Camerata serena singt „Adventsoratorium“

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Ein adventliches Chorkonzert hat die Camerata serena am Sonntagnachmittag und -abend in Immenstaad-Kippenhausen (Foto) und im Au
Ein adventliches Chorkonzert hat die Camerata serena am Sonntagnachmittag und -abend in Immenstaad-Kippenhausen (Foto) und im Au (Foto: Helmut Voith)
Schwäbische Zeitung
Christel Voith

Das Vokalensemble Camerata serena hat am Sonntag zu zwei Chorkonzerten zum zweiten Advent eingeladen. Nachmittags konzertierte das Ensemble in der Mariä-Himmelfahrt-Kirche in Immenstaad-Kippenhausen, abends im Augustinum in Meersburg.

Immer neue Auftrittsorte erschließt sich die „Camerata serena“ unter ihrem Leiter Nikolaus Henseler. Während die großen Konzerte in der Regel in St. Magnus in Friedrichshafen-Fischbach stattfinden – so auch das kommende Passionskonzert am 22. März mit der Johannespassion BWV 245 -, war das Ensemble ebenso schon im Graf-Zeppelin-Haus, in der Aula des Salem College in Überlingen, in St. Jodok in Immenstaad oder in St. Stefan in Lindau zu hören. Das ist umso leichter, als der Projektchor für die jeweiligen Vorhaben aus einem Pool von rund hundert Sängerinnen und Sängern schöpfen kann, aus dem auch intimere Konzerte mit kleiner Besetzung gestaltet werden. So waren diesmal elf Frauen und acht Männer dabei, mit denen Nikolaus Henseler sein eigenes kleines Adventsoratorium gestaltete. Ein Konzert, das trotz gelegentlicher Unsicherheiten die gewohnte Stimmkultur des Ensembles spüren ließ.

In sieben Themenblöcken führte Henseler von der Ankunft des Heiligen Geistes über das Kind in der Krippe zur Besinnung über das Entstehen des Lebens. Dabei stellte er jeweils einem Bach-Choral aus dem Weihnachtsoratorium passende Werke von Palestrina bis Max Reger und Hugo Distler zur Seite, unabhängig von Stilen und Epochen.

Akzentuierte Pausen

Mit großem Volumen füllte das Vokalensemble eingangs mit dem Agnus Dei aus Palestrinas „Missa Papae Marcelli“ die Kippenhausener Kirche. Mit akzentuierten Pausen, die die stockende Unsicherheit des Menschen angesichts der erwarteten Ankunft des Herrn hervorhoben, schloss sich Bachs Choral „Wie soll ich dich empfangen?“ an.

Spätromantische Vertonungen von Grieg und Reger kreisten um Maria, Heinrich Schütz’ Motette „Also hat Gott die Welt geliebt“ hob in lebhaftem Stimmengeflecht die Zuversicht hervor, immer höher stiegen die Stimmen empor zur Verheißung ewigen Lebens. Bruckners „Locus iste“ führte zur Krippe hin, Mendelssohns inniges Doppelquartett „Denn er hat seinen Engeln befohlen“ aus dem Oratorium „Elias“ schloss sich an. Mit Brahms und Rheinberger verweilten die Sänger der Camerata serena noch an der Krippe, mit Mendelssohn mündeten sie in ein freudiges Alleluja.

Eigenwillig umrahmte das Ensemble die Praetorius-Fassung von „Es ist ein Ros’ entsprungen“ mit zwei Versen von Hugo Distler, ehe Bachs Choral „Ich steh an deiner Krippen hier“ einen stillen Schlusspunkt setzte.

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