„Bibbele“ taucht im Rathausbrunnen wieder auf

Lesedauer: 4 Min

Ein kleines „Bibbele“ fehlt in der Hennenschlitter-Skulpturengruppe, es wurde abgerissen und in den Rathausbrunnen geworfen.
Ein kleines „Bibbele“ fehlt in der Hennenschlitter-Skulpturengruppe, es wurde abgerissen und in den Rathausbrunnen geworfen. (Foto: Heidi Keller)

Das „Bibbele“ ist wieder da: Das von Vandalen am 1. Mai abgeschlagene und entwendete kleine Küken von der Hennenschlitter-Skulpturengruppe auf der alten Musikterrasse wurde von Gemeindemitarbeitern im Rathausbrunnen gefunden. Es befindet sich bereits bei der Künstlerin Ester Seidel in Italien, die das Kunstwerk reparieren und wieder komplettieren will.

Entsetzt waren die Immenstaader und natürlich die Künstlerin, als das Bibbele aus der Skulpturengruppe am 2. Mai plötzlich fehlte. Nur noch die bronzenen Füße waren zurückgeblieben. Und es war nicht das erste Mal, dass das Kunstwerk von Rabauken beschädigt wurde. Schon im Sommer 2017 war ein Hennenbibbele gestohlen worden und im Herbst des selben Jahres ein Huhn aus der Verankerung gerissen worden, sodass die Beine verbogen waren.

Eine Woche bevor die Bildhauerin Esther Seidel das Kunstwerk in Immenstaad im Mai 2018 wieder herstellen wollte und das aus Spenden finanzierte neue Bibbele wieder anbringen wollte, wurde dann ein zweites abgeschlagen und entwendet. Wie erst jetzt in der Gemeinderatssitzung bekannt wurde, wurde dieses eine Woche später bei Reinigungsarbeiten im Rathausbrunnen wieder gefunden.

Als man das Wasser abgelassen hatte, lag das Küken auf dem Grund des Brunnens. „Abgerissen, Richtung Rathaus getragen und da wieder reingeworfen“ – so rekonstruiert Immenstaads Hauptamtsleiter Michael Haase den Vorgang. „Ich bin fast vom Glauben abgefallen“, sagt Ortsbaumeister Ulrich Kohler, „als das Bibbele im Brunnen lag“.

Zufälligerweise war die Bildhauerin Esther Seidel an dem Tag des Wiederauffindens ohnehin in Immenstaad, sagt Haase weiter. Sie hat das Bibbele mitgenommen in die Toskana, wo sie lebt, es werde jetzt repariert. „Sie wird die Beine wieder anlöten und uns das Bibbele wieder zurückschicken“, sagt Kohler. Mittlerweile war bereits eine Spende in Höhe von 800 Euro bei der Gemeinde eingegangen, um ein neues Bibbele zu beschaffen. Sie soll jetzt für die Reparatur verwendet werden.

Kein Tatverdächtiger ermittelt

Grundsätzlich sei Vandalismus in Immenstaad kein großes Problem. Nur in den Sommermonaten gebe es immer mal wieder kleinere Probleme, sagt Haase. Herausgerissene Blumen gebe es immer mal wieder, „aber nicht gehäuft“. Vor drei Jahren wurden am Landungssteg die Bänke abgeschlagen und teilweise ins Wasser geworden. Eine zeitlang habe es Beschädigungen durch Sprayer an privaten Häusern gegeben. Jugendliche Feriengäste seien dafür verantwortlich gewesen, die Polizei habe das ermittelt. Sowohl bei den Bänken als auch bei den abgerissenen Bibbele gab es bis jetzt keinen Fahndungserfolg. „Im Fall der beiden Küken konnte kein Tatverdächtiger ermittelt werden“, sagte Polizeisprecher Markus Sauter von der Polizeidirektion Konstanz. Warum gerade das Kunstwerk von Esther Seidel immer wieder beschädigt wird, kann sich auch Ulrich Kohler nicht erklären. Die Künstlerin hatte sich im Mai dafür ausgesprochen, den Platz mit einer Videokamera zu überwachen. „Wir freuen uns auf jeden Fall, wenn das Kunstwerk wieder vollständig ist“, sagt Ulrich Kohler.

Ihr Kommentar wird nach einer kurzen Prüfung durch unsere Redaktion veröffentlicht.
Kommentare werden geladen
Mehr Themen