„Tango ja, Tanzmusik nein“

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Im Rahmen der Klassischen Konzertreihe Immenstaad spielt Georg Brendle auch selbst die Orgel.
Im Rahmen der Klassischen Konzertreihe Immenstaad spielt Georg Brendle auch selbst die Orgel. (Foto: Helmut Voith)
Schwäbische Zeitung

Die Klassische Konzertreihe Immenstaad 2018 beginnt wieder am Sonntag, 22. April, beginnt in der Kirche St. Jodokus . Im Gespräch mit Christel Voith blickt Organisator Georg Brendle auf die vergangenen 22 Jahre zurück und auf das diesjährige Programm voraus.

Wie ist diese Reihe entstanden?

Ich hatte mich gefragt, warum man in der Kirche nicht auch andere Musik machen könnte. Es gab in Immenstaad die leichte Muse, es gab die Blaskapelle des Musikvereins, aber die klassische Musik fehlte. Das Hauptanliegen war, verschiedene Aspekte der Musik vorzustellen, bevorzugt mit Musikern der Region, und die Konzerte sollten bei freiem Eintritt stattfinden – Spenden sind natürlich erwünscht.

Und das konnten Sie 22 Jahre lang durchhalten?

Ja, wir haben einen festen Stamm von Zuhörern gewonnen, zudem bringen einheimische Künstler immer auch ihren „Fanclub“ mit. Die politische und kirchliche Gemeinde würde ein entstandenes Defizit decken, aber das waren nur einmal 150 Euro. Dabei können wir Berufsmusikern einen bestimmten Satz garantieren – bei größeren Ensembles wie Chören ist das schwieriger, aber das gleicht sich aus. Dass wir möglichst ein Konzert im Rahmen des Bodenseefestivals haben, tut gut – ein Problem ist nur, wenn es dann Terminüberschneidungen gibt.

Wie finden Sie die Künstler?

Anfangs haben uns deutschlandweit Künstler angerufen, jetzt fragen sie bei der Gemeinde oder Kirche an. Zudem hat sich ein Netzwerk gebildet, so kommt dieses Jahr der Jugendchor St. Columban zu uns, ebenso wie ein Projektchor unter Sönke Wittnebel und der Evangelische Kirchenchor aus Überlingen.

Welche Rolle spielt der Kirchenraum bei der Programmgestaltung?

Es muss ein neutrales Programm sein, das in die Kirche passt, da haben wir einen gewissen Kodex beschlossen. Als wir noch je zwei Konzerte im Hof von Schloss Hersberg veranstalteten, war auch die leichte Muse möglich, aber feuerpolizeiliche Regelungen, die Forderung nach einem rollstuhlgerechtem Zugang und einem zweiten Ausgang haben weitere Aufführungen dort unmöglich gemacht. Jetzt lassen wir uns das vorgesehene Programm vorlegen und passen es gegebenenfalls an. Klezmer und Tango ja, Tanzmusik und Operette nein.

Das Programm 2018

22. April, 19 Uhr: „Instrumenti e Canti“: Sechs Berufsmusiker aus der westlichen Bodenseeraum unter der Leitung von Gerhard Breinlinger aus Meersburg spielen unter anderem Musik von Corelli, Telemann, Stamitz, Saint-Saens, Reger und Jean Langlais, es singt die Sopranistin Sieglinde Seifarth.

13. Mai, 20 Uhr: Stuttgarter Brass Quartett (Bodenseefestival).

17. Juni, 19.30 Uhr: Jugendchor St. Columban unter Marita Hasenmüller.

22. Juli, 20 Uhr: „Klarinettenzauber“ mit Klarinetten und Bassetthorn.

16. September, 20 Uhr: Musik für Bratsche und Orgel mit Benjamin Hartung und Georg Brendle.

2. November, 19 Uhr: „Our Father in Heaven“, Symphonische Rhapsodie über das Spiritual „Sometimes I Feel like a Motherless Child“ für Solo, Chor und Orchester von Ralf Grössler.

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