„Weiß beinhaltet für mich alles“

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Heidi Keller

Die Werkschau von Silvia Heger hat geöffnet am Samstag, 16. Juni, von 14 bis 19 Uhr, und am Sonntag, 17. Juni, von 11 bis 17 Uhr oder nach telefonischer Vereinbarung. Adresse: Atelier Silvia Heger, Ziegelei 1, ImmenstaadWeitere Infos online

www.silvia-heger.de

Für ihre Werkschau mit neuen fragilen Papierarbeiten öffnet die Künstlerin Silvia Heger am Samstag, 16. Juni, und Sonntag, 17. Juni, die Türen zu Atelier und Werkstatt in der Ziegelei 1.

„Alle Farbigkeit wird für mich durch Weiß abgedeckt“, erklärt die Papier-Künstlerin ihre seit vielen Jahren anhaltende Vorliebe für die Arbeit mit verschieden weißen Papiermaterialien. Wer ihre künstlerische Entwicklung verfolgt hat, erwartet feingliedrige, abstrakte Papierobjekte, die entweder im Raum schweben oder als Struktur aus der Wand herauswachsen. Diese Art der Papierkunstwerke führt Silvia Heger auch weiter fort, variiert sie und entwickelt sie weiter. Mit Draht zeichnet sie plastische Figuren im Raum, die mit Papierstoff ummantelt werden und dadurch ihre Eigenwilligkeit noch steigern, ihre eigene Formensprache sprechen. „Immaterielle Formen sind mir wichtiger. Ich möchte keine Gegenstände darstellen, sondern von der Form wegkommen und dadurch den Raum zwischen Materiellem und Immateriellem, Gefühle darstellen.“

Sehgewohnheiten durchbrechen, eine ungewohnte Raumwirkung erzeugen, das Spiel mit Transparenz und Struktur - das gelingt ihren weißen Skulpturen im weißen Atelier auf ganz eigene Weise.

Spiel mit Dimensionen

Bei ihrer Werkschau am Wochenende, an zwei Tagen der offenen Tür für das interessierte Publikum, zeigt die feinfühlige Künstlerin aber auch neue Objekte aus den vergangenen Monaten: Auf 60 Blättern, sauber gestapelt oder in Reihe an der Wand arrangiert, beschäftigt sie sich wieder mit dem Zweidimensionalen - und doch auch wieder nicht. Auf den handgeschöpften Blättern sind andere handgeschöpfte Blätter arrangiert, und es kommen andere Materialen als Papier hinzu – Strohhalme oder Pferdehaare etwa durchbrechen als grafische Linien das Papierkonstrukt. Jedes Blatt ist anders und steigert seine Ausstrahlung besonders wirkungsvoll in der Reihung. „Im Moment“ hat Silvia Heger diese Serie benannt.

Bei der Werkschau zu sehen ist auch noch einmal das mit dem dritten Platz prämierte Kunstwerk zur Stadtjubiläum in Markdorf im vergangenen Jahr. Aus 400 Kunstwerken ausgewählt gehörte ihre Hommage an Markdorfs Stammurkunde zu den Preisträgern.

Die Schrift der historischen Urkunde wird in diesem Werkstück dreidimensional - auf Transparentpapier mit ummanteltem Draht durchstochen wird die Schrift nachgeahmt und ergänzt durch Tuschezeichen.

Studiert hat die Immenstaaderin Freie Grafik und Malerei in Wien. Seit 1990 arbeitet sie als freischaffende Künstlerin. Zahlreiche Ausstellungen im In- und Ausland dokumentieren ihren künstlerischen Weg. Auf die Werkschau im eigenen Atelier freut sich Silvia Heger besonders, weil sie dann in entspannter, privater Atmosphäre bei einer Tasse Tee mit den interessierten Gästen sprechen kann. „Bei einer Vernissage vor einer Ausstellung ist dafür die Zeit viel zu kurz“, erklärt die Immenstaaderin. Gleichzeitig besteht auch die Möglichkeit die Werkstatt für Modell- und Möbelbau von Reinhold Hager im Erdgeschoss des Hauses zu besuchen.

Die Werkschau von Silvia Heger hat geöffnet am Samstag, 16. Juni, von 14 bis 19 Uhr, und am Sonntag, 17. Juni, von 11 bis 17 Uhr oder nach telefonischer Vereinbarung. Adresse: Atelier Silvia Heger, Ziegelei 1, ImmenstaadWeitere Infos online

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