Land fördert Umbau im Rathaus Immenstaad

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 Sie blinzeln der Sonne vor dem Immenstaader Rathaus entgegen (von links): Klaus Burger, Landtagsabgeordneter aus Sigmaringen, B
Sie blinzeln der Sonne vor dem Immenstaader Rathaus entgegen (von links): Klaus Burger, Landtagsabgeordneter aus Sigmaringen, Bürgermeister Johannes Henne, der den Förderbescheid des Tourismusinfrastrukturprogramms in seinen Händen hält, Justiz-, Europa- und Tourismusminister Guido Wolf als Vertreter der baden-württembergischen Landesregierung und Klaus Hoher, der den Bodenseekreis im Landtag vertritt. (Foto: Gsb)
Gudrun Schäfer-Burmeister

Bei strahlendem Sonnenschein hat die Gemeinde Immenstaad am Dienstagmorgen ihre Gäste empfangen. Aus der Landeshauptstadt Stuttgart ist Minister Guido Wolf (CDU) angereist, zu dessen Ministerium für Justiz und Europa auch der Bereich Tourismus zählt. Im Gepäck hatte er zur Freude der Gemeinde einen Förderbescheid in Höhe von 369 775 Euro, die das Land im Rahmen des Tourismus- infrastrukturprogramms (TIP) zur Verfügung stellt, um den geplanten Umbau der Tourist-Information im Rathaus finanziell zu unterstützen.

Insgesamt vergibt das Land Baden-Württemberg dieses Jahr sieben Millionen Euro für bauliche Investitionen und investive Vorhaben der baden-württembergischen Tourismuskommunen, um den Ausbau einer modernen und zukunftsorientierten Tourismusinfrastruktur voranzubringen. Neben Minister Wolf nahmen auch die beiden Landtagsabgeordneten Klaus Hoher (FDP) aus dem Bodenseekreis und Klaus Burger (CDU) aus dem Landkreis Sigmaringen die Gelegenheit für einen Kurzbesuch in Immenstaad wahr.

Regionale Produkte verkaufen

Bürgermeister Johannes Henne erläuterte die Situation und das Umbauvorhaben. Im Jahr 2018 zählte die Gemeinde 380 000 Übernachtungen, auch in diesem Jahr zeichne sich ein großes Interesse ab, an manchen Tagen stünden die Gäste bis vor den Gebäudeeingang von Rathaus und Tourist-Information Schlange, um Auskünfte zu bekommen und Serviceangebote zu nutzen. Die in der Gemeinde stark diskutierte Echt Bodensee Card verzeichne inzwischen ebenfalls großen Zuspruch, die Rückmeldungen von Gastgebern und Gästen seien durchwegs positiv.

Um das Serviceangebot auszubauen und zu modernisieren, wird die Gemeinde das Erdgeschoss des Rathauses umbauen. Im Oktober soll mit den Maßnahmen begonnen werden, die Fertigstellung ist für Juni 2020 geplant. Wo jetzt noch ein Gastronomiebetrieb ist, wird dann auf 170 Quadratmetern die Tourist-Information ihre Räume haben, mit je einem Eingang in Richtung Hauptstraße und wie gehabt in Richtung Dr.-Zimmermann-Straße. Außer drei Büros, einem Gemeinschaftsraum, Lagerplatz, Counterbereich und Aufenthaltszonen für die Kunden wird es einen Verkaufsbereich für regionale Produkte geben, der in seiner Gestaltung dem historischen Lastensegler „Lädine“ nachempfunden ist. Dort, wo die Tourist-Information bisher untergebracht ist, wird ein Bürgerbüro eingerichtet, in dem Einwohnermeldeamt sowie Gewerbe- und Standesamt vorgesehen sind. Eine WC-Anlage ist geplant, die auch außerhalb der Rathausöffnungszeiten barrierefrei zugänglich ist. Die Gesamtkosten werden auf knapp 1,9 Millionen Euro geschätzt, davon entfallen etwa 820 000 Euro netto auf den Tourismusbereich.

In Immenstaad nutzen nicht nur Urlauber die Serviceangebote. Laut Henne buchen auch Einheimische gerne Angebote vor Ort. „Der Gast will Bewohner auf Zeit sein“, charakterisierte Wolf den Qualitätsanspruch, den das Land an die Tourismusgemeinden stellt. Entscheidend sei für den Gast, wie er empfangen werde und dass er eine Atmosphäre erlebe, die Wohlbefinden vermittle und zum Wiederkommen einlade. Die Tourist-Information fungiere als Visitenkarte einer Gemeinde.

Veranstaltungen wie das Weinfest am vergangenen Wochenende sind bei Einheimischen ebenso wie bei Touristen beliebt, das könne man auch auf Instagram sehen, erwähnte der Bürgermeister. „Hab’s schon geliked“, antwortete der Minister.

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