„Die Lädine ist ein einzigartiges Kulturgut“

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Die Saison 2018 ist auch für die Lädine vorbei, sie wird fachmännisch aus dem See gehoben (links), es steht eine umfangreiche La
Die Saison 2018 ist auch für die Lädine vorbei, sie wird fachmännisch aus dem See gehoben (links), es steht eine umfangreiche Landrevision an, im Bild rechts Geehrte und langjährige Wegbegleiter der Lädine beim Festabend zum 30-jährigen Jubiläum. (Foto: Fotos: Heidi Keller)

„Menschen, Waren und Märkte brachte die Lädine zusammen – der ÖPNV des Mittelalters“, resümierte Bürgermeister a.D. Jürgen Beisswenger. Am Montag führte der Lastensegler viele langjährige Wegbegleiter zusammen zum 30-jährigen Jubiläum des Lädinenvereins.

Beim Empfang im Bürgersaal des Rathauses wurde am Montagabend stolz und wohlwollend auf die bewegte Geschichte des außergewöhnlichen Projekts zurückgeblickt. In ihrer Begrüßung dankte die Vorsitzende Ursula van Endert den „Idealisten“ Elisabeth und Rolf Hiß, „die mit anderen motivierten Mitstreitern im November 1988 mit der Vereinsgründung den Grundstein für den Nachbau des Lastenseglers“ gelegt hatten.

Bürgermeister Johannes Henne gratulierte zum Jubiläum und zum Mut der Vorstandschaft. „Die Lädine sorgt für Stolz in der Gemeinde, für Emotionen bei den Gästen und ist ein einzigartiges Kulturgut.“

Mit einem Fernsehfilm von Bernhard Wrobel wurden Bauphase und Schiffstaufe mit Mittelalterfest in Erinnerung gerufen. Jürgen Beisswenger blickte zurück auf den Fund eines Vorläufers der Lädine vor dem Kippenhorn im Winter 1981, der heute im Konstanzer Landesmuseum zu bewundern ist. Etwa 150 Lädinen teils in Längen bis zu 32 Metern waren über Jahrhunderte auf dem See unterwegs. Die Vision vom Nachbau habe Rolf Hiß und den Verein acht Jahre nach Sponsoren und Zuschüssen suchen lassen, bis – kurz vor der Kapitulation – das EU-Programm Interreg mit Unterstützung des damaligen Verkehrsministers Ulrich Müller (CDU) den nötigen Zuschuss von 130.000 DM brachte. MTU sponserte den Mercedes-Motor.

Ingenieur bei der Bodanwerft Kressbronn war Bernhard Utz, gebaut wurde die Lädine von Heiner Kemmer in der Schiffswerft Michelsen. Für die Genehmigung im Schifffahrtsamt war Ludwig Gebhard verantwortlich.

Auch die Gemeinde schieße bis heute immer wieder zum Erhalt des Schiffes zu, so Beisswenger. Und dankte dem Verein: „Auch wenn manchmal die Wogen hoch gingen, gab es immer wieder Mitglieder und Pächter, die sich engagierten und den Betrieb sicherten.“ Sechs- bis siebentausend Fahrgäste transportiere die Lädine heute pro Saison.

Rolf Hiß dankte den Mitstreitern und dem Verein, die „den Weg ebneten“. Er sei stolz „auf die schönste Lädine aller Zeiten“.

Bürgermeister Johannes Henne zeichnete schließlich die langjährige Schriftführerin Monique Brunel-Schneider und Gründungsmitglied Elisabeth Hiß für ihre Verdienste im Verein und auf der Lädine unter großem Applaus mit der Bürgermedaille in Bronze aus. Elisabeth Hiß war zudem von 1977 bis 1989 Kreisvorsitzende der Frauenunion und von 1979 bis 1989 Gemeinderätin. Die musikalische Umrahmung hatte Arnold Fiorini am Akkordeon übernommen.

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