Immenstaader Winzer zufrieden mit der Weinlese

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Heidi Keller

Die Weinlese ist abgeschlossen: „Zufrieden“ bis „sehr zufrieden“ sind die Winzer der Seegemeinde dieses Jahr. Kurz vor der Ernte war die Witterung schwierig, aber unterm Strich passt das Ergebnis, lautet das Fazit aus ihren Reihen.Die Traubenannahme im Weingut von Familie Röhrenbach lag dieses Jahr erstmals bei Tochter Rebecca Röhrenbach als frischgebackener Weintechnologin. Der Müller-Thurgau war hier ab dem 10. September die erste Sorte, die geerntet wurde. „Trotz später Blüte kam es dennoch zu einer frühen Reife und Ernte“, schildert Röhrenbach.Das Ziel des Betriebs – „eher fruchtig frische Weine“ – verlange sowieso nach einer frühzeitigen Lese, erklärt die junge Expertin. Die Grundweine für den Müller-Thurgau-Sekt und der eher leichte Müller-Thurgau „Albert“ hätten deshalb als erste auf der Liste gestanden. Anschließend waren die anderen Weißen Sorten an der Reihe – Weiß- und Grauburgunder etwa und Sauvignon Blanc, erzählt Rebecca Röhrenbach. Premiere hat dieses Jahr der Gelbe Muskateller, eine Anlage im zweiten Jahr, die jetzt erstmals eine kleine Ernte erlaubt, verrät sie und ist bereits selbst gespannt. „Er duftet schon sehr gut“, sagt sie in Vorfreude. Beim Blanc de Noir kommt je nach Jahrgang eine Spontangärung infrage. „Da entscheidet das Bauchgefühl am Tag der Lese. Der 2019er Jahrgang hat insgesamt eine schöne Säurestruktur und gute Fruchtigkeit, mit guten Mostgewichte“, erläutert die Weintechnologin. Im vergangenen Jahr seien durch die große Hitze die Öchsle-Grade und der Alkohol höher ausgefallen. Mit dem diesjährigen Spätburgunder seien Röhrenbachs ebenfalls zufrieden. Auch Stefan Siebenhaller in Kippenhausen berichtet über eine gute aktuelle Ernte: „Wir hatten drei Jahre hintereinander Hagel. Da hilft uns jetzt der neue Jahrgang von der Menge her, dass wir wieder eine kleine Reserve bekommen, die bis zur nächsten Ernte vorhält.“ Der Regen Anfang September sei zwar schade gewesen, weil er Fäulnis befördert habe, aber insgesamt sei es wieder trocken geworden. Ein Befall durch die Kirschessigfliege habe sich im Rahmen gehalten. Die Anlagen habe man deshalb aber massiv entblättert in der Traubenzone. Stefan Siebenhaller produziert überwiegend Müller-Thurgau und Spätburgunder und liefert den größten Teil an den Winzerverein Hagnau ab. Den kleineren Teil verarbeitet der Winzer für den eigenen Familienbetrieb mit Besenwirtschaft. Etwas anders sieht es bei Biolandwirt Martin Gomeringer in Kippenhausen aus. „Biotrauben reagieren sensibler als konventionell angebaute Trauben. Der Boden ist weicher und nimmt mehr Wasser auf – so geschehen etwa Anfang September, als es kurz vor der Ernte nochmal geregnet hat“, sagt er.Weil Biotrauben früher reifen, faulen sie auch schneller, wenn es zum ungünstigen Zeitpunkt regnet. „Man muss eben schnell reagieren. Aber die hohe Qualität und die konzentrierten Inhaltsstoffe haben die Ernteeinbußen ausgeglichen.“ Auch der Kippenhauser Landwirt liefert an den Winzerverein Hagnau ab. Bei seinen Bio-Tafeltrauben habe es die Fäulnisproblematik allerdings nicht gegeben.Gomeringer hat selbst eine Konstruktion erfunden, um das wertvolle Produkt mit einer Überdachung zu schützen. Auf Grund der hohen Qualität der Tafeltrauben sei er schnell ausverkauft gewesen, erklärt er erleichtert. „Der Arbeitsaufwand für diese Art des Anbaus ist allerdings sehr hoch und das Erntefenster sehr eng, nur wenige Wochen.“

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