Lädine soll zum Filmstar werden

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Gudrun Schäfer-Burmeister

Die zwanzigjährige Schönheit „Lädine“ aus Immenstaad kommt diesen Sommer groß raus. Bernhard Wrobel heißt der frisch gewählte zweite Vorsitzende des Lädinen-Verein Bodensee. Er ist von Beruf Kameramann und hautnah am Bodensee-Krimi „Schatten über dem Bodensee“ beteiligt, der im Mai in die Kinos kommt. Wrobel ist dem Verein seit vielen Jahren verbunden.

Matthias Reim spielt mit

Schon den Bau des Lastenseglers begleitete er vor 30 Jahren filmisch und seine Begeisterung für das Projekt ließ ihn als „Knecht“ auf der Lädine anheuern. Der Bodensee-Krimi ist als sechsteilige Serie unblutiger Familienkrimis geplant, mit dem See und seinen Schauplätzen im Mittelpunkt. Als angefragt wurde, ob die Lädine für die Krimis zur Verfügung gestellt würde, war der Verein begeistert und Wrobel kann als zweiter Kameramann am Set die Chance nutzen, das elegante Schiff in Szene zu setzen.

In Teil eins, der im vergangenen Sommer gedreht wurde und der am 9. Mai im Cineplex Friedrichshafen Premiere hat, geht es um Diebstahl und Erpressung, Eifersucht und spannende Action. Schlagersänger Matthias Reim hat einen Gastauftritt, der Lindauer Schönheitschirurg Professor Werner Mang ebenso. Er operiert Privatdetektiv Max Merkel, der Opfer eines Säureattentats geworden ist.

Landrevision in Kressbronn

Auch die Lädine St. Jodok hat in diesem Winter eine gründliche Renovierung hinter sich gebracht. Nicht bei Professor Mang, sondern in der Kressbronner Werft von Karlheinz Kaiser fand wie alle vier Jahre eine Landrevision statt. Bei der Hauptversammlung des Vereins berichtete die erste Vorsitzende Ursula van Endert von massiven Schäden im Gehölz, die erst bei Öffnung des Schiffsrumpfs festgestellt werden konnten. Die Faulstellen seien für alle ein Schock gewesen, die zusätzlich erforderlichen Reparaturen verursachen Kosten in Höhe von 16 000 Euro, die zu den vorab veranschlagten 60 000 Euro hinzukommen. Man spare, wo es gehe, aber ohne Sponsoren gehe es nicht. „Bettelbriefe“ wurden an Immenstaader Geschäftsleute geschrieben, wodurch der Verein 2 060 Euro bekommen habe. Die Volksbank unterstütze mit 8 000 Euro. Die Tourismusgemeinschaft Immenstaad habe 2 000 Euro zugesagt. Mit 30 000 Euro ist die Gemeinde Immenstaad dabei. In den nächsten Wochen wird die Endabrechnung der Werft erwartet. Dann, so van Endert, hoffe man auf die Unterstützung der Gemeinde, um keinen Kredit aufnehmen zu müssen. Seit einem Jahr ist die Lädine an den Überlinger Schifffahrtsbetrieb Clemens Mauch verpachtet.

Andrea Friedrich ist bei CMS zuständig für die Lädine und ist jeden Tag mit den Schiffsführern auf dem Boot. Sie erzählt von der großen Beliebtheit des Seglers. Allerdings habe der Betrieb an der heißen Saison 2018 zu knabbern gehabt, das sei fast schlimmer als Regenwetter. Windstille ist ebenso ungünstig wie Sturm, schließlich sei die Lädine das einzige Schiff auf dem Bodensee, das wenigstens zur Hälfte der Zeit ohne Motor fahre. Es werden auch dieses Jahr wieder Piraten- Forscher- und Rundfahrten sowie Chartermöglichkeiten angeboten. Der Pächter und der Verein streben an, die Lädinenfahrten im Umkreis von hundert Kilometern noch bekannter zu machen. Immenstaads Bürgermeister Johannes Henne bezeichnete die Lädine als „Aushängeschild für die Gemeinde“, die 2019 ihr 925-jähriges Bestehen feiere. Angesichts der zu erwartenden steigenden Kosten bei den regelmäßig erforderlichen Landrevisionen versicherte er: „Es ist klar, wir unterstützen Sie, die Türen sind auf jeden Fall auf.“

Der Verein hat auch 2019 vor, an verschiedenen Märkten und Festen teilzunehmen. Von 13. April bis 15. Oktober ist in der Montfort Galerie Kippenhausen eine Fotoausstellung zur Geschichte der Lädine zu sehen. Sie dokumentiert die Anfänge der Idee vor dreißig Jahren über die Bauzeit bis zur Verwirklichung vor zwanzig Jahren. Die Öffnungszeiten sind Dienstag bis Sonntag von 11.30 bis 14 Uhr und 17 bis 22 Uhr.

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