Kleine, nervige, anstregende Mädchen funktionieren bestens als „Hasenscheuchen“

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Mädchen können ganz schön nervig sein. Deswegen ist Mascha (rechts) nicht sehr beliebt im Wald. Als ein „zugezogener“ Ruheständl
Mädchen können ganz schön nervig sein. Deswegen ist Mascha (rechts) nicht sehr beliebt im Wald. Als ein „zugezogener“ Ruheständler dort seine letzten Jahre genießen will, schaut sie flugs vorbei. (Foto: schwambo)
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Viele kleine gespannte Gesichter und leuchtende Kinderaugen konnte man am Mittwochnachmittag im Bürgersaal im Immenstaader Rathaus antreffen. Dort führte das Berliner Puppentheater das Stück „Mascha und der Bär“ auf. Mit der Auswahl des Dreiakters trafen die Puppenspieler genau den Nerv ihres kleinen Publikums.

Ein in die Jahre gekommener Zirkusbär möchte seine letzten Jahre in Ruhe in einem kleinen Häuschen im Wald zu verbringen. Mit der Ruhe ist es aber ganz schnell vorbei, als das kleine Mädchen Mascha erfährt, dass ein Bär „zugezogen“ ist. Mascha ist bei den anderen Waldtieren nicht gerade gern gesehen. Der Wolf etwa zittert vor Angst, wenn er die Nähe des kleinen Mädchens erahnt, da ihr Naturell sehr nervig und unheimlich anstrengend ist. Einmal hüpft sie mit einem Eimer durch das Häuschen des Bären und hinterlässt so Spuren der Verwüstung durch zerbrochene und herunter gefallene Gegenstände. Ein anderes Mal futtert sie Sachen aus dem Kühlschrank, obwohl der Bär extra für sie kocht – ein Essen welches sie natürlich nicht mehr anrührt, da sie ja bereits satt. Oder sie öffnet eine Kiste, die unter keinen Umständen geöffnet werden darf, denn in der Kiste ist ein ganzer Bienenschwarm unter Verschluss . So ist auch irgendwann der Bär von ihr genervt, aber Nichtsdestotrotz hat er das kleine Mädchen irgendwie doch auch lieb gewonnen. So versuchen sie gemeinsam, den Hasen zu fangen, welcher bei dem Bären die Karotten aus dem Garten klaut. Sie konstruieren eine „Hasenscheuche“ – sinnigerweise ein großes Abbild von Mascha. Am Ende gibt der Bär eine Geburtstagsfeier für Mascha und fordert die Kinder auf, mit in das Geburtstagsständchen einzustimmen und beim Ausblasen der Kerze auf der Torte zu helfen.

Den Aufforderungen kamen die Kinder sehr gerne nach, fieberten diese doch von Beginn an mit und unterstützten die Figuren auf der Bühne lautstark. Ein gutes Zeichen für die Akteure, war es ihnen doch wichtig, die Kinder von Anfang an miteinzubeziehen. So war die siebenjährige Elisa aus Immenstaad auch ganz begeistert von dem Bär und seinen Sprüchen: „Dass er gesagt hat, pusten und nicht pupsen, fand ich so witzig“, sagt sie und kichert schon wieder. Ebenso ergeht es Neyla aus Friedrichshafen mit ihren zweieinhalb Jahren, als sie nach der Vorstellung nur noch vom Bären redet und strahlt. Ein Umstand welcher nicht ausschließlich der Aufführung geschuldet ist, sondern vielleicht auch ein wenig der Tatsache, dass die Kinder zum Schluss die Möglichkeit hatten, dem Bären „persönlich“ die Hand zu reichen oder ihn zu streicheln.

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