Konzept für Immenstaads Ortskern wird gesucht

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 Die Hauptstraße zieht sich durch den Ortskern von Immenstaad. Die Verwaltung will jetzt für diesen Bereich einen städtebauliche
Die Hauptstraße zieht sich durch den Ortskern von Immenstaad. Die Verwaltung will jetzt für diesen Bereich einen städtebaulichen Rahmenplan aufstellen. (Foto: Alexander Tutschner)

Verkehr, Grünflächen, Wohnbebauung: Wie soll sich der Immenstaader Ortskern in der Bachstraße und in der Hauptstraße künftig entwickeln? Die Haltung der Gemeinde dazu will Bürgermeister Johannes Henne jetzt möglichst schnell definieren und eine städtebauliche Leitlinie auf den Weg bringen. In diesen Prozess soll auch die Bevölkerung mit einbezogen werden: Bereits für Samstag, 23. März, ist ein Bürgerspaziergang samt Workshop angesetzt.

Eine „politische Definition der Dinge, die wir uns als Gemeinde vorstellen“ – darum geht es beim städtebaulichen Rahmenplan laut Johannes Henne in Sachen Haupt- und Bachstraße, die er als „wertvolles Herz der Gemeinde“ bezeichnete. Der Bürgermeister stellte in der Ratssitzung nochmal klar, dass in diesem Bereich Paragraf 34 des Baugesetzbuches gelte, dass die Gemeinde also im jetzt angestoßenen Prozess keinen rechtlich verbindenden Bebauungsplan aufstelle. Laut Verwaltung soll mit dem Rahmenplan aber „die Chance genutzt werden, den gesamten Bereich in ein städtebaulich anspruchsvolles, integriertes und sozial durchmischtes Quartier umzuwandeln“.

Drei externe Büros beauftragt

Mit einem einstimmigen Beschluss beauftragte der Gemeinderat am Montag drei externe Dienstleister, um den Prozess zu begleiten. Für das städtebauliche Konzept das Büro Helmut Hornstein (Überlingen), für die Verkehrskonzeption den Verkehrsplaner Modus Consult (Ulm) sowie für die Bürgerbeteiligung, die strategische Beratung sowie die Gesamtredaktion das Büro Leitz Verwaltung und Wirtschaft (Ertingen). Damit sei der „offizielle Startschuss“ für das Projekt gegeben, bereits Ende des Jahres soll die städtebauliche Leitlinie stehen: „Wir müssen Gas geben“, sagte Henne. Das Projekt steht unter dem Motto „Mitte gestalten!“, es wurde eigens ein Logo dafür entwickelt.

An der Entwicklung der Leitlinie sollen sich auch die Immenstaader beteiligen können. „Es geht darum, dass die Bevölkerung die Möglichkeit hat, Ideen einzubringen“, sagte Henne im Rat. Bereits am Samstag, 23. März, gibt es einen Bürgerspaziergang und einen Workshop zum Thema. Treffpunkt ist um 14 Uhr am Rathausplatz. Mit einem Flyer wird über die Veranstaltung informiert. Darin macht die Gemeinde die Probleme noch einmal deutlich: „Kaum öffentliches Grün, Ortsbild uneinheitlich, Parkplätze sind knapp, starke Rolle von Investoren, wenig öffentliche Aufenthaltsräume und Verkehrsbereiche zeitweise überlastet“, heißt es darin zur aktuellen Situation. Laut dem Bürgermeister können sich Bürger auch im Internet über die Homepage der Gemeinde über den Prozess informieren und auf diesem Weg ihre Anregungen einbringen.

Von den Gesamtkosten von 83 000 Euro übernimmt laut Verwaltung 50 Prozent das Land über einen Zuschuss vom Ministerium für Wirtschaft, Arbeit und Wohnungsbau im Rahmen des Förderprogramms „Flächen gewinnen durch Innenentwicklung“. So dass das Projekt die Gemeinde 41 750 Euro kosten wird. Dazu kommen laut Henne am Ende noch Kosten für eine Rechtsberatung zur Verifizierung des Rahmenplanes. Auf Nachfrage von Edwin Brügel (FW) dazu, erklärte Henne, dass es sich zwar nicht um einen Bebauungsplan handle, der Rahmenplan in einem Verfahren aber durchaus „eine gewisse Berücksichtigung“ finden könne. Man müsse deshalb vorher klären, was rechtlich haltbar sei.

Hubert Langenstein (FW) fragte nach der Rolle der Planungsbüros, was die Zielsetzung im Projekt betrifft. „Wir definieren die großen Ziele“, sagte dazu Johannes Henne, „klar ist, dass wir das Heft in der Hand halten.“

Margot Rauber (CDU) sagte, man hätte im Prozess zuerst eine Ortsbegehung mit der betroffenen Bevölkerung aus Bach- und Hauptstraße machen sollen. Sie befürchtet jetzt „ein Wunschkonzert der Bevölkerung“. Henne entgegnete, man habe nur eine Veranstaltung für alle machen wollen. Jeder habe dabei die Möglichkeit, in seiner Rolle aufzutreten, als Mieter, Vermieter, Ladenbesitzer etc. Für Verwaltung und Gemeinderat gebe es jetzt eine gute Chance, die Stimmung der Bevölkerung aufzunehmen.

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