Gästekarte: Immenstaad führt Zwischenlösung ein

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Der Immenstaader Gemeinderat stimmt dafür, noch einmal das Gespräch mit dem Bodenseeteam zu suchen.
Der Immenstaader Gemeinderat stimmt dafür, noch einmal das Gespräch mit dem Bodenseeteam zu suchen. (Foto: www.gerhardkassner.de)
Schwäbische Zeitung
Heidi Keller

Zum Thema Interims-Gästekarte für Immenstaad für 2017 hat sich am Montagabend im Immenstaader Gemeinderat eine engagierte Diskussion entwickelt. Noch einmal kollidierten die Meinungen zur Echt-Bodensee-Card (EBC), der Bodensee-Teamcard und den lokalen Interimslösungen für das kommende Jahr.

Die Leiterin der Tourist--Information, Ute Stegmann, stellte dem Gremium die Zwischenlösung der Immenstaader Gästekarte für 2017 mit überwiegend lokalen Vergünstigungen für die Feriengäste vor. Es sei von Beginn an beschlossen und kommuniziert worden, dass mit der Einführung der Echt-Bodensee-Card (EBC) 2017 die Bodensee-Teamcard entfalle. Dadurch sei diese Interimslösung notwendig. Auch wenn Immenstaad entschieden habe, nicht an der Pilotphase der EBC teilzunehmen. Die anderen Gemeinden des Bodenseeteams böten ebenfalls eigene lokale Lösungen an – Hagnau, Meersburg, Uhldingen-Mühlhofen, Überlingen, Stockach und die Orte der Region Bodensee-Linzgau. Neben der Bodensee-Erlebniskarte und der EBC auch noch die Karte des Bodenseeteams weiter anzubieten, sei für ein erfolgreiches Destinationsmarketing mit einheitlichen Strukturen nicht zielführend. Das Bodenseeteam habe sich die Entscheidung nicht leicht gemacht, Für und Wider abgewogen, zuletzt aber mehrheitlich für die Auflösung gestimmt.

Helga Bauer, FWI, griff Bürgermeister und Tourist-Information an: Die Bodenseeteamcard sei von sieben Bürgermeistern ohne Grund abgeschafft worden. Andreas Graf, FWI, ergänzte, die Freien Wähler seien nicht grundsätzlich gegen die EBC mit freiem öffentlichem Nahverkehr, nur gegen die unausgereifte Art und Weise der Einführung.

Auch Stefan Siebenhaller, CDU, hatte kein Verständnis für den Wegfall der Bodensee-Teamcard, zumal sich die Einführung der EBC bis 2018 hinziehen werde. Kurt Reichle, FWI, kritisierte, dass in anderen Gemeinden die Räte nicht einmal über den Wegfall informiert worden seien.

Hubert Langenstein, FWI, bezeichnete es als „fast unverschämt, die Gäste 2017 so ins kalte Wasser zu werfen“. Beisswenger und Stegmann hätten noch einmal mit den sieben Gemeinden sprechen und sie zu einer Einigung führen müssen.

Beisswenger glaubte nicht, dass man in der Lage sei, die anderen Gemeinden zu reaktivieren, weil alle wie vereinbart von der Auflösung der Bodensee-Teamcard ausgegangen seien.

„Die Region braucht die Karte“

Martin Gomeringer, Grüne, betonte, dass die Grünen die EBC von Anfang an unterstützt hätten. Jetzt sei das passiert, was keiner wollte, dass nur ein Bruchteil der Gemeinden dabei sei. „Die Region leidet unter dem Verkehr. Die Region braucht die Karte“, brachte es Markus Böhlen, Grüne, auf den Punkt.

Margot Rauber, CDU, sagte, die Touristiker wollten die EBC, bezeichnete es aber als „fatalen Fehler“, dass die großen Destinationen bei der EBC nicht beteiligt seien. Ute Stegmann habe sich nun um eine gute Zwischenlösung für die Gäste bemüht.

Hubert Langenstein, FWI, kritisierte Landrat Wölfle, er habe selbst einen zu harschen Ton angeschlagen in seiner Kritik an der Immenstaader Entscheidung. „Der große Widerstand gegen die EBC hätte dazu führen müssen, dass man sich noch einmal an den Tisch setzt und gemeinsam Lösungen sucht.“

Eine Chance für die EBC

Bürgermeister Beisswenger bat darum, der EBC eine Chance zu geben. Dazu sei die Pilotphase da. Es sei viel nachgearbeitet worden in den letzten Monaten.

Die FWI stellte den Antrag, noch einmal das Gespräch mit den Gemeinden des Bodenseeteams zu suchen zur Beibehaltung der Bodenseeteamcard. Stegmann gab zu bedenken, „die Bodensee-Teamcard kann keinen Stich machen gegenüber der EBC“.

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