Suser, Most und Apfelkuchen

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Beim 20. Apfelhock dankt die Vorsitzende der Tourismusgemeinschaft Ulrike Huber (von links) anlässlich des Jubiläums dessen Erfi
Beim 20. Apfelhock dankt die Vorsitzende der Tourismusgemeinschaft Ulrike Huber (von links) anlässlich des Jubiläums dessen Erfinderin Margot Rauber, langjährige Vorsitzende der Tourismusgemeinschaft. Dank und Applaus ernteten auch Hermann Langenstein, seit 20 Jahren mit seiner Apfelpresse beim Fest dabei, sowie Hubert und Carmen Lehle, auf deren Hof der Apfelhock seit 20 Jahren mitten in der Apfelernte stattfinden darf. (Foto: Hedi Keller)
hke und Heidi Keller

Auch wenn es die Tourismusgemeinschaft gerne ein paar Grad wärmer gehabt hätte, die Besucher strömten am Sonntagnachmittag trotzdem zum „20. Immenstaader Apfelhock“ auf den Obsthof Lehle im Frickenwäsele. Vorsitzende Ulrike Huber dankte ihrer Vorgängerin Margot Rauber für die „Erfindung“ des Immenstaader Apfelhocks und der Apfelwochen.

Aus der Keimzelle dieser touristischen Neuentwicklung zusammen mit der Touristinformation zur Verlängerung der Sommersaison in den Herbst hinein, seien inzwischen die Bodensee-Apfelwochen entlang des Seeufers geworden, erinnerte Ulrike Huber. Dank und Anerkennung erhielten auch Carmen und Hubert Lehle, auf deren Apfel- und Ferienhof seit 20 Jahren der Apfelhock stattfinden kann – obwohl die Veranstaltung mitten in der Apfelernte für alle Beteiligten einen Kraftakt darstellt. Schließlich müssen Hof und Halle geräumt sowie die technische Infrastruktur für die Bewirtung an mehreren Ständen installiert und anschließend auch wieder demontiert werden. Sitzgarnituren und Deko müssen auf- und abgebaut werden.

Ebenfalls seit 20 Jahren dabei sind die Musiker der „Fidelen Brummbären“, die auch am Sonntag das Fest mit einem zackigen Marsch eröffneten und den ganzen Nachmittag für die musikalische Unterhaltung sorgten. Auch die Apfelmühle und händisch betriebene Apfelpresse von Familie Langenstein empfing die Besucher im 20. Jahr gleich neben der Apfelsorten- und Oldtimer- Traktoren-Ausstellung beim Eingang des Hofs.

Hermann Langenstein kann das Alter des antiken Motors der Apfelpresse mit seinem meterlangen Lederriemen nicht genau bestimmen. „Ich bin 84 Jahre alt - der Motor ist älter.“ Funktioniert aber immer noch bestens und vor allem Kinder hatten ihren Spaß, die Äpfel zum Mahlen in den Trichter zu werfen. Saft gepresst wurde anschließend mit Manneskraft. Suser, Most, Glühmost, Unmengen selbstgebackene Apfelkuchen, die Zwiebel- und Apfeldinnele, aber auch Apfelwaffeln verbreiteten verführerische Apfeldüfte und lockten viele hungrige Spaziergänger in den Hof.

Als besonderen Höhepunkt zum 20-jährigen Bestehen hatte die Tourismusgemeinschaft ein Gewinnspiel mit 20 wertvollen Preisen örtlicher Einzelhändler, Gastronomen und Touristiker vorbereitet. Für die Kinder war das Ponyreiten der Knüller, mit Ponys von zwei Pferdehöfen bei Ochsenhausen, die extra angereist waren. Außerdem konnten sie Apfelwimpel selbst bedrucken und bekleben. Die Touristinformation hatte einen Luftballonwettbewerb mit Preisen im Angebot und das Kinderschminken.

Obstbauberater Jürgen Sittner vom Landwirtschaftsamt des Kreises stand Rede und Antwort rund um den Apfel, zu Produktion, Vermarktung und für Verbraucherfragen. Die Landwirte boten zudem Gelegenheit zur Information über das „Volksbegehren Artenschutz“ und ihre Position dazu.

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