Christophe Schneider setzt täglich die Segel

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Informationen zum Fahrplan und zur Geschichte der Lädine unter

www.laedine.de

Schiffsführer Christophe Schneider ist täglich im Einsatz, während andere Urlaub machen, ist Auf der Lädine ist er in der Hochsaison momentan unverzichtbar.

Drei bis vier Fahrten auf dem prächtigen, historischen Lastensegler am Tag, das macht 15 bis 20 Fahrten pro Woche – so oft steht Christophe Schneider derzeit mindestens am Ruder der Lädine. Dazu gehören einstündige Rundfahrten, eineinhalbstündige „Piraten“- und „Forscher“-Rundfahrten für die Touristinformation mit Eltern und Kindern, drei bis vier Sonderfahrten pro Woche und Weißwurst-Frühschoppen-Ausfahrten am Sonntag. Die Angebote auf dem großen Holzschiff mit dem eindrucksvollen Rahsegel sind vielseitig.

„Vor den Sommerferien hatten wir viele Charterfahren mit Gruppen und Firmen. Die fallen über die Hochsaison in den Schulferien fast komplett weg. Momentan sind die Sonnenuntergangsfahrten der Renner. Deshalb haben wir da einige zusätzliche Termine aufgenommen“, berichtet Schneider. Dann kommen noch Lädinenfahrten ab anderen Bodenseehäfen dazu: freitagmorgens die Fahrt ab Langenargen zum Eriskircher Ried mit Führung durch Experten des Naturschutzzentrums, später eine Piratenfahrt ab Langenargen. Einmal in der Woche fährt die Lädine ab sofort nach Konstanz, immer sonntags. Auch auf diesem Weg können Passagiere mitreisen. Ab dem Konstanzer Hafen gibt es nachmittags drei Rundfahrten, anschließend geht es wieder zurück nach Immenstaad. „Wer den Tag in Konstanz verbringen möchte, kann mit uns hin- und zurückfahren“, erklärt Schneider. Zusammen mit dem Schiffsführer ist auf jeden Fall eine zweite Person als nautisches Schiffspersonal an Bord, meistens noch eine dritte für den Gästeservice. Für Christophe Schneider ist die Aufgabe als Schiffskapitän derzeit ein Vollzeit-Job. Aus dem Lädinenverein absolviert momentan auch Andreas Huber die Ausbildung zum Schiffsführer. „Das dauert noch bis 2019. Er sammelt jetzt Stunden für sein Fahrtenbuch.“

Schneider hat sein Schiffspatent seit 2013. Im Lädinenverein und gleichzeitig im Schiffsbetrieb ist der 36-Jährige aktiv seit 1999. Als erfahrener Mitarbeiter auf der Lädine weiß er, welche unterschiedlichen Ansprüche die Fahrgäste stellen. „In den Sommerferien sind die Leute auf dem Schiff geschlauchter als in der Vor- und Nachsaison. Man merkt, dass sie viel unternehmen. Wenn sie auf der Lädine Platz nehmen, wollen sie erst mal entspannen und mit Informationen allenfalls berieselt werden. In den anderen Monaten sind die Gäste interessierter am Schiff selbst und aktiver.“ Viel mehr Energie bringen da die Kinder an Bord mit. „Wir binden sie ein, indem sie helfen dürfen beim Segel setzen oder bergen. Sie dürfen auch mal ans Ruder und haben eine Riesen-Gaudi mit unseren großen Wasserpistolen.“ Auch die Abläufe während der Piraten- und Forscherfahrten zusammen mit dem Betreuungspersonal der Touristinformation sind inzwischen eingespielt. „Wenn die Kinder zufrieden sind, sind es auch die Eltern.“

Ganz vorne dabei ist Schneider auch, wenn es um die Instandhaltungsarbeiten für die Lädine geht. Von März bis Mitte Oktober dauert die Saison für die Lädine. Diesen Winter muss die Lädine an Land, eine große Landrevision steht an. Schneider weiß, was das heißt für den Lädinenverein, dem er bereits auch einige Jahre als Vorsitzender vorstand: Deck und Rumpf müssen komplett saniert werden. Dafür heißt es, jede Menge Eigenleistung in Arbeitsstunden investieren, Spenden sammeln und sich um Zuschüsse von der Gemeinde bemühen. Öffentliche Zuschüsse gab es nur beim Bau des Lastenseglers, jetzt nicht mehr. Das Geld für die Erhaltung des Lastenseglers muss der Verein selbst erwirtschaften: etwa aus Einnahmen bei Festen sowie aus dem Erlös aus den Fahrtagen und der Verpachtung.

Einen unverwirklichten Traum hat der umtriebige Lädinen-Fan noch: eine Cocktail-Fahrt zum Sonnenuntergang. Aber die nötige Ausrüstung - mit Mixer und Kühlung und einigem anderen, was es vollständig macht - ist nicht ganz einfach zu bewerkstelligen. Aber vielleicht klappt es ja noch, wenn sich die zündende Idee für eine Lösung einstellt.

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