Frühstückstreffen zwischen Wehmut und Hoffnung

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Michael Tschek

Fast auf den Tag genau vor zehn Jahren hat Martha Friedrich den Interkulturellen Frauentreff in Immenstaad ins Leben gerufen. Am Mittwochvormittag ist das vermutlich letzte Frühstückstreffen im evangelischen Gemeindehaus mit viel Wehmut begleitet worden. Doch es gibt noch Hoffnung, denn Brigitte Gmelin-Souchon hat sich bereit erklärt, den Frauentreff fortzuführen – allerdings nur wenn sie mindestens vier Mitstreiterinnen findet.

„Weine nicht, wenn es vorbei ist, sondern lächle, weil es schön war“, dieser Leitgedanke stand geschrieben auf einem der liebevoll gedeckten Tische im evangelischen Gemeindehaus. Viele Frauen, aber auch ein paar Männer waren gekommen, um zum einen das zehnjährige Jubiläum vom interkulturellen Frauentreff zu feiern, aber auch gleichzeitig von ihm Abschied zu nehmen.

„Multikulti-Frühstück“

So multikulti wie sich der Frauentreff zusammensetzt – inzwischen sind die meisten schon „alteingesessene Immenstader“ geworden – so multikulti war auch das Angebot am Frühstücksbuffet. Tiropita, ein knuspriger Teig mit Käsefüllung, Russischer Salat, gefüllte Eier mit Hering, Spanakopita, eine griechische Spezialität bestehend aus einem Teig mit Spinat- und Fetafüllung, Muffins und knusprige Brötchen, die nach Lust und Laune mit Wurst oder Käse belegt werden konnten, die Frauen hatten sich alle Mühe gegeben und ein tolles Buffet zusammengestellt.

Am Klavier begleitete musikalisch Musiklehrerin und Organistin in der evangelischen Kirche Gabriele Pietsch das Frühstück, das sich im Laufe des Vormittags eigentlich schon zu einem Brunch entwickelt hatte.

„Einmal muss für mich Schluss sein“, meinte Martha Friedrich, die jetzt 81-jährig vor zehn Jahren den interkulturellen Frauentreff ins Leben gerufen hatte (die SZ berichtete). Ihre gesammelten Einladungsflyer sowie eine Powerpoint-Präsentation, die nebenher lief erinnerten an nahezu 100 Frühstückstreffen.

An die Kirchgemeinderatsvorsitzende Angelika Eckstein gerichtet sagte sie: „Ich bedanke mich auch im Namen meines Teams bei der evangelischen Kirchengemeinde, die über diese zehn Jahre das Gemeindehaus kostenlos zur Verfügung gestellt hat“. Obwohl es schwer falle, werde der Treff aus verschiedenen persönlichen Gründen jetzt beendet, bedauerte sie. Aber dann tat sich in der Person von Brigitte Gmelin-Souchon dann doch noch ein Hoffnungsschimmer auf. „Es wäre schade, wenn dieses tolle Miteinander einfach so verschwinden würde“, meinte sie. Vorausgesetzt, sie finde mindestens vier Mithelferinnen würde sie sich bereit erklären, diesen Frauentreff weiter am Leben zu erhalten.

Spontan konnte sie allerdings keine Bereitwilligen finden, aber vielleicht denkt die eine oder andere Frau aber auch Mann darüber nach, geht in sich und schließt sich, auch nach Rücksprache in ihren Familien, Brigitte Gmelin-Souchon an.

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