Österliche Freude hallt nach

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Der Philharmonische Chor Friedrichshafen unter MD Joachim Trost singt ein österliches Konzert in Kehlen.
Der Philharmonische Chor Friedrichshafen unter MD Joachim Trost singt ein österliches Konzert in Kehlen. (Foto: chv)
Christel Voith

Die bunten Ostereier und Schokoladenhasen sind aufgegessen, das Osterfest für viele schon vergessen, doch die Osterbotschaft lebt weiter – das hat das Konzert des Philharmonischen Chors Friedrichshafen am Sonntag in St. Verena in Kehlen lebhaft bezeugt.

„Freuet euch im Herrn allezeit“ war das Konzert mit geistlicher Chormusik der Romantik überschrieben, mit einem Programm, das Musikdirektor Joachim Trost in den österlichen Festkreis stellte als Rückbesinnung auf die österliche Freude. Von der Ermutigung in Zeiten der Not, von Anrufungen des Herrn um Hilfe in dunkler Zeit führte der zweite Block zur Festigung im Glauben, ehe zuletzt Jubel die Kirche erfüllte. Neben Werken von Mendelssohn, Brahms und Dvořák stand englische Kathedralmusik im Mittelpunkt. In sehr schönem Wechsel war der Chor a cappella oder mit Orgelbegleitung zu hören, dazu kamen Gesänge für Sopran und Orgel und ein Orgelsolo.

Eindrucksvoll war der Auftakt mit Mendelssohns Hymne „Hör mein Bitten“ nach Psalm 55. Klar und eindringlich strömte Ruth Liebscher-Gerhards Sopran von der Empore in den Kirchenraum, verband sich schließlich mit dem Chor, den MD Joachim Trost sehr differenziert führte, eine tröstliche Musik, die mit leisem Nachspiel der Orgel endete. Die Frauenstimmen dominierten in der anschließenden a cappella gesungenen Motette von Johannes Brahms, hoch hinauf stiegen die Soprane, von den tieferen Stimmen sanft umfangen, besonders innig sprach der abschließende Luther-Choral „Mit Fried und Freud fahr ich dahin, in Gottes Willen“ zum Herzen. Wie ein ehrfürchtiges Stammeln kam in immer neuen Anläufen das Agnus Dei für Solosopran aus der Missa brevis von Alexander Brezina herüber, ehe der Chor mit John Rutters „God be in my Head“ mit seiner besonderen Pianokultur betörte und im Amen zu strahlender Fülle anschwoll. Wunderbar innig sang die Sopranistin Dvořáks „Biblische Lieder“, von der Orgel melodisch umspielt, eine frohe, volkstümliche Frömmigkeit.

Jubelnde Kirchenmusik

Eindrucksvoll waren in Dvořáks Credo aus der Messe D-Dur op. 86 die Kontraste ausgemalt: das sanft schwingende „et incarnatus est“, das dramatische und dann still reflektierte „crucifixus“ und das triumphierende „et resurrexit“. Farbig gestaltete Organist Patrick Brugger Fantasia und Toccata in d-Moll von Sir Charles Villiers Stanford, beginnend mit dynamischen Kaskaden, die in einer ruhigen Melodie Geborgenheit fanden, ein dynamisches Auf und Ab mit strahlendem Ende. Vom selben Komponisten schloss sich ein vielstimmig leuchtendes Magnificat und erneuter Lobpreis an, jubelnde Kirchenmusik wie die abschließenden Choräle von Basil Rathbone und Sir Charles Hubert Hastings Parry.

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