Eine Kult-Veranstaltung feiert Jubiläum

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Die Do X Memorial Band hat sich für die 30. Jazz-Night in Immenstaad wieder ein abwechslungsreiches Programm vorbereitet.
Die Do X Memorial Band hat sich für die 30. Jazz-Night in Immenstaad wieder ein abwechslungsreiches Programm vorbereitet. (Foto: Do X Memorial Band)
Schwäbische Zeitung

Eine Kult-Veranstaltung feiert bald ein kleines Jubiläum: Zur 30. Immenstaader Jazz-Night laden am Freitag, 20. April, die Do X Memorial Band und der Heimatverein ein. Für die Jubiläums-Jazz-Night hat die Band unter der Leitung von Hartmut Heinzelmann ein feines Programm einstudiert. Wie immer gibt es für die Jazz-Freunde auch jede Menge musikalische Überraschungen an diesem Abend.

„Die erste Jazz-Night 1989 stieg noch in der Dornier-Kantine“, erinnert sich Thilo Nacke von der Do X Memorial Band, die einst als Firmenkombo gegründet wurde. Viele Dornier-Mitarbeiter waren damals wie heute im Immenstaader Heimatverein engagiert und wollten zusammen mit der Band etwas auf die Beine stellen. Vor allem dem bereits verstorbenen Dieter Hallmanns sei es zu verdanken, dass die Jazz-Night schließlich zustande kam, sagt Thilo Nacke. Neben dem Saxophonisten Nacke waren auch Dieter Kaistra (Posaune) und Werner Lautenbach (Gitarre) schon bei der ersten Jazz-Night dabei. Alle drei sind Gründungsmitglieder der Band.

Winzerkeller und Bürgersaal

Nach dem erfolgreichen Start zog man mit der Jazz-Night im zweiten Jahr in den Winzerkeller in Immenstaad um. Mittlerweile findet der Konzertabend im Bürgersaal des Rathauses statt, den man besser bestuhlen kann. Für Thilo Nacke ist er das „Wohnzimmer“ der Gemeinde. Für die die Bewirtung rund um die kleinen Stehtische sorgt traditionell der Heimatverein mit dem Vorsitzenden Reinhard König und seinem Team. Rund 200 Gäste passen in den Saal, es gibt keinen Vorverkauf, dementsprechend lang werden die Schlangen an der Abendkasse wieder sein. Los geht’s um 19.30 Uhr.

Zentraler Bestandteil des Jazz-Abends ist zwar immer die Do X Memorial Band in verschiedenen kleineren Besetzungen, aber Bandleader Hartmut Heinzelmann lädt jedes Jahr hochkarätige Gastmusiker oder sogar ganze Bands zur Unterstützung ein. So entsteht jeweils ein einzigartiger Musik-Mix, „die Leute wollen nicht den ganzen Abend Big-Band-Musik hören“, sagt Nacke. „Interessanterweise sind einige der heute deutschlandweit besonders angesagten Jazz-Größen schon in ganz jungen Jahren in Immenstaad auf der Bühne gestanden, wie zum Beispiel Jürgen Hagenlocher (Saxophon), Hans-Peter Ockert (Trompete) oder Jens Loh (Bass).“ Unvergessen seien die Gast-Auftritte von bekannten Jazzern wie Ack van Rooyen (Flügelhorn), Klaus Graf (Saxophon), Claus Reichstaller (Trompete), Ernst Hutter (Posaune), Michael Schriefl (Trompete), Olaf Polziehn (Posaune), Veit Hübner (Bass), Christian Meyers (Trompete) oder dem Cécil Verny Quartet gewesen.

„Mit einigen Programmpunkten vergangener Jazz-Nights konnten Trends gesetzt werden, die als Vorlage für besonders abwechslungsreiche Big-Band-Konzerte herhalten“, sagt Nacke weiter. Die Wechselbeziehung von A-Capella-Gesang und facettenreichem Bläsersound oder die Arrangements für Big Band und Solo-Violine seien richtungsweisende Beispiele, ebenso die letztjährige Jazz-Night mit der Show-Einlage der Lindy-Hop-Tänzer sei Beleg für ein gutes Näschen der Veranstalter.

Auch für den Jubiläumsabend verspricht Nacke ein tolles Programm: „Mit dem packenden Groove der Rhythmusgruppe um Drummer Harry Weishaupt können sich die Bläsersätze bei Swing, Latin, Funk und Raggae nach Herzenslust austoben.“ Die Posaunen zeigten bei „The Four of Us“ wie der Staffelstab der Improvisation durch den ganzen Satz gereicht wird. „Elegant und mit der Nonchalance eines Vollblutmusikers interpretiert Franz Monschau am Tenorsaxophon „A Song For You“ und bei „Steampunk“ mit dem Solisten Werner Lautenbach an der Gitarre kommen auch die Freunde von Heavy-Metal-Jazz auf ihre Kosten.“

Frontfrau Dagmar Egger höre man gleich mehrfach. Im Sologesang, wenn sie der Big Band den Sound im Stile von Ella Fitzgerald einhauche. Aber sie bringt noch weitere Frauenpower mit auf die Bühne. „Es sind die „Kerzlen“ auf der „Sahnetorte“ zur Jubiläums-Jazz-Night“, sagt Dagmar Egger über ihre „Mädels“. Bandleader Hartmut Heinzelmann hat eigens dafür Pop-Arrangements für die Sängerinnen und Big Band vorbereitet.

Traditionell startet der Abend mit der Big Band. Im zweiten Teil kommen einige Überraschungen, unter anderem eine Duo-Besetzung Tenor-Saxophon/Bass-Posaune. Schon eine Woche vorher holen sich die Musiker der Do X Memorial Band bei einem Workshop in der Airbus-Kantine den letzten Schliff, sie bekommen dafür wie immer professionelle Unterstützung. „Wir sind dann für die Jazz-Night bestens vorbereitet“, sagt Nacke.

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