Blechfanfaren und Trompetensolo

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Der Musikverein Immenstaad spielt sein Adventskonzert in der Linzgauhalle geführt von Dirigent Bernhard Jehle.
Der Musikverein Immenstaad spielt sein Adventskonzert in der Linzgauhalle geführt von Dirigent Bernhard Jehle. (Foto: Christian Lewang)
Gerd Kurat

Traditionell geben die Jugendkapelle ImKlang und der Musikverein Immenstaad am Vorabend des ersten Advents ein gemeinsames Konzert. Auch dieses Jahr haben die Musiker mit einem abwechslungsreichen Programm in der voll besetzten, adventlich geschmückten Linzgauhalle die Zuhörer gut unterhalten.

Dirigent Bernd Giesen hatte für die Jugendkapelle, die sich aus Jugendlichen der Kapellen Kluftern und Immenstaad zusammensetzt, gut spielbare, kurze Stücke der Anfängerstufe herausgesucht. In der Filmmusik zum Science-Fiction Blockbuster „Transformers“ und dem Animationsfilm „Drachen zähmen leicht gemacht“ hörte man schöne Wechsel zwischen Gesamtklang und einzelnen Registern, prägnant ausmusizierte Rhythmen und stimmige Tempowechsel. In der kleinen Szene „Bergwind“ von Martin Scharnagl überzeugte die gut besetzte Jugendkapelle, zum Teil mit „älteren“ Musikanten ergänzt, in den verschiedenen Bildern mit kräftigen Themen und heiteren Nebenmelodien. Mit der schwungvollen Zugabe „I’m Dreaming Of A White Christmas“ spielten sich die Jungmusiker in die Herzen der Zuhörer.

Kein Rahmenthema, sondern die Wünsche und Anregungen der Aktiven standen für den Dirigenten der Musikkapelle Bernhard Jehle dieses Jahr für die Programmauswahl im Mittelpunkt. Dies führte zu einem reizvollen, vielfältigen „Wunschkonzert“. Starke Blechfanfaren kündigten das Ablegen eines Schiffes von Europa auf dem Weg nach Amerika in der „Atlantic Overture“ von Thierry Deleruyelle an. Der sonore Holzsatz verdeutlichte mit flüssigen Figuren die ruhige Fahrt. Sehr sicher leitete Jehle durch die Geschichte der Wikinger in „Voice Of The Vikings von Michael Geisler. In ausdrucksstarken Wechseln, mit sicheren Soloeinlagen traten die Idylle am Fjord, die grausamen Kämpfe auf Eroberungsfahrten, der Totengesang der Hinterbliebenen und die Freude über die Heimkehrer plastisch vor die Augen der Zuhörer.

Viel Applaus bekam Felix Berger für sein Trompeten-Solo „The Rose“ aus dem gleichnamigen Film über Janis Joplin. Über einer ruhigen Begleitung legte er mit langem Atem die lyrische Melodie darüber und glänzte mit klaren Spitzentönen. Glanzstück des Abends war „Toto in Concert“. Das Medley der amerikanischen Rockband lebte von zupackender, präziser Rhythmik, leichten Artikulationen in gutem Drive und stimmungsvollen Melodieentwicklungen. Großes Lob ans Schlagwerk, die den berühmten Shuffle in „Rosanna“ ganz natürlich am Laufen hielten.

Stilistische Sicherheit in verschiedenen Epochen zeigte die Musikkapelle im „Concerto d’Amore“ von Jacob de Haan. Für alle Freunde der traditionellen Blasmusik kündigte Carolin Matt, die durch das Programm führte, den schmissigen „Kaiserin-Sissi-Marsch“ von Timo Dellweg als Schlusspunkt an. Als Dank für den Applaus stimmte der Musikverein mit bekannten Weihnachtsliedern, so weit der Text reichte auch vom Publikum mitgesungen, auf den ersten Advent ein.

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