Spätromantisches Konzert der Camerata Serena

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Unter der Leitung von Nikolaus Henseler singt das Vokalensemble Camerata Serena ein Pfingstkonzert in Immenstaad.
(Foto: Helmut Voith)
Christel Voith

In der Reihe der 19. Immenstaader Kirchenkonzerte hat die Camerata Serena am Pfingstsonntagabend in der St. Jodokkirche ein Pfingstkonzert mit Werken von Mendelssohn, Fauré und Dvorak gegeben.

Georg Brendle hat das Vokalensemble an der Orgel begleitet und Felix Mendelssohn Bartholdys Sonate A-Dur op. 65.3 gespielt. Majestätisch leitete der Orgelklang das Konzert ein, gewaltig strömte der kunstvolle erste Satz in den Raum, der sowohl den Marsch zur Hochzeit seiner Schwester Fanny wie auch den Choral „Aus tiefer Not schrei ich zu dir“ umschließt.

Mit einem innigen Orgelvorspiel leitete Brendle über zu Gabriel Faurés „Cantique de Jean Racine“, op.11. Innig und vertrauensvoll sang der Chor dieses 1865 geschriebene Jugendwerk, in dem Fauré einen vom Dichter Racine aufgenommenen mittelalterlichen Hymnus vertont hat. Das kultivierte Piano, das hier den Chorgesang prägte, setzte sich im Hauptwerk des Abends, in Antonin Dvoraks Messe in D-Dur op. 86 fort. Als Zäsur ließ Brendle den kurzen, zarten und schlichten, sehnsuchtsvollen zweiten Satz der Mendelssohn-Sonate folgen.

Für kleinen und großen gemischten Chor und Orgel hatte Dvorak seine spätromantische Messe 1887 zur Einweihung einer Schlosskapelle komponiert. 1892 hat er die Partien des kleinen Chors einem Solistenquartett übertragen und eine Orchesterbegleitung ausgearbeitet. Während Christian Ringendahl 2009 in Markdorf die zweite Fassung aufgeführt hatte, war jetzt der reizvolle Vergleich mit der ursprünglichen Fassung gegeben, die die schlichte Volkstümlichkeit noch eindringlicher erleben lässt. Chorleiter Nikolaus Henseler hat mit seiner 22-köpfigen, ausgewogen besetzten Camerata Serena intensiv gearbeitet, so dass es eine Freude war, dem Alternieren von Stimmgruppen und Gesamtchor zu folgen. Innig intonierten die Soprane das Kyrie, nach und nach kamen die übrigen Stimmen hinzu. Hell erhob sich der Gesang, ließ auch den Männerstimmen Raum. In ständiger Steigerung schwollen die Kyrie-Rufe zum mächtigen Anruf Gottes an.

Stiller Ausklang

Wechselgesang prägte auch das strahlend einsetzende Gloria. Spannungsreich waren hier die Stimmen eingesetzt, ob Männer und Frauen alternierten oder die Männer echoartig die Verse der Frauen wiederholten. Starke Anrufe kontrastierten mit ganz piano gesungenen Momenten. Das Prinzip der Wiederholung prägte besonders das Credo. Feierlich, wie in großem Staunen, erklang das „et homo factus est“, dramatisch das „crucifixus est“ und in großer Freude das „resurrexit“. In wohltuend wiegendem Gesang bewegte sich das Credo auf das Amen zu. Es folgte ein kurzes, ausdrucksstarkes Sanctus, ganz piano schmiegten sich die Stimmen in das Orgelvorspiel zum Benedictus. Still klang die Messe mit dem Agnus Dei aus.

Am Pfingstmontag hat die Camerata Serena das Pfingstkonzert in St. Nikolaus in Markdorf wiederholt.

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