Neuer Kindergarten wird wohl erst 2021 fertig

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Der alte Seegaddel-Kindergarten ist bald Geschichte: Schon im Juli sollen die Abrissbagger anrollen. Foto: Heidi Keller
Der alte Seegaddel-Kindergarten ist bald Geschichte: Schon im Juli sollen die Abrissbagger anrollen. (Foto: Heidi Kelle)

Der Neubau des Kindergartens Seegaddel kostet die Gemeinde Immenstaad über 5,5 Millionen Euro. In der Gemeinderatssitzung am Montag wurden die genaue Kostenrechnung und der Zeitplan für den Bau präsentiert. Demnach können die bis zu 130 Kinder ihren Kindergarten voraussichtlich erst Ende 2020/Anfang 2021 in Beschlag nehmen. Das Landratsamt hat mittlerweile den Haushalt der Gemeinde genehmigt.

Der Abbruch des alten Kindergartengebäudes soll bereits im Juli dieses Jahres durchgeführt werden. Mit den Arbeiten, die voraussichtlich vier Wochen dauern werden, hat der Gemeinderat jetzt die Firma Hinder GmbH aus Bad Waldsee beauftragt. Diese hatte mit 51435,26 Euro das günstigste Angebot im Rahmen einer Ausschreibung eingereicht. Laut Verwaltung soll die Beeinträchtigung der Anwohner durch Staub so gering wie möglich gehalten werden, deshalb sei die Bewässerung des Gebäudes während der Abbrucharbeiten in die Ausschreibung mitaufgenommen worden. Der Baubeginn für den neuen Kindergarten ist für März/April 2019 geplant. Wie Hauptamtsleiter Michael Haase der SZ bestätigte, beträgt die Bauzeit rund 18 Monate, sodass die Fertigstellung sich bis Herbst/Winter 2020 hinziehen wird. „Realistisch ist ein Bezug Ende 2020, Anfang 2021“, sagte Haase. Bis dahin werden die Kinder im Provisorium im alten Grundschulgebäude untergebracht.

Investitionen genau prüfen

Warum zwischen den Abbrucharbeiten (Juli 18) und dem Baubeginn (März 2019) rund neun Monate vergehen, wollte Martin Gommeringer (Grüne) von der Verwaltung erfahren. Laut Haase muss mit dem Abriss frühzeitig begonnen werden, damit die Gemeinde die Zuschüsse für das laufende Jahr noch bekommt. Erst nach dem Abriss könne mit der Detailplanung begonnen werden: „Für so ein Gebäude ist eine Planungsphase von rund sechs Monaten notwendig“, sagte Haase. Laut Ortsbaumeister Uli Kohler sei es ohnehin schwierig, bis zum Herbst Firmen zu finden, die die Bauarbeiten übernehmen. Der Ortsbaumeister hofft dagegen, dass die Gemeinde mit einer Ausschreibung im Winter günstigere Angebote von den Baufirmen bekommt.

Die Gesamtkosten für den Neubau belaufen sich nach der Kostenrechnung des Architekturbüros „baechlemeid“ auf 5 547 811 Euro ohne Grundstück und Erschließung. Miteingerechnet sind bereits die Mehrkosten für die Photovoltaik- und und die Geothermieanlage, deren Anschaffung der Rat am 14. Mai beschlossen hatte. Diese belaufen sich auf 40 000 Euro für die Photovoltaik (Stromerzeugung) und 84 000 Euro für die Geothermie-Heizung. Bereits für 2018 wurden für den Seegaddel-Neubau zwei Millionen Euro in den Investitionsplan des Haushalts eingestellt. Wie in der Gemeinderatssitzung ebenfalls bekannt wurde, wurde der Immenstaader Haushalt für 2018 mittlerweile vom Landratsamt genehmigt. Künftige Investitionen sollten jedoch nochmal genau geprüft werden. Nach den bereits angestoßenen Projekten Kindergarten und Bauhof steht in Immenstaad in den nächsten Jahren auch das Thema Schulsanierung und neue Turnhalle auf dem Schulareal an. „Für dieses Jahr haben wir alles in trockenen Tüchern“, sagte Bürgermeister Johannes Henne. Auf Nachfrage im Rat, wie es bislang mit der Gewerbesteuer im laufenden Jahr aussehe, zeigte Kämmerer Matthias Herrmann mit dem Daumen seitlich. Was für Immenstaad sicher eine gute Nachricht sein dürfte, nachdem man im vergangenen Haushaltsjahr sogar eine Rückzahlung verkraften musste. Ebenfalls positiv: Für den Ausbau des Leerrohrnetzes in der Meersburger Straße bekommt die Gemeinde einen Zuschuss von 20 800 Euro vom Land.

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