Immenstaader Ortseingang bekommt neues Gesicht

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Die neue Immenstaader Ortsschilder (rechts) bestehen aus einer roten und aus einer blauen Stele, dazu kommen die beiden dezent g
Die neue Immenstaader Ortsschilder (rechts) bestehen aus einer roten und aus einer blauen Stele, dazu kommen die beiden dezent gehaltenen großen Segel, links die kleine Lösung für den Ortsteil Kippenhausen mit einer Zusatzfläche für Veranstaltungsan (Foto: Lehne Design)
Schwäbische Zeitung

Die Ortseingänge von Immenstaad und Kippenhausen schmücken bald neue Schilder in modernem Design. Der Gemeinderat hat am Montagabend grünes Licht für die Investition von rund 100 000 Euro gegeben. Aufgrund der schwierigen Haushaltslage äußerten jedoch die Freien Wählern Bedenken und den Wunsch, die Anschaffung zu verschieben. Wie bereits berichtet muss Immenstaad im nächsten Haushalt mit deutlich weniger Einnahmen an Gewerbesteuer auskommen.

„Wir wollen die Ortsbeschilderung auf eine moderne Linie bringen“, sagte Jürgen Beisswenger am Montagabend in seiner letzten Gemeinderatssitzung als Bürgermeister. Die beiden großen Segel sollen das Logo weiterhin prägen, aber in „modernisierter Form“. Sie sind jetzt nicht mehr knallgelb und -rot, sondern in einem dezenten Weißton gehalten.

Schon seit März 2015 beschäftigt sich der Immenstaader Gemeinderat mit dem Thema Ortsbeschilderung. Zunächst wurde ein Konzept für die Ortseingänge entwickelt, in einem zweiten Schritt soll auch die innerörtliche Beschilderung an das Gestaltungskonzept angepasst werden. Im Lauf des Jahres 2016 wurden die Entwürfe der Firma Lehne Design aus Kressbronn im Gemeinderat gebilligt. Weil von der Baumaßnahme Bundes- und Landstraßen sowie Privatgrundstücke betroffen sind, mussten zunächst baurechtliche Fragen geklärt werden. Dies hat laut Gemeinde rund ein Jahr in Anspruch genommen. Jetzt habe man das Okay diesbezüglich bekommen, sagte Beisswenger. Nach der Entscheidung im Gemeinderat sollen die Schilder bereits zum Beginn der Tourismussaison 2018 fertig sein.

Das Projekt umfasst zwei große Schilder jeweils an den Ortseingängen Ost und West von Immenstaad. Dazu kommt jeweils eine Veranstaltungsstele, die etwa vier Meter nach hinten versetzt aufgestellt wird, und drei kleinere Schilder an den Ortseingängen von Kippenhausen. Vom Design unterscheiden sich die neuen Schilder vor allem durch die großen weißen Segel, auch die Basistafeln haben haben mit Kaminrot und Viollettblau neue Farben bekommen. „Etwas dezenter und modern“, wie der Designer Bernd Lehne im Gemeinderat sagte. Alle Schilder ersetzen die bisherigen Tafeln, die aus dem Jahr 1992 stammen. In Kippenhausen handelte es sich dabei um Holztafeln, die laut Verwaltung mittlerweile auch baufällig geworden sind. Die großen Schilder in Immenstaad sind außerdem mit einigen Lichteffekten ausgestattet. Auch die Bepflanzung rund um das neue Ortseingangsschild soll erneuert und an die Natur am Bodenseeufer angelehnt sein. „Wir wollen den See an die Straße holen“, sagte Bernd Lehne.

Für Kippenhausen begnüge man sich mit „der kleinen Lösung“ ohne Licht wie Lehne sagte. An dem Schild ist außerdem eine Fläche angebracht, auf der Veranstaltungen wie das Dorffest angekündigt werden können. „Deutlich erkennbar ist die Verwandtschaft zur großen Lösung“, sagte Lehne.

Trotz der schwierigen Einnahmesituation solle man jetzt einen Knopf dranmachen an das Thema, sagte Jürgen Beißwenger und die Ampel auf Grün stellen. „Es ist notwendig, dass wir uns an diesem Punkt weiterentwickeln.“ Bedenken hatten vor allem die Freien Wähler Immenstaad aufgrund der drastisch sinkenden Gewerbesteuereinnahmen. Daher sei es „ein Gebot der Vernunft“, die Investition zu verschieben, sagte Kurt Reichle. Nach der Rekordeinnahme von 8,6 Millionen Euro aus der Gewerbesteuer 2016 muss Immenstaad in diesem Jahr ganz ohne Gewerbesteuer auskommen.

Zehn Räte stimmen zu

Martin Gommeringer von den Grünen meinte, man solle die Maßnahme jetzt „trotzdem durchziehen“, schließlich seien die Schilder wichtig für das Erscheinungsbild der Gemeinde, die Schilder in Kippenhausen seien außerdem in einem desolaten Zustand. Die „komplette Unterstützung für das Projekt“ gab es von der CDU, wie Margot Rauber betonte. „Wir dürfen jetzt nicht stehen bleiben“, sagte Rauber auch bezüglich anderer Gemeinden am See. Durch die neue Beschilderung entstehe für den gesamten Ort ein verbessertes Erscheinungsbild. Außerdem betonte sie, dass die Einnahmen der Gemeinde aus dem Tourismus zuletzt immer gleichbleibend oder steigend gewesen seien. „100 000 Euro können wir stemmen“, sagte Rauber. Mit zehn Befürwortern, bei sechs Gegenstimmen von den FWI, sowie einer Enthaltung, wurde die Anschaffung der Ortseingangschilder für Gesamtkosten von 101 195 Euro am Ende beschlossen.

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