Zwischen Funk und Romantik

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Die Do X Memorial Big Band spielt im Winzerkeller (von links): Bandleader Hartmut Heinzelmann und Sängerin Dagmar Egger.
Die Do X Memorial Big Band spielt im Winzerkeller (von links): Bandleader Hartmut Heinzelmann und Sängerin Dagmar Egger. (Foto: Heidi Keller)
Heidi Keller

Lässig, romantisch, vom Rhythmus getrieben – die volle Bandbreite des Bigband-Jazz hat die Do X Memorial Big Band am Freitagabend bei der „31. Immenstaader Jazznight“ mit dem Heimatverein serviert. Drei Stunden Do X Memorial Big Band pur gab es im Winzerkeller zu hören, ohne eine zweite Band im zweiten Teil wie zuletzt – von den langjährigen Freunden der Immenstaader Jazzer kamen dazu zahlreiche positive Rückmeldungen.

Bandleader Hartmut Heinzelmann hatte ein breitgefächertes Programm zusammengestellt. In einem Workshop mit drei Profi-Musikern hatte die Do X Band am vergangenen Wochenende zusätzlich am Feinschliff gearbeitet. Saxofonistin Helga Bauer begrüßte als zweite Vorsitzende des Heimatvereins, der die Organisation und die Bewirtung bei der Jazznight übernimmt, die Gäste im vollen Winzerkeller. Unter ihnen waren auch ehemalige Bandleader und frühere Musiker. Nach sechs Jahren im Bürgersaal des Rathauses sei man zur Abwechslung wieder einmal in das Kellergewölbe zurückgekehrt.

Sofort in die Vollen ging die Band mit dem Funk-Rock „Just Wing It“ von Kris Berg, mit Features für Stefan Schäfer, Trompete, Thilo Nacke, Alt-Sax, und Werner Lautenbach, Gitarre. Mit herzlichem Applaus begrüßt wurde auch Sängerin Dagmar Egger aus Konstanz. Beschwingt und leichtfüßig klangen Frontfrau und Band beim Swing „Dig It“ im Original-Arrangement für Doris Day und Les Brown Orchestra. Zum Tanzen animierend kam der Samba „Matzatlan“ rüber, mit strahlenden Features unter anderem von Dieter Kaistra, Posaune, und Franz Monschau, Saxofon. Beim lyrischen „True North“ von Mike Dana ging der Applaus wieder an Thilo Nacke, Saxofon, und seine Improvisation. In „Too Close for Comfort“, in einem Arrangement des bekannten amerikanischen BigBand-Leaders Gordon Goodwin, stand die vielseitige Frontfrau Dagmar Egger wieder im Mittelpunkt. Eine exquisite Interpretation am Flügelhorn lieferte Stefan Schäfer in „Povo“ von Freddie Hubbard.

Im Shuffle „Count Buba“ von Gordon Goodwin überzeugte die Band mit großartigen Satz-Solo-Passagen und Franz Monschau am Saxofon. „Viel Schnulze und wenig Rhythmus“, versprach und hielt Dagmar Egger in der Soul-Ballade „Walk On By“ von Burt Bacharach. Mit Funk endete der erste Teil – „Talk Is Cheep“ mit einem Feature von Markus Bonsen, Bariton-Sax.

Bei „Mannix“ im Walzertakt erinnerten sich manche an die Titelmusik der Fernsehserie. Die warme Altstimme von Dagmar Egger kam auch in „So Danco Samba“ bestens zur Geltung. Ein freudiges „Ah“ ging durch das Publikum bei „Eleanor Rigby“, dem Beatles-Klassiker von John Lennon und Paul McCartney, in groovigem Gewand. Noch einmal Burt Bacharach, die klassische Latin-Nummer „The Look Of Love“ wurde von Dagmar Egger gefühlvoll interpretiert und vom Publikum mit Bravo-Rufen belohnt. Vorwitzig hatte sich die Frontfrau den alten Klassiker „Comes Love“ in Deutsch, mit Scateinschüben um- und auf den Leib geschrieben: „Kommt die Liebe, kannst Du nichts mehr tun.“ Arrangeur Peter Herbolzheimer hätte wohl seine Freude daran.

Überraschen ließ sich das Publikum auch gerne von „Tartango“, einer neuen Eigenkomposition von Keyborder Markus Springfeld im Trio mit Hartmut Heinzelmann, Bass, und Stefan Schäfer, Trompete. Im Quartett funktionierte auch „Funk Unity“, eine Fusion-Nummer von Peter O'Mara, hervorragend. Der Posaunensatz zeigte sich in „The Preacher” von Horace Silver noch einmal in Bestform. „Kitschig romantisch“, wie von Dagmar Egger anmoderiert, aber charmant, wurde das Vokal-Duo „Quando“ mit Trompeter Stefan Schäfer an Stelle von Michael Bublé.

Den fulminanten Schluss setzte die Do X Memorial Big Band mit „Smack Dab In The Middle“ und Solist Dieter Kaistra, Posaune. Die Zu-gabe fürs begeisterte Publikum war „Superstition“ von Stevie Wonder, in einem Arrangement von Peter Herbolzheimer.

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