Immenstaader Gemeinderäte geben Geothermie grünes Licht

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Auf dem öffentlichen Spielplatz wird der neue Baukörper für die Kindertagesstätte Seegaddel entstehen, und es wird gebohrt für
Auf dem öffentlichen Spielplatz wird der neue Baukörper für die Kindertagesstätte Seegaddel entstehen, und es wird gebohrt für die Erdwärmesonden für die Geothermie. Für dieses Energiekonzept hat sich der Gemeinderat am Montagabend einstimmig en

Überraschend einmütig hat der Gemeinderat in seiner Sitzung am Montagabend über das Energiekonzept für die neue Kindertagesstätte Seegaddel entschieden: Einstimmig beschlossen wurde der Einsatz von Geothermie für die Wärmeerzeugung.

Für die Stromerzeugung soll eine Photovoltaikanlage aufs Dach. Leistung: 20 Kilowatt Peak ohne Batteriespeicher. Ein Standplatz für einen Batteriespeicher im Falle einer Nachrüstung und die nötigen Leerrohre werden allerdings bereits eingeplant.

Mit der Entscheidung für die Geothermie ist der Gemeinderat nicht der Empfehlung der Verwaltung gefolgt, die die günstigere Variante – eine Gastherme mit Biogas – vorgeschlagen hatte. Ebenfalls einstimmig votierte der Gemeinderat aber für die Planung und Kostenberechnung für die neue, sechsgruppige Kindertagesstätte. Zuvor hatten Architektin Silvia Mozer vom Planungsbüro Baechlemeid aus Konstanz und Ortsbaumeister Uli Kohler die Planung ausführlich präsentiert.

Nach dem Beschluss der Bebauungsplanänderung im Oktober 2017 für den Neubau hätten sich in den vergangenen Monaten die Architekten mit Verwaltung, Fachplanern, Behörden und Kindergarten „intensiv auseinandergesetzt“, so Bürgermeister Johannes Henne. Der Grund: Sie wollten den umfangreichen Anforderungen an eine moderne Kita gerecht werden. „Ich denke, wir haben jetzt eine gute Planung, die wir auch kostenmäßig vertreten können“, sagte der Schultes.

Ortsbaumeister Uli Kohler informierte, dass man 187,5 Quadratmeter mehr Fläche bebaue, als in den Vorgaben des Kommunalverbands für Jugend und Soziales Baden-Württemberg (KVJS) vorgesehen – insgesamt 1328 Quadratmeter – aus mehreren Gründen. Architektin Silvia Mozer erklärte, dass sich an der Kubatur des Gebäudes und am Erdgeschoss nichts ändere. Neu sei, dass man für jeweils zwei Gruppen einen gemeinsamen Sanitärraum vorsehe – mehr als im Gesetz. Zusätzlich wird es einen Ausweichraum für Eltern und Stillarbeit sowie mehr offenen Raum für Begegnung und Personal geben. Außerdem würde im Obergeschoss laut Fachplanern 42 Quadratmeter mehr Raum für Technik benötigt. Dennoch sei es mit Rücksicht auf die Anwohner gelungen, das Gebäude so niedrig wie möglich zu halten. Auch im Abstand zu den Nachbarn gibt’s eine Änderung: Statt 2,50 Metern steht das Gebäude nun sogar 3,90 Meter von den Anliegern weg.

Bei der Kostenschätzung, so Mozer, kämen Kosten für eine Tiefengründung hinzu, die inzwischen durch die Statiker errechnet worden sei. Insgesamt betragen die Kosten 5 395 291 Euro.

Kohler erläuterte ausführlich die Wirtschaftlichkeitsberechnungen für mehrere Varianten der Wärme- und Stromversorgung. Alexander Mohr (CDU) sprach sich trotz Mehrkosten von rund 84 000 Euro für das Erdwärmekonzept aus, um sich vom Energiemarkt unabhängig zu machen und beim CO-Ausstoß als Vorbild voranzugehen. Strom für die Wärmepumpenanlage wird durch Photovoltaik auf dem Dach erzeugt. Schnell schlossen sich auch die Grünen und die FWI der Argumentation an. Die Mehrkosten würden sich bei einer Nutzung von rund 50 Jahren schnell amortisieren, und selbst Biogas sei umstritten. Am Ende verlief die Abstimmung für die vorgestellte Planung einstimmig.

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