Extremsportler und Feuerwehrmann will einen neuen Rekord aufstellen

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 Kai Eichler trainiert in Feuerwehrschutzkleidung im Treppenhaus bei seinem Arbeitgeber MTU.
Kai Eichler trainiert in Feuerwehrschutzkleidung im Treppenhaus bei seinem Arbeitgeber MTU. (Foto: HKE)
Heidi Keller

Nach fünf verschiedenen Weltrekorden in Schutzkleidung samt Atemgerät in den vergangenen Jahren will Kai Eichler jetzt einen weiteren Weltrekord aufstellen: diesmal einen Treppenmarathon in voller Feuerwehrschutzkleidung.

Unter anderem ging der Feuerwehrmann 2016 ins Guinessbuch der Rekorde ein für den „schnellsten 100-Kilometer-Marsch in Feuerwehr-Schutzkleidung“. Im Frühjahr dieses Jahres erhielt Eichler eine Auszeichnung für seinen „689-Kilometer-Marsch nach Berlin“. Ende Februar unterstützte der Sportler den Verein „BerlinBrennt“ von Berliner Feuerwehr-Kameraden und sammelte dabei noch reichlich Spenden für soziale Projekte ein.

Jetzt trainiert der Ultramarathonläufer bereits für eine neue Herausforderung: Nicht in der Ebene, sondern im Treppenhaus an seinem Arbeitsplatz auf dem MTU-Werksgelände im Werk 1 absolviert Eichler in den nächsten Wochen seine Trainingseinheiten. Sein Arbeitgeber unterstütze ihn bei dieser Aktion wieder voll und ganz, sagt Eichler.

Interessierte können beim Weltrekordversuch dabei sein 

Ziel ist ein neuer Weltrekord in voller Feuerwehr-Montur – mit Feuerwehrstiefeln, Schutzbekleidung, Gurt und Atemschutzflasche – insgesamt rund 35 Kilo zusätzliches Gewicht. „Ich werde vom 19. Oktober um 10 Uhr bis zum 20. Oktober um 10 Uhr 24 Stunden lang in kompletter Feuerwehrschutzbekleidung Treppen steigen“, sagt er. Etliche Tausend Höhenmeter kommen dabei zusammen.

Der Weltrekordversuch wird öffentlich stattfinden. Das Treppenhaus sei an diesem Tag öffentlich zugänglich. „Wer Interesse hat, kann an diesem Tag vorbeikommen und mir beim Treppensteigen zuschauen, mitzählen oder mich ein Stück begleiten.“

Eichler läuft für ein soziales Projekt

Zudem wird der Weltrekordversuch nach den Regeln des Rekordinstituts für Deutschland (RID) durchgeführt. Dieses Institut prüft Weltrekorde im deutschsprachigen Raum. Eichler läuft aber auch wieder für ein soziales Projekt – als Pate für Amalie, den ambulanten Kinderhospizdienst Friedrichshafen. „Der Effekt mit der Schutzkleidung ist einfach größer. Man kommt mit den Leuten darüber ins Gespräch und kann sie so besser für die Projekte interessieren.“ Eichler ist nicht nur hauptamtlich bei der Werksfeuerwehr von Rolls-Royce Power Systems tätig, sondern auch noch ehrenamtlich bei der Freiwilligen Feuerwehr Immenstaad.

Das Treppensteigen hat er vor Jahren bereits ohne Feuerwehrschutzkleidung ausprobiert – beim Mount-Everest-Treppen-Marathon in Radebeul bei Dresden. 8848 Höhenmeter waren es damals. Das Training für den sportlichen Versuch im Oktober absolviert Eichler derzeit sowohl drinnen als auch draußen. „Das hängt von den Temperaturen ab. Die Treppenhäuser sind bei Sommerhitze selbstverständlich viel zu sehr aufgeheizt. Dann laufe ich stattdessen im Freien.“

Die Trainingsleistung wird nach und nach gesteigert. „Aber die 24 Stunden kann man nicht im Voraus trainieren. Die laufe ich tatsächlich nur am Tag des Weltrekordversuchs im Oktober.“

Beim Training wird der Kreislauf überwacht. „Aber auch der Flüssigkeitshaushalt ist wichtig“, sagt der erfahrene Marathonläufer. Zumal die Feuerwehrschutzkleidung nicht atmungsaktiv ist – das soll sie für ihren eigentlichen Zweck auch nicht sein. Das heißt, bei diesem Extremsport wird noch mehr geschwitzt als im üblichen Sportdress. „Diesen Weltrekordversuch hat vor mir noch niemand ausprobiert“, sagt Eichler in freudiger Erwartung.

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