Kindergarten Seegaddel bleibt im Seegaddel

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Abriss und Neubau am Standort Seegaddel ist die Lösung für das neue Kinderhaus.
Abriss und Neubau am Standort Seegaddel ist die Lösung für das neue Kinderhaus. (Foto: pr)
Schwäbische Zeitung
Anton Fuchsloch
Redakteur

Die Würfel sind gefallen. Der Neubau des Kindergartens Seegaddel wird am derzeitigen Standort Seegaddel 8 realisiert. Das hat der Gemeinderat am Montag beschlossen. Zwei Räte der Freien Wähler Immenstaad (FWI) enthielten sich. Sie hätten den Neubau mit geschätzten Baukosten von mehr als fünf Millionen Euro lieber im Zuge der Neugestaltung des Schulareals bei der Linzgauhalle gesehen. Bereits in der nächsten Sitzung soll ein Architektenwettbewerb auf den Weg gebracht werden.

Fast zwei Jahre wurde diskutiert und abgewogen, wie Bürgermeister Jürgen Beisswenger sagte. Die Argumente seien ausgetauscht, jetzt gelte es, einen Knopf an die Sache zu machen. Beisswenger verwies auf den städtebaulichen Wettbewerb zum Schulareal, auf Bewertungskriterien und auf die Bürgerbeteiligung. Eine Umfrage bei einer Bürgerversammlung Anfang April gab schließlich ein klares Votum für Seegaddel. Kein Wunder: Überwiegend Eltern und Erzieherinnen waren damals in den Bürgersaal gekommen. Sie fühlen sich im Seegaddel wohl und wollen nicht wechseln. Gegen den Standort Linzgauhalle machte außerdem die Feuerwehr Front.

Seegaddel ist jetzt gesetzt. Der Grunderwerb, der für einen Neubau notwendig wird, ist offenbar kein Problem. Mit den Eigentümern sei alles soweit besprochen, sodass in den nächsten Tagen Verträge gemacht werden können. Um die Ausschreibung eines Architektenwettbewerbs werde man angesichts des Umfangs des Bauvorhabens nicht herumkommen, sagte der Bürgermeister. Margot Rauber (CDU) hätte der Gemeinde die Kosten lieber erspart und gleich ortsansässige Architekten engagiert.

So richtig überzeugt, dass Seegaddel der ideale Standort ist, schien in der Sitzung keiner zu sein. Alexander Mohr (CDU) meinte nur, „ja wir stimmen zu“, man habe sich jetzt genug mit dem Thema beschäftigt. Die Grünen tendierten eher auf einen anderen Standort, wie Markus Böhlen sagte: „Aber wir können auch mit Seegaddel leben“, fügte er hinzu. Von der SPD war niemand anwesend. Richtig unglücklich mit der Entscheidung sind die Freien Wähler. Sie halten Seegaddel nur für die zweitbeste Lösung und votieren für den Standort Linzgauhalle. Die FWI hatte den städtebaulichen Wettbewerb zum Schulareal angestoßen. Die Ailinger Architeten Hildebrand und Schwarz legten dafür ein Konzept vor, das alle überzeugte. Es behinhaltet neben dem Neu- beziehungsweise Umbau der Schule, einer neue Sporthalle und einer Festhalle auch einen Kindergarten.

Durch eine Tiefgarage, die für die wegfallenden Parkplätze an der Linzgauhalle notwendig wäre, hätten sich die Baukosten für den Kindergarten erhöht. Diese Kosten reinzurechnen sei falsch gewesen, sagte Edwin Brügel. Langfristig komme man dort um eine Tiefgarage ohnehin nicht herum.

„Vertane Chance“

Andreas Graf (FWI) sprach von einer vertanen Chance. Er sieht die Gefahr, dass Linzgauhalle und Schule die Gemeinde überholen werde. „Dann stehen wird dort wieder am Anfang.“ Der Bau des Kindergartens hätte der erste Schritt für die Weiterentwicklung des Schulareals werden können, sagte Hubert Langenstein. Die Entscheidung für Seegadeel sei deshalb kurzzsichtig und nicht glücklich.

Nach der Abstimmung versuchte der Bürgermeister die Zweifler zu beruhigen. Er sehe durch die Entscheidung für Seegaddel die Chancen für die Neugestaltung des Schulareals eher wachsen.

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