Container-Wohnanlage für 20 Flüchtlinge

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Neben der alten Raiffeisen-Lagerhalle an der Einfahrt zum Parkplatz Linzgauhelle sollen die Wohncontainer aufgestellt werden.
Neben der alten Raiffeisen-Lagerhalle an der Einfahrt zum Parkplatz Linzgauhelle sollen die Wohncontainer aufgestellt werden. (Foto: anton fuchsloch)
Anton Fuchsloch

Mit dem Bau einer mobilen Wohnanlage will sich Immenstaad für die verstärkte Zuweisung von Asylbewerbern rüsten. In seiner Sitzung am Montag befürwortete der Technische Ausschuss des Gemeinderats die Anschaffung von Wohncontainern für 20 Personen. Diese sollen neben der alten Raiffeisenlagerhalle in der Dr.-Zimmermann-Straße aufgestellt werden.

„Wir müssen wöchentlich mit der Ankunft weiterer Menschen rechnen“, sagte Bürgermeister Jürgen Beisswenger. Im Moment lebten in der Gemeinde 16 Personen, damit sei die Kapazität erschöpft. Auch die Suche nach Mietwohnungen sei erfolglos verlaufen. „Die Alternative wäre, Ferienwohnungen beschlagnahmen oder die Turnhalle als Notunterkunft belegen“, sagte Beisswenger und fügte hinzu: „Das wollen wir vermeiden.“

Das Grundstück an der Ecke Dr.-Zimmermann-Straße/Fritz-Kopp-Straße gehöre der Gemeinde, liege zentral, und Baurecht könne hier kurzfristig geschaffen werden. Die Container-Wohnanlage wird nach Angaben von Ortsbaumeister Ulrich Kohler 21 Meter lang, 14 Meter breit und drei Meter hoch. Sie ist unterteilt in Parzellen mit maximal vier Bewohnern, hat eine Gemeinschaftsküche und sanitäre Anlagen. Jedem Bewohner stehen sieben Quadratmeter Wohnfläche zur Verfügung, womit man auf die neue ab 2016 geltende Verordnung gerüstet sei (derzeit stehen einem Asylbewerber nur 4,5 Quadratmeter zu). Drum herum sei ausreichend Grün, außerdem sei ein kleiner Spielplatz vorgesehen.

Weil derzeit viele Gemeinden Containerlösungen anstreben, geht der Bürgermeister davon aus, dass die Lieferzeit drei bis sechs Monate betragen wird. Um möglichst kostengünstig zu bestellen, will die Gemeinde prüfen, ob man sich mit Meckenbeuren zusammentun kann, wo ebenfalls eine solche Lösung beschlossen wurde. Auf Vorschlag von Kurt Reichle, Freie Wähler Immenstaad (FWI), werden die Fundamente so ausgelegt werden, dass die Container aufgestockt werden können.

Hubert Langenstein (FWI) hält die Anlage für zu kompakt. Sie widerspreche seinem sozialen Empfingen. Wenn verfeindete Parteien darin zusammen wohnen seien Probleme vorprogrammiert. Die Container lockerer, etwa in L-Form zu stellen, habe man geprüft, sagte Kohler. „Wenn wir das machen, brauchen wir drei bis vier Container mehr“, so der Ortsbaumeister. Die vorgeschlagene Anordnung sei für die Bewohner funktionaler, gebe es doch einen großen Flur, in dem sich auch Kinder aufhalten können und über den man trockenen Fußes Küche und sanitäre Anlagen erreiche. Außerdem werde die Belegung vom Landratsamt so gesteuert, dass verfeindete Ethnien nicht zusammen untergebracht werden. Ein großes Problem ist für Ernst Deisenberger (SPD) die Beschäftigung. Er bat zu prüfen, ob die Verwaltung Arbeit für die Bewohner organisieren könne. Es komme auf den Status, die Sprachkenntnisse und die Fähigkeit des Einzelnen an, sagte Beisswenger. Die Syrer, die im Bürgerhaus wohnen, seien in Brot und Arbeit. Im Nachtragshaushalt stehen 200 000 Euro für die Beschaffung der Container bereit.

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