Lucas: Auch Immenstaader wollen helfen

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Das Organisationsteam der Typisierungsaktion von Astrium und Cassidian. (vl) Christa Niedermaier, Adema Babic, Walter Hund, Anne
Das Organisationsteam der Typisierungsaktion von Astrium und Cassidian. (vl) Christa Niedermaier, Adema Babic, Walter Hund, Anne (Foto: Lydia Schäfer)
Lydia Schäfer

Auf die Zelle kommt es an, denn die kann Leben retten. Mit diesem Wissen und dem zur Zeit aktuellen Fall des leukämiekranken Lucas in Salem bittet das Organisationsteam der Astrium/Cassidian-Mitarbeiter zur Blutspende. Sie werben aktiv bei den EADS-Mitarbeitern. Doch alle können kommen: „Hier ist jeder willkommen, der am Sonntag keine Zeit hat, nach Salem zu fahren“, erläutert Rolf Langenstein. Dort wartet der an Leukämie erkrankte zweijährige Lucas auf eine geeignete Knochenmarkspende.

Zwischen 10 und 16 Uhr hat jeder die Möglichkeit, sich einer kostenlosen Typisierung zu unterziehen. „Pro Befund entstehen Kosten um die 50 Euro“, berichtet der Betriebsratsvorsitzende Arnim Eglauer. Durch Spenden der EADS-Mitarbeiter und Aktionen wie dem Verkauf von Werbemitteln durch die Auszubildenden des Unternehmens ist bereits eine beträchtliche Summe zusammengekommen. „Genau wissen wir es noch nicht, aber es ist jetzt schon sicher, das es deutlich über 10000 Euro sein werden“, so Eglauer. Seit 2005 macht sich der Betriebsrat für die Deutsche Knochenmarkspenderdatei (DKMS) stark.

Jeder kann vorbeikommen

Zur Zeit sind es 260 Mitarbeiter, die in der DKMS Datei registriert sind. Am Freitag herrschte an den Tischen des Organisationsteams ein derartiger Andrang, dass Rolf Langenstein hofft, noch an die 200 weitere Mitarbeiter zu motivieren. Gegen Mittag waren es bereits 115 EADS Angestellte, die sich einen Termin für den Montag haben geben lassen. Es seien aber noch genug Kapazitäten da, weitere Typisierungen vorzunehmen, versichert Langenstein und fordert Interessierte auf: „Jeder, der mitmachen will, kann am Montag hier vorbeikommen.“ Vier Ärzte seien vor Ort, so dass die Blutentnahme schnell vonstatten gehe. Grundsätzlich kann jeder zwischen 18 und 55 Jahren Spender werden. Allerdings sollte man nicht an einer chronischen Erkrankung leiden oder einer Risikogruppe angehören. Fünf Milliliter Blut oder ein Abstrich der Wangenschleimhaut reichen aus, um die Gewebemerkmale zu bestimmen. Von diesen Merkmalen müssen acht zwischen Spender und Patient übereinstimmen. Solche Übereinstimmungen sind selten, da mehr als 4000 Gewebemerkmale bekannt sind. Deshalb sei man, um dem kleinen Lucas zu helfen, auf eine große Anzahl an Spendern angewiesen.

Man brauche vor einem Eingriff keine Angst zu haben, versichert Eglauer. In ungefähr 80 Prozent der Fälle reicht eine periphere Stammzellenentnahme, sprich durch Blutspende. In den anderen 20 Prozent werden die Stammzellen durch eine Knochenmarkentnahme aus dem Beckenkamm entnommen und nicht – wie häufig geglaubt werde – aus dem Rückenmark.

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