Markante Wahrzeichen zieren das Weingläschen

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Michael Tschek

Der Startschuss zum 43. Immenstaader Weinfest fällt am Freitagabend, 30. August, um 18 Uhr auf dem Rathausplatz. Bis Samstagnacht garantieren im gemütlich hergerichteten Weindorf örtliche Vereine und Winzer, dass bei Wein, Musik und regionalen kulinarischen Köstlichkeiten Geselligkeit aufkommen wird. Die offizielle Eröffnung ist um 19 Uhr durch Bürgermeister Johannes Henne, wobei ihn die Bodenseeweinprinzessin Pia Dreher aus Meersburg zur Seite stehen wird. Parallel dazu schlägt am Samstag zwischen 10 und 19 Uhr und am Sonntag zwischen 11 und 17 Uhr am Landungssteg der 8. Kunstmarkt seine Zelte auf.

Die Winzer und ihre Helfer des Winzervereins Hagnau stehen schon in den Startlöchern zur Weinlese 2019. „Eigentlich ist der Beginn die Lese so bis Ende September vorgesehen, aber durch das gute Wetter können wir wahrscheinlich schon in 14 Tagen beginnen“, sagt Jungwinzer Felix Berger. Bergers vorläufige Prognosen für den 2019er-Rebensaft liegen in der Menge und bei den Öchslegraden bei „gut bis sehr gut“.

Wie aus den Artikeln von Winzer Wilhelm Röhrenbach und dem langjährigen Schriftführer des Immenstaader Heimatvereins, Wolfgang Trogus, zu entnehmen ist, wurde der Weinanbau in Immenstaad und Nachbargemeinden erstmals 1288 erwähnt - also vor über 700 Jahren.

Für die örtlichen Winzer wird das Sprichwort „Erst die Arbeit, dann das Vergnügen“ an diesen Wochenende einfach mal auf den Kopf gestellt, wenn sie zusammen mit ansässigen Vereinen und Organisationen am Freitag und Samstag zum bereits 43. Mal zum Weinfest auf dem Rathausplatz einladen. Ein Weinfest, das auch viele Urlauber in ihrem Terminkalenderfest verbucht haben.

Weinglasmotiv dem Jubiläum gewidmet

Die Vorbereitungen zum Fest liegen erstmals in den Händen von Franziska Buckreus von der Immenstaader Tourist-Information, die dabei von Victoria Dietenberger unterstützt wird. Für die jetzige Leiterin der Tourist-Information und langjährige Organisatorin des Festes, Ruth Höft, sei Buckreus eine „engagierte Nachfolgerin“.

„Die Vorbereitungen waren für mich sehr spannend und haben sehr viel Spaß gemacht, weil ich mich auf die Unterstützung der Vereine und den Bauhof verlassen konnte“, meint Franziska Buckreus.

Über das jährlich wechselnde Motiv auf dem Weingläschen brauchte sich die Organisatorin dieses Mal keine Gedanken machen, denn das diesjährige Fest fällt in das Jubiläumsjahr 925 Jahre Immenstaad, so dass das Glas eine Zusammenstellung der markantesten Immenstaader Wahrzeichen ziert.

Eine ausreichende Zahl der Gläschen, die zusammen mit drei Euro als Eintritt an beiden Tagen gelten, steht für die Besucher bereit. Aus denen können dann die vielfältigen Weine des Jahrgangs 2018 der Immenstaader und Hagnauer Winzer im Laufe des Abends probiert werden. Als Grundlage zu den Weinproben bieten die Vereine einheimische Spezialitäten an wie alles rund um den Fisch, Steaks, Wurst- und selbstgemachter Kartoffelsalat, Speck- und Rettichbrote und heiße Seelen. Für diejenigen, die es lieber süß mögen, gibt es Waffeln und Blätterteiggebäck sowie Kaffee und Kuchen. Weite Wege müssen die Besucher dabei auch nicht gehen, denn die Tische und Bänke sind in der Mitte des Rathausplatzes angeordnet, umrahmt von den Anlaufstellen der kulinarischen Köstlichkeiten.

Für die musikalische Unterhaltung sorgen am Freitagabend der Musikverein Immenstaad. Am Samstag spielt die Band „First Class“ auf mit Tanz- und Stimmungsmusik.

Noch eine kleine Anmerkung zum Weingenuss: Der Pro-Kopf-Verbrauch von Wein am See wurde um 1600 auf 150 - 200 Liter jährlich geschätzt. Nach der mündlichen Überlieferung waren auch die lmmenstaader keine Verächter des vergorenen Rebensaftes. Ein fürstenbergischer Amtmann berichtete gar seiner Herrschaft: „Den lmmenstaadern habe ich nur am Werktag etwas zu sagen, am Sonntag und am Feiertag lassen sie sich ausschließlich vom Wein regieren“.

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