Im Bodenseekreis stehen etwa 40 illegale Container

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Neun solche Container stehen im Gemeindegebiet Immenstaad. (Foto: hke)
Heidi Keller

Auf Immenstaader Gemeindegebiet stehen derzeit neun illegal aufgestellte Sammelcontainer für Kleidung und Schuhe, wie Hauptamtsleiter Michael Haase in der Ratssitzung in Immenstaad am Montagabend mitteilte. Dies sei ein immer wiederkehrendes Ärgernis. Sein Rat: Wer für soziale Zwecke Kleider spenden will, sollte sich an bekannte Institutionen halten.

Nur weil die auf den Containern benannte Betreiberfirma nicht erreichbar war, war es Haase rechtlich möglich, die illegal aufgestellten Behälter im Sofortvollzug entfernen zu lassen. Um derartige Container aufstellen zu dürfen, müsse entweder eine Sammelerlaubnis des Landkreises oder die Erlaubnis zur Aufstellung im Straßenraum durch die Gemeinde vorliegen. Beides sei nicht der Fall gewesen, so Haase. Dreisterweise befinde sich auf diesen Containern oft auch noch ein Aufkleber, der diese Genehmigung vortäusche. „Es handelt sich hier um reine Gewinnerzielung, keinesfalls um einen sozialen Zweck.“

Der Pressesprecher des Bodenseekreises Robert Schwarz bestätigt die Situation: „Es gibt etwa 40 illegale Container im gesamten Bodenseekreis im Moment.“ Das Vorgehen sei stets das Gleiche. Diese dubiosen Firmen seien in professionelle Netzwerke verstrickt, wechselten ständig ihre Namen, und arbeiteten bundesweit – vermutlich sogar international. „Das ist wie ein Katz und Maus-Spiel“, so Schwarz.

300 bis 500 Euro Profit

Ein voller Container bringe den Betreibern etwa 300 bis 500 Euro, ein lukratives Geschäft also. Die Unternehmen spielten auf Zeit und versuchten, die Container durch Ausnutzung des Verwaltungsweges möglichst lange stehen zu lassen.

Die Behörden sind gesetzlich dazun verpflichtet, den Betreibern eine Frist zur Entfernung der Container einzuräumen. Schließlich kann auch ein Bußgeld verhängt werden. Dagegen legen diese Firmen dann aber Widerspruch ein, sodass die Sammelbehälter am Ende doch einige Wochen stehen bleiben.

„Es ist höchst bedauerlich, dass durch diese Firmen den richtigen sozialen Institutionen – etwa dem DRK, den Maltesern, den Johannitern oder der Caritas – ihre Einnahmen vorenthalten werden“, erklärt Schwarz. Hinzu komme, dass die Behälter oft auch auf Privatgrundstücken abgestellt werden, etwa am Rand von Parkplätzen von Supermärkten oder auf Brachland. Dann müssten sich deren Eigentümer mit diesen Unternehmen herumschlagen. „Das Umweltamt des Landratsamts kann da gerne beraten.“

Hauptamtsleiter Haase ist schon gespannt, wann sich die Eigentümer der in Immenstaad entfernten, herrenlosen Container melden. Auch dann habe er eine Handhabe: „Nur gegen den Nachweis, wer der Eigentümer ist und wo die Behälter aufgestellt waren, kann ich die Sammelbehälter wieder herausgeben und einen Kostenersatz für das Abräumen einfordern.“

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