Geistliche Chormusik aus drei Jahrhunderten in St. Jodokus Immenstaad

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Nikolaus Henseler probt im Bildungszentrum in Markdorf mit der Camerata Serena das Passionskonzert. (Foto: Helmut Voith)
Christel Voith

In intensiven Proben bereitet derzeit die Camerata Serena ihr Passionskonzert vor. Zum ersten Mal wird das Vokalensemble unter der Leitung von Nikolaus Henseler bei dieser Gelegenheit in der Immenstaader Konzertreihe in St. Jodokus auftreten, am Palmsonntag, 13. April um 20 Uhr. Tags zuvor gibt es eine Aufführung in der Aula des Salem College in Überlingen.

Dass Henseler für die Camerata Serena ebenso wie Musikdirektor Joachim Trost für den Philharmonischen Chor Friedrichshafen in diesem Jahr Mozarts Requiem d-Moll KV 626 ausgewählt hat, sehen beide Chorleiter gar nicht tragisch. Beide haben das Requiem ganz unterschiedlich in ihr Programm eingebettet, so dass Musikliebhaber das großartige Werk am besten an zwei Sonntagen hintereinander – erst in Ailingen, dann in Immenstaad – genießen.

Nikolaus Henseler freut sich, dass er für das Orchester wieder Studenten der Musikhochschule Trossingen gewinnen konnte, auch seine Solisten sind allesamt Master-Studenten und –Absolventen.

Achtstimmiger A-cappella-Chor

Der Eingangschoral „Jesus bleibet meine Freude“ aus der Kantate BWV 147 von Johann Sebastian Bach mit der tröstlichen Botschaft „Jesus wehret allem Leide, er ist meines Lebens Kraft“ sei zugleich Motto für das Konzert. Während der Bach-Choral von Streichern begleitet wird, folgt dann ein achtstimmiger A-cappella-Chor: die Trauermotette „Wie liegt die Stadt so wüst“. Der Text der Motette, die Rudolf Mauersberger am Karsamstag 1945 unter dem Eindruck der Zerstörung Dresdens schrieb, stammt aus den Klageliedern Jeremiae in der Übersetzung von Martin Luther und endet mit dem verzweifelten Ausruf: „Ach Herr, siehe an mein Elend.“ Mit dem ebenso stimmungsvollen wie tragischen Werk gedenkt Henseler auch der Zerstörung Friedrichshafens vor 70 Jahren.

Mozarts Requiem nennt er eines der herbsten Requiems, da es mehr die Schrecken des Todes als die Erlösung im Auge habe. Gesungen wird die Süßmayr-Fassung.

Bei der samstäglichen Zusatzprobe im Bildungszentrum Markdorf waren bereits große Teile daraus zu hören. Noch wurde an der rhythmischen Präzision gefeilt, gerade im dramatischen „Dies irae“, doch der mehr als 40 Sänger umfassende, sehr kultivierte Projektchor verspricht wieder ein nachhaltiges musikalisches Erlebnis.

Konzerttermine sind am 12. April, 20 Uhr, in der Aula des Salem College in Überlingen und am 13. April, 20 Uhr, in St. Jodok Immen-staad.

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