Bernhard Jehle gibt Dirigentenposten ab

Lesedauer: 5 Min
Für das Adventskonzert probt Bernhard Jehle (rechts) derzeit noch mit dem Musikverein, bevor er den Taktstock niederlegen will.
Für das Adventskonzert probt Bernhard Jehle (rechts) derzeit noch mit dem Musikverein, bevor er den Taktstock niederlegen will. (Foto: hke)
hke

Nach zehn Jahren als Dirigent des Musikvereins Immenstaad will Bernhard Jehle am Samstag, 30. November, nach seinem zehnten Adventskonzert, den Taktstock niederlegen und „neue Prioritäten“ setzen. „Aber ich sitze nächstes Jahr wieder mit auf der Bühne“, verspricht er.

Elf Jahre war er in der Vorstandschaft und zehn Jahre stand er am Pult: Nun will der beliebte Dirigent des Musikvereins „eine Reihe zurücktreten“. Er mache seit 36 Jahren „mit Vollgas Musik“ – jetzt, mit zwei kleinen Söhnen, will er künftig mehr Zeit mit der Familie verbringen, erklärt der scheidende Dirigent. Seine beiden Zwillinge werden im Januar zwei Jahre alt. Über den Sommer sei ihm klar geworden, wie viel Zeit er bisher für die Musik aufgewendet habe und sowohl ihm als auch den Buben sei es zunehmend schwerer gefallen, ihn zu seinen zahlreichen Musikterminen zu verabschieden. „Ich hatte zehn tolle Jahre als Dirigent. Aber die Zwillinge sind jetzt in einem Alter, in dem sie jeden Tag etwas Neues dazulernen. Da will ich dabei sein“, betont er.

Seit 36 Jahren ist Bernhard Jehle aktiver Musiker. Schlagzeug hat der 46-Jährige beim Musikverein gelernt. In seinen intensivsten Jahren war der Immenstaader gleichzeitig Dirigent bei der Jugendkapelle, leitete die Aktiven des Musikvereins und spielte selbst noch in der Tanzkapelle Immenstaad.

Nach den Höhepunkten seiner Dirigenten-Zeit gefragt, mag er sich gar nicht festlegen. „Da gab es viele großartige Situationen, der Marschmusik-Wettbewerb 2017 oder die beiden großen Kirchenmusik-Konzerte zusammen mit dem Kirchenchor. Aber eigentlich ist jedes Konzert und jeder Auftritt für sich etwas Besonderes“, sagt er.

Selbst beim Abschied vom Dirigentenamt hat er sich noch etwas einfallen lassen: Seit zweieinhalb Jahren lernt Jehle neu Waldhorn und will ab nächstem Jahr dem Musikverein als Blechbläser musikalisch treu bleiben, als Musiker auf der Bühne sitzen. Deshalb solle es jetzt auch „nicht so ein Abschieds-Ding“ werden, meint Jehle.

„Meine Musik-Kameraden finden es schade, dass ich mich so entschieden habe, aber ich bin auch auf viel Verständnis gestoßen“ , erläutert er. Die freie Dirigenten-Stelle ab 1. Januar hat der Musikverein auf seiner Internetseite bereits ausgeschrieben. Umso mehr können sich die Fans der Blasmusik auf das bevorstehende Adventskonzert freuen. „Es ist kein leichtes Programm“, erklärt Bernhard Jehle. Aber gefällig für das Publikum sei es auf jeden Fall.

Das sei ihm bei der Auswahl der Titel immer – und auch für das letzte Konzert – besonders wichtig gewesen. Traditionell wird die Jugendkapelle „ImKlang“ wieder den ersten Teil des Konzerts bestreiten und unter ihrer Dirigentin Andrea Steiner ihr Können unter Beweis stellen.

Bei den Aktiven geht es bereits weihnachtlich und festlich los mit der „Fanfare Prelude Adeste Fidelis“. Für das Musical „Wicked“, Jehles Lieblings-Musical, habe er lange nach einem guten Arrangement gesucht, schildert der Dirigent. Rechtzeitig für das Adventskonzert hat er es gefunden.

Ein witziger Auftritt wird „Xylo Classics“: Nadine Teufel und Bernhard Jehle stehen als Solisten am Xylophon. Nach langem Stöbern hat der Jehle auch noch das richtige Arrangement für das Medley „The Phil Collins Collection“ gefunden – mit Bläsern und Rhythmusgruppe im Vordergrund.

Auf ein Klang-Gemälde über den Schweizer Berg Pilatus können sich die Zuhörer außerdem bei „Pilatus - Mountain of Dragons“ freuen. Der zackige Marsch „Euphoria“ setzt den Schlusspunkt des Programms.

Ihr Kommentar wird nach einer kurzen Prüfung durch unsere Redaktion veröffentlicht.
Kommentare werden geladen
Mehr Themen