Sie sorgt dafür, dass Sie sicher baden können

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Wenn Gäste im Aquastaad in Immenstaad zu weit rausschwimmen, macht Sabrina Steinbach eine Ansage mit der Flüstertüte.
Wenn Gäste im Aquastaad in Immenstaad zu weit rausschwimmen, macht Sabrina Steinbach eine Ansage mit der Flüstertüte. (Foto: Alexander Tutschner)

Arbeiten, während alle anderen auf der faulen Haut liegen – das ist das Los eines Bademeisters oder einer Bademeisterin. Sabrina Steinbach ist eine von ihnen. Die 27-Jährige gehört zum Team des Aquastaad in Immenstaad, wo derzeit bis zu 2000 Besucher am Tag eine Erfrischung im Bodensee suchen. Sie macht ihren Job dennoch sehr gerne, wie sie sagt, vor allem weil er so vielfältig ist.

Seit vier Jahren arbeitet Sabrina Steinbach im Aquastaad, sie ist gelernte „Fachangestellte für Bäderbetriebe“ wie der Beruf des Bademeisters offiziell heißt. Schon um sechs Uhr morgens beginnt die erste Schicht, zunächst im Hallenbad: „Dann machen wir die ganze Technik“, sagt Steinbach, Filter spülen, das Bad desinfizieren, eben schauen, dass alles in Ordnung ist. Das Besondere am Aquastaad ist ja, dass auch das Hallenbad Sommer wie Winter offen hat. Spätestens um 7.30 Uhr geht es in den Außenbereich: „Rettungsgeräte aufschließen und überprüfen“, zwei Kajaks, ein Rettungsbrett und ein Motorboot müssen gecheckt und bereit gestellt werden, damit im Ernstfall auch alles funktioniert. Schließlich werden die Spielgeräte überprüft, die Mülleimer müssen geleert werden, so dass alles sauber ist, wenn die ersten Gäste kommen. Denn für den Außenbereich gibt es keinen Putzdienst, der sorgt nur im Hallenbad für Ordnung. Außen sind die Bademeister zuständig. Nur um den Rasen und die Bäume kümmert sich der Bauhof. Aber der Müll macht in der Regel kein Problem: „Die Leute hier sind vorbildlich“, sagt Steinbach, „bei 2000 Besuchern hatten wir neulich nur fünf Schnipsel Papier“.

Hohe Verantwortung

Ab halb neun strömen die Besucher ins Bad, dann gilt die volle Aufmerksamkeit des Bademeisters den Gästen bei der Aufsicht. Einer ist für das Hallenbad zuständig, einer oder zwei passen vorne am See auf. Zentraler Punkt ist der Aufsichtsturm am Wasser. „Der Turm muss immer besetzt sein“, sagt Steinbach. Es komme zum Glück nicht oft vor, dass etwas passiert, „aber dieses Jahr waren wir schon dreimal im Wasser.“ Jedes Mal sei es glimpflich ausgegangen. „Die meisten überschätzen sich“, sagt Steinbach, „und kommen nicht mehr vom Floß zurück“. Probleme mit dem Kreislauf oder der Kondition. „Die Verantwortung ist sehr hoch und unsere Ausbildung sehr anspruchsvoll“, sagt die 27-Jährige, die aus Bad Dürrheim im Schwarzwald stammt. Jedes Jahr müssen Erste-Hilfe-Nachweise erbracht werden. Die Bademeister werden in verschiedene Schichten eingeteilt, die letzte geht bis viertel vor Acht, solange ist Aufsicht im Turm, dann ist Badeschluss im See. Das Hallenbad schließt schon um viertel vor sieben.

„Ich bin zufällig auf den Beruf gestoßen“, sagt Steinbach. Der Job habe sie angesprochen, weil er sehr vielfältig sei. „Man macht nicht nur eine Sache, sondern viele.“ Man habe auf der einen Seite den Umgang mit Menschen, auf der anderen eben die technische Seite, „auch handwerklich macht man ganz viel.“ Rohre verlegen oder reparieren, einen Zaun zusammenbauen, Rasen mähen, Unkraut zupfen. Zuletzt sei man auch noch etwas Psychologe, wenn man heulende Kinder betreuen muss. „Meistens muss man auch die Eltern beruhigen“, sagt Steinbach mit einem Augenzwinkern, wenn entweder die Sonne sticht oder eine Biene. „Von A bis Z ist bei uns alles dabei.“ Natürlich müssen die Bademeister auch gute Schwimmer sein: Außerhalb der Öffnungszeiten wird fleißig trainiert. Ein bis zweimal pro Woche gibt es im Winter Rettungsübungen im Hallenbad samt Konditionstraining, im Sommer stehen Schwimmeinheiten im Bodensee an.

Dann werden komplette Notfälle durchgespielt. „Ich war schon immer eine Wasserratte, dass man aber so fit sein muss, hätte ich anfangs nicht gedacht“, sagt Steinbach. Mit Wasserschuhen und der Arbeitskleidung springen die Bademeister im Notfall beim Rettungseinsatz ins Wasser, dementsprechend wird auch trainiert. Jedes Jahr gibt es eine Tauchübung, fünf Meter geht es dann runter im See.

Weiter kein Regen in Sicht: Wasserentnahmeverbot für den Bodenseekreis
Temperaturen jenseits der 30 Grad – Ein Sommer, wie er im Buche steht. Doch die Hitze hat auch negative Konsequenzen. Weil viele Gewässer bereits einen kritischen, niedrigen Wasserstand erreicht haben, musste das Landratsamt im Bodenseekreis nun handeln. Seit Dienstag gilt ein generelles Wasserentnahmeverbot für Oberflächengewässer wie Bäche, Flüsse und Weiher im gesamten Kreis.

Wenn es wie derzeit richtig voll wird im Bad, sind die Bademeister besonders gefordert: „Man ist dann noch aufmerksamer und konzentrierter“, sagt Steinbach, „wir müssen ja immer alles im Blick haben.“ Selten komme es vor, dass Leute Blödsinn machen im Aquastaad, schließlich gehören zu den Gästen vor allem Familien mit Kindern. Wenn doch, wird mit dem Megafon gerufen oder gegebenenfalls hinterher gepaddelt, etwa wenn jemand zu weit raus schwimmt oder Leute vom Floß ins Wasser springen. „Ich mache das sehr gerne, wir haben hier einen sehr schönen Arbeitsplatz“, sagt Steinbach über ihre Arbeit, gerade morgens oder abends, wenn die Sonne auf- beziehungsweise untergehe: „Ein Traum“.

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