Schluss nach 27 Konzerten: Axel Töbel feiert Abschied von Winzerkeller-Reihe

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Vier Sänger auf der Bühne
Vier Sänger, die wie ein Bigband-Orchester klingen können: die A-Cappella-Gruppe „baff!“. (Foto: Fotos: hke)
hke und Heidi Keller

„Genieße den Moment, denn er kommt nie mehr zurück“: Die junge, virtuose A-Cappella-Gruppe „baff!“ hatte das Thema des letzten Konzertabends von Axel Töbel und Familie im Winzerkeller im Gepäck und setzte der 15-jährigen Konzertreihe mit ihrem Auftritt am Freitagabend die Krone auf.

Mit großartigen Stimmen und musikalischer Kompetenz, originellen Eigenkompositionen und Arrangements, kritischen Texten und starker Bühnenpräsenz gewannen die Norddeutschen im Nu die Hochachtung des Publikums im Winzerkeller. Bei internationalen A-Cappella-Festivals belegten die Anfang bis Mitte 20-Jährigen aus der Umgebung von Lübeck zuletzt erste Plätze und gewannen zahlreiche Preise für ihre Auftritte.

Dass A-Cappella-Texte keineswegs belanglos sein müssen, bewiesen die Musikstudierenden mehrfach – und sprachen zeitkritisch den übermäßigen digitalen Medien-Konsum an sowie die damit verbundene Rast- und Maßlosigkeit. „Die Erde dreht sich auch ohne Dich“: Auch der Appell, mal „offline“ statt ständig auf „standby“ zu sein, blieb als Textzeile hängen.

Mit ihren vielseitigen Stimmen, Rhythmen, großartigem Beatboxing und präzisen Akkorden ersetzten die Vier ganze Bigband-Orchester, wechselten mühelos zwischen Jazz, Hiphop, Rap, Klassik und Pop. Afrikanische Lebensfreude blinzelte ebenso herein wie gefühlvolle und liebliche Balladen.

Bereits seit Ende 2013 sind die angehenden Musiklehrer gemeinsam unter dem Namen „baff!“ unterwegs: Maj Hansen aus Lübeck, Lilly Ketelsen und Jonathan Mummert, ebenfalls aus dem Norden, leben mittlerweile in Leipzig. Neu dabei seit Anfang des Jahres ist Maximilian Kleinert aus Berlin. Die dritte CD des erfolgreichen Teams ist bereits in Planung, ihre Finanzierung soll erneut über Crowdfunding im Internet zustande kommen. Erst nach mehreren Zugaben ließ das begeisterte Publikum ein Ende des Auftritts zu.

Axel Töbel hatte bereits in seiner Begrüßung die 5000. Besucherin seiner A-Cappella-Konzertreihe – Doris Seeberger aus Schnetzenhausen - mit Blumen beschenkt. „Insgesamt waren es 5067 zahlende Gäste“, blickte Töbel zurück.

Großer Dank an alle Unterstützer

Nach 27 Konzerten in 15 Jahren, die er auf eigenes Risiko veranstaltet und mit Unterstützung seiner Familie sowie Freunden organisiert und durchgeführt hat, sollte am Freitagabend der letzte Konzertabend gewesen sein. Nach dem Dank an die Band mit Schoko-Zeppelinen für jede und jeden holte Töbel alle Helfer aus der Bewirtung und von Licht und Ton auf die Bühne. Alle wurden zum Dank noch einmal von ihm gewürdigt und beschenkt.

Bürgermeister Johannes Henne kam mit einer Abordnung der Touristinformation auf die Bühne und zeigte sich begeistert sowohl von den Künstlern als auch von der Leistung von Familie Töbel. Mit der Bemerkung, dass eine krumme Zahl von 27 Konzerten doch kein rundes Ende sein könne, versuchte Henne, den Veranstalter zu motivieren, doch noch weiter zu machen. Die Zuhörer applaudierten begeistert zu diesem Vorschlag. Mit Handschlag verabschiedete sich das Publikum vom langjährigen „Hobby-Veranstalter“ und bedauerte seinen Entschluss. Man wird sehen, nach diesem fulminanten Abschlusskonzert, wie endgültig die Entscheidung des A-Cappella-Unterstützers bleiben wird.

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