierliche Entwicklung auf dem Weg nach oben in die Bundesliga. In Konstanz möchte er den nächsten Schritt dazu gehen.

Weitere Informationen unter: www.hsgkonstanz.de

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