Hohentwiel steht im Mittelpunkt der Ausstellung

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 Otto Dix: Grüne Landschaft (1948)
Otto Dix: Grüne Landschaft (1948) (Foto: Presse)
Schwäbische Zeitung

Das Kunstmuseum Singen präsentiert in Kooperation mit dem Stadtarchiv Singen die Ausstellung „HTWL. Der Twiel im Blick.“ Die Ausstellung ist bis zum 9. Februar 2020 zu sehen.

Anlass der bislang umfassendsten Ausstellung zur künstlerischen Darstellung des Hohentwiel, des geschichtsträchtigen Berges, der inmitten der Hegaulandschaft von einer der größten Festungsruinen Deutschland bekrönt wird, ist das 50jährige Jubiläum der Umgemeindung des vormals Württembergischen Hohentwiel aus der Gemarkung Tuttlingen ins Badische nach Singen.

Die groß angelegte Schau rückt die Bildgeschichte des Hohentwiel als Teil der allgemeinen Geschichte wie der Landschaftsmalerei im Hegau und am Bodensee in den Blick und konfrontiert die heutige Sicht auf den Hohentwiel mit historischen Ansichten und Perspektiven.

Im Mittelpunkt steht die künstlerische Darstellung des Hohentwiel in Stichen, Gemälden und Veduten aus dem 19. und 20. Jahrhundert. Zugleich spannt die Ausstellung, die von den ersten historischen Stichen des Hohentwiel von Matthäus Merian d. Ä. aus dem 17. Jahrhundert, über Druckgrafiken, Zeichnungen und Landschaftsgemälden der Romantik und des Historismus, der Neuen Sachlichkeit, der Moderne und der Kunst nach 1945 bis hin zur zeitgenössischen Kunst reicht, einen zeitlichen Bogen, der fünf Jahrhunderte umfasst.

Rund 180 Kunstwerke und Stiche aus den eigenen, reichen Sammlungsbeständen im Kunstmuseum Singen und im Stadtarchiv Singen ergänzt um wertvolle Leihgaben aus öffentlichen Museen und privaten Sammlungen in der Schweiz und aus Deutschland erwarten den Besucher.

Im Hegau – einst ein historischer Gau des Herzogtums Schwaben, heute eine von Vulkankegeln bestimmte Ferien- und Burgenlandschaft nordwestlich des Bodensees – ragt, auf Grund seiner kuppigen Form, ein Berg heraus: der Hohentwiel. Der steil aufragende Phonolitkegel wird von einer der größten Festungsruinen Deutschlands bekrönt.

Jahrhundertelang war die württembergische Festung eine Exklave in der vorderösterreichischen Landschaft, ab 1810 im badischen Territorium. Im Zuge der baden-württembergischen Gebietsreform wurde der Hohentwiel erst 1969 aus der vormals württembergischen Gemarkung des damaligen Oberamtes Tuttlingen in jene (badische) Stadt umgemeindet, die den Namen „ihres Hausberges“ im Zusatz führt: Singen am Hohentwiel.

Nur zögerlich etablierte sich im 17. Jahrhundert auch im Bodenseeraum die Landschaftsmalerei als eigenständige Bildgattung. Schon ein erster, kursorischer Blick macht deutlich, dass zahlreiche bekannte wie auch weniger prominente Künstler seit dieser Zeit bis heute den Hohentwiel immer wieder neu und erstaunlich „anders“ dargestellt haben.

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