Das Leben lieben und die Liebe leben

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Unter der Leitung von Kantorin Marita Hasenmüller singt der Jugendchor St. Columban in der klassischen Konzertreihe Immenstaad.
Unter der Leitung von Kantorin Marita Hasenmüller singt der Jugendchor St. Columban in der klassischen Konzertreihe Immenstaad. (Foto: Helmut Voith)
Christel Voith

In zwei Konzerten in St. Maria in Jettenhausen und St. Jodokus in Immenstaad hat der Jugendchor St. Columban am Wochenende unter der Leitung von Kantorin Marita Hasenmüller sein breitgefächertes Repertoire von klassischer Chorliteratur bis zu neuen geistlichen Liedern, Pop und Gospel präsentiert. Am Sonntagabend ist der Chor mit 45 Sängern zwischen 13 und 29 Jahren in der klassischen Konzertreihe Immenstaad aufgetreten und hat mit seiner spürbaren Freude am Gesang reichen Beifall geerntet.

Von Ferne hörte man leisen Gesang herüberwehen, da näherten sich die Sänger von beiden Seitengängen im Pilgerschritt dem Altarraum. Wie in allen Chören überwogen die weiblichen Stimmen, doch eine Reihe ausgewachsener Männerstimmen füllte den Klang, wobei ein paar Sänger vom Jungen Chor St. Columban sie unterstützten.

Schnell bewiesen die Jugendlichen, dass Chorarbeit in St. Columban groß geschrieben wird: Ab fünf singen Kinder im Kinderchor und Schülerkreis, mit zehn steigen sie auf in den Jugendvorchor und ab 13 in den Jugendchor, ehe sie als Erwachsene im 70-köpfigen „Jungen Chor“ singen. Die kontinuierliche Chorarbeit zahlt sich aus – der Jugendchor ist auch Mitglied der „pueri cantores“, des internationalen Chorverbands der katholischen Kinder- und Jugendchöre, und beteiligt sich regelmäßig an Chorfestivals, demnächst steht eine Chorreise nach Barcelona an.

Die große Bandbreite liegt Marita Hasenmüller am Herzen. Bei emotionalen postmodernen Liedern wie von John Rutter, bei neuen geistlichen Liedern, die sie selbst komponiert, oder bei dynamischen Gospels sind die jungen Sänger voll und ganz aus sich herausgegangen, doch auch im a cappella gesungenen Auftakt des Konzerts haben sie mit Klangkultur beeindruckt. Mit präzisen Gesten hat die Leiterin geführt und bei Anton Bruckners „Locus iste“ und Josef Rheinbergers sechsstimmigem Abendlied „Bleib bei uns“ Transparenz und Pianokultur hören lassen. Sehr stimmungsvoll waren Ausschnitte aus John Leavits Missa Festiva, die am 13. Oktober erklingen wird, ebenso die Fassung der Antiphon „Ubi caritas et amor“ der amerikanischen Komponistin Audrey Snyder.

Mutig setzte das Programm Kontraste gegeneinander, so wenn auf Mozarts behutsam am Piano begleitetes „Ave verum“ ein freudiges Gloria folgte oder auf John Rutters leises Segenslied Marita Hasenmüllers Lied mit der dynamischen Aufforderung, das Leben zu lieben und die Liebe zu leben. Mit voller Power erklangen die Gospels „The Lord is my Strength“ und zuletzt das quer durch die Stimmen wandernde „Ride the Chariot“. Mit einem „Laudamus Te“ als Zugabe zogen die jungen Sänger nach reichem Applaus aus der Kirche und sangen draußen noch weiter.

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