Vorsitzender: Es gibt beim DLRG zu wenig Einsatzkräfte und Bootsführer

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 Bei der Jahreshauptübung: Die DRK-Jugend versorgt eine verletzte Radfahrerin.
Bei der Jahreshauptübung: Die DRK-Jugend versorgt eine verletzte Radfahrerin. (Foto: Archiv: Heidi Keller)
Heidi Keller

Im Bericht der Rettungsdienste haben die Gemeinderäte in ihrer jüngsten Sitzung gehört, was beim Ortsverein des Deutschen Roten Kreuzes, der DLRG und der Freiwilligen Feuerwehr im vergangenen Jahr alles los war. Ein beeindruckendes Pensum der Hilfeleistung.

Der DLRG-Vorsitzende Matthias Schadow bedauerte in seiner Präsentation der DLRG-Arbeit, dass zu wenig Einsatzkräfte und Bootsführer zur Verfügung stünden. Das liege seiner Meinung nach an den ständig steigenden Anforderungen, wobei gleichzeitig in der Gesellschaft die Motivation für den selbstlosen Einsatz um Leben zu retten, stark nachlasse. „Wir haben dieses Jahr einen einzigen Einsatz gefahren. Ich weiß nicht, wie es weitergeht.“

Erfolgreiche Jugendorganisation

Dennoch habe der DLRG-Ortsverein 340 Mitglieder. „Wir finanzieren uns durch Beiträge, Zuschüsse und unsere Sparsamkeit.“ Enorm erfolgreich sei die Jugendorganisation. Beide Jugendgruppen – mit 11- bis 14-Jährigen und 14- bis 18-Jährigen – treffen sich im Sommerhalbjahr wöchentlich zur Ausbildung. Das neue, erfolgreiche Jugend-Einsatz-Team soll die Lücke zwischen Kinder-Schwimmtraining und Einsatzkräften schließen.

Von Oktober bis April würden rund 150 Kinder und Jugendliche in drei Gruppen jede Woche im Aquastaad im Schwimmen trainiert. Die Auslastung sei kaum noch machbar und hätte zur Folge, dass es nicht einmal mehr Kapazität zur Ausbildung von weiteren Trainern gebe. „Wir brauchen mehr Bahnen“, so Matthias Schadow.

Bürgermeister signalisiert Unterstützung

Zwar könnten die Kinder länger im Verein gehalten werden, bräuchten aber auch mehr Platz im Laufe der Zeit. Bürgermeister Johannes Henne versicherte: „Das Signal ist angekommen. Wir wollen sie unterstützen.“

Der erste Vorsitzende des DRK-Ortsvereins, Sven Volk, berichtete von 32 aktiven Mitgliedern. Die Aufgaben seien vor allem Sanitätsdienste, das Helfer-vor-Ort-Projekt, die Blutspende-Aktionen und die Jugendarbeit. Viel Respekt gebe es für das außergewöhnliche Helfer-vor-Ort-Projekt, das vor dem Rettungsdienst beim Patienten eintrifft. An 285 Einsatztagen hatte dieses Team 142 Einsätze – hauptsächlich internistische. Seit der neuen Alarmierung im April gebe es mehr Einsätze in Nachbargemeinden Hagnau, Meersburg und ähnliche. Im Ort treffen diese Retter 5,44 Minuten vor dem Regel-Rettungsdienst ein. Das Jugendrotkreuz trifft sich zweimal pro Woche. Seit diesem Jahr gibt es auch ein Juniorhelfer-Projekt an der Schule. Henne lobte vor allem das Helfer-vor-Ort-Projekt als vorbildlich.

Kommandant Claus Mecking berichtete stolz von einer Steigerung der Aktiven von 43 auf 50 Feuerwehrleute. 36 zählt die Altersmannschaft, 18 die Jugend-Feuerwehr. Werbung und Engagement hätten sich also bezahlt gemacht. Mecking zeigte Fotos von Übungseinsätzen im Kindergarten Seegaddel als Übungsgelände vor dem Abriss, von einer technischen Hilfe wegen eines umstürzenden Baums, einem Verkehrsunfall und einem Wohnungsbrand. 36 Einsätze habe man bisher in diesem Jahr absolviert. Haus-Rauchmelder führten nicht zu mehr Einsätzen. 2019 wird die Feuerwehr mit einem neuen Gerätewagen Technik und neuer Einsatzkleidung ausgestattet. Auch der Freiwilligen Feuerwehr dankte der Bürgermeister für ihre wertvolle Arbeit.

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