Kindergarten auf dem Ruhbühl total verwüstet

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Ein Bild der Zerstörung hat sich einer Mitarbeiterin des Kindergartens im Ruhbühl geboten, als sie am Montagmorgen um 7.10 Uhr die Eingangstüre aufschloss. Das Wasser stand zentimeterhoch, Mobilar, Spielsachen, Teppiche, Betten, Turnbeutel und Kleindungsstücke der Kinder, nahezu das ganze Inventar war mit Farbe und Klebstoff beschmiert, teilweise auch demoliert. Die Polizei schätzt den Sachschaden auf zirka 50 000 Euro. Die Sanierung dürfte mehrere Wochen in Anspruch nehmen. Die Kinder werden bis zu den Sommerferien auf andere Einrichtungen verteilt.

Die Polizei kann sich noch keinen Reim auf diesen „beispiellosen Vandalismus“ machen, wie Markus Sauter vom Polizeipräsidium in Konstanz sagt. Fest steht bisher nur: Die Unbekannten hatten übers Wochenende eine Tür auf der Rückseite aufgehebelt und waren so in das eingeschossige Gebäude in der Gehrenbergstraße eingedrungen. Nachdem sie offenbar die Rolläden heruntergelassen hatten, gingen sie ans Werk und demolierten nicht nur das Mobiliar, Spielzeug und Einrichtungsgegenstände, sondern drehten auch auf der Toilette einen Wasserhahn auf, wodurch alle Räumlichkeiten am Montagmorgen mehrere Zentimeter unter Wasser standen. Ferner schrieben sie mit Edding-Stiften und Fingerfarben auf Türen, Fenster, Wände und Möbel obszöne Ausdrücke. Mitgehen ließen sie nichts. Sogar die 70 Cent, die auf einem Schreibtisch im Büro lagen, rührten sie nicht an. Sandra Flintrop, die Leiterin des Kindergartens, unterbrach ihren Urlaub und war geschockt. Bei dem Anblick des Chaos seien ihr fast die Tränen gekommen, sagt sie. Erst musste die Feuerwehr das Wasser abpumpen. Nachdem die Polizei Spuren gesichert hatte, ging’s zusammen mit Kolleginnen, Eltern und Mitarbeitern des Bauhofs ans Aufräumen. Nur ein kleines Häufchen Spiele konnten sie retten. Alles sei entweder durchnässt oder mit Klebstoff oder Reinigungsmittel beschmiert gewesen, sagt Flintrop. Auch die persönlichen Gegenstände der Kinder haben die Täter nicht verschont – „alles haben sie kaputt gemacht“. Mit Aufräumen und Putzen sei es nicht getan, wie sie gestern Abend nach einer weiteren Aufräumaktion ermattet sagte.

„Wir gehen davon aus, dass der Kindergarten vor den Sommerferien nicht mehr in Betrieb gehen kann“, sagte Bürgermeister Jürgen Beisswenger. Als er zum Tatort gerufen wurde, sei er schockiert gewesen. Ein solches Bild der Zerstörung sei ihm noch nie begegnet. Es habe zwar schon ähnliche Delikte gegeben, aber da seien die Täter auf Geld oder Wertsachen aus gewesen. „Hier haben sie einfach nur sinnlos gewütet und sich ausgetobt“, so Beisswenger, der von einem „gezielten Vandalismus“ spricht. Nicht nur Möbel, Kücheneinrichtung und Toiletten seien beschmiert worden, auch Spielsachen, Kaffee, Tee, Malzeug. Laptop und Monitore seien übers ganze Gebäude verteilt und teilweise mit Flüssigreiniger übergossen worden. Etwa 80 Prozent des Inventars seien nicht mehr zu gebrauchen.

Wasserschaden ist gravierend

Weil es sich um ein Gebäude in Holzständerbauweise handelt, sei davon auszugehen, dass die Wasserschäden gravierend seien. „Wir müssen erst einmal Sachverständige hinzuziehen, das ganze Haus trockenlegen und dann sanieren. Die Wiederbeschaffung des Inventars und die Klärung mit der Versicherung werde auch einige Zeit in Anspruch nehmen. „Wenn alles gut geht, können die Kinder nach den Sommerferien Ende August/Anfang September wieder einziehen. So lange werden wir sie auf die vier anderen Kindertageseinrichtungen verteilen“, sagt Beisswenger. Er hoffe, dass die Polizei die Tat aufklären und die Täter zur Rechenschaft ziehen kann.

Die Polizei bittet um Hinweise: Wer in der Zeit von Samstag, 14 Uhr bis Montag, 7.10 Uhr, Verdächtiges bei dem Kindergarten in der Gehrenbergstraße beobachtet hat oder sonst sachdienliche Hinweise geben kann, wird gebeten, sich beim Polizeiposten Immenstaad, Tel. 07545 / 17 00, zu melden.

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