Jubiläum und Abschied zugleich

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Beim Frühstück ins Gespräch kommen: Am Mittwoch findet das letzte Treffen der Gruppe statt.
Beim Frühstück ins Gespräch kommen: Am Mittwoch findet das letzte Treffen der Gruppe statt. (Foto: HKE)
Heidi Keller

Im April 2008 hat alles angefangen – am Mittwoch, 11. April, trifft sich die „Interkulturelle Frauengruppe“ zum zehnjährigen Jubiläum und lädt deshalb zum Abschieds-Frühstück um 9 Uhr ins evangelische Gemeindehaus in der Adlerstraße ein. Allerdings wohl zum letzten Mal.

Inzwischen sind es nahezu 100 monatliche Frühstückstreffen, zu denen sich zugezogene Frauen aus aller Welt mit Frauen aus der Seegemeinde getroffen haben, um sich gegenseitig persönlich und die jeweils anderen Lebensweisen kennenzulernen. Jedes Treffen hatte ein anderes Thema – immer wieder die Vorstellung der Heimatländer der Frauen, aber auch gemeinsame kreative Aktionen, Vorträge zu Gesundheit und Ernährung oder zu Literatur und Kunst sowie gelegentliche gemeinsame Ausflüge. Auch die Feste mit den Familien im Sommer oder zur Adventszeit waren beliebte Veranstaltungen. Unzählige Frauen verschiedenen Alters ließen sich in diesen zehn Jahren ansprechen.

Das gegenseitige Kennenlernen und der offene, respektvolle Umgang miteinander wird bis heute gerne angenommen. Auch das Organisationsteam – etwa sechs bis zehn Frauen – war multikulturell zusammengesetzt. Im Team arbeiten Frauen aus Mexiko, Indien, Japan, USA, Litauen und den Niederlanden zusammen mit den deutschen Frauen. Eine herzliche Gemeinschaft ist entstanden, bereichernd für Teilnehmerinnen und Organisatorinnen.

Unterstützung für den Start

Gegründet hat die „Interkulturelle Frauengruppe“ Martha Friedrich aufgrund ihrer eigenen Erfahrung in drei Jahren Entwicklungshilfe zusammen mit ihrem Mann Heinz in Nepal. „Wir waren nicht gut vorbereitet auf die fremde Kultur. Ein Sprachkurs alleine reicht da auf keinen Fall“, erinnert sie sich heute noch. Zurück am See stellte sie fest, dass auch hier viele Frauen mit internationalen Wurzeln einen Anlaufpunkt bräuchten, um sich zu treffen. Zusammen mit Antonietta Leidorf, Neelima Ghandhbir, Karen Holm-Jäntsch, Shamila Bodenmiller und einigen anderen war der Anfang schnell gemacht. Im Gemeindehaus der evangelischen Kirchengemeinde konnten die Frühstückstreffen regelmäßig stattfinden.

„Obwohl es dem Vorbereitungsteam schwer fällt, möchten wir dieses Angebot jetzt, nach zehn Jahren, aus verschiedenen persönlichen Gründen beenden“, bedauert die Initiatorin der Frauengruppe, Martha Friedrich, selbst. „Wenn sich aber jemand findet, der das beliebte Angebot weiterbetreiben möchte, stehen wir gerne mit unserem Rat und unserer Erfahrung zur Verfügung. Wir hatten immer viel Spaß miteinander.“ Einen kleinen Funken Hoffnung gibt es da wohl noch.

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