Benefizkonzert der Immenstaader Kammermusiker

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Die Immenstaader Kammermusiker setzen sich aus unterschiedlich erfahrenen Musikern zusammen.
Die Immenstaader Kammermusiker setzen sich aus unterschiedlich erfahrenen Musikern zusammen. (Foto: Hmar)
Hermann Marte

Am Sonntagabend haben die Immenstaader Kammermusiker und Freunde im Bürgersaal ein Konzert gegeben. „Sommernachtsträume – Romantik pur“ war der Titel des Programms mit dem sich die Musiker einer anspruchsvollen Stückauswahl stellten.

Vor 25 Jahren rief Andrea Diersch die Immenstaader Kammermusiker ins Leben und war seither die Organisatorin höchst unterschiedlicher Konzerte. So haben die Musiker bereits Konzerte mit musikalischen Improvisationen zu Bildern gegeben und mit Schulen zusammengearbeitet. Vielleicht kommt es daher, dass die Gruppe in Immenstaad so bekannt ist und so viel Publikum anzieht. Denn der Andrang in den Bürgersaal war so groß, dass noch nachgestuhlt werden musste.

Die Zusammensetzung des Publikums war eine Überraschung. Sonst ist bei Kammermusikkonzerten oft die Klage zu hören ist, dass man von der Bühne ausschließlich weiße Häupter sieht und kaum noch jüngere Leute. Beides war hier nicht der Fall, es waren nicht nur viele Besucher mittleren Alters gekommen, sondern auch die Jugend war ordentlich vertreten. Wer während des Konzerts die Blicke durch den Saal schweifen ließ, konnte zudem feststellen, dass auch bei den jungen Gästen die Augen während des Konzerts aufmerksam auf die Bühne gerichtet waren.

Zu verdanken war dies sicherlich auch der Programmauswahl. Andrea Diersch hatte sich von Felix Mendelssohn-Bartholdy „Lieder ohne Worte“, ein Streichquartett mit Posaune, und das Oktett op. 2 für acht Streicher ausgesucht. Nach der Pause folgte dem Franz Lachner mit dem Nonett für vier Streicher und fünf Bläser. Schon an den unterschiedlichen Besetzungen war zu erkennen, dass es ein abwechslungsreicher Abend werden würde.

Die Begrüßung des Publikums durch die Organisatorin war offenherzig und fröhlich und ließ die von vielen Besuchern oft als bleischwer empfundene strenge Atmosphäre, die viele andere Kammermusikkonzerte auszeichnet, vermissen.

Spenden für psychisch Kranke

Danach erhielt Axel Töbel vom Föderverein „Pauline 13 e.V.“ das Wort. Es war nämlich ein Benefizkonzert mit freiem Eintritt und der Bitte um Spenden für den Verein, dessen Ziel die gemeindenahe qualifizierte Betreuung und Begleitung psychisch kranker Menschen und ihrer Familien im gesamten Bodenseekreis ist. Diese Arbeit stellte Töbel in Kürze dar, um dem Publikum zu vermitteln, wohin das Geld gehen würde.

Als die Musiker dann mit „Lieder ohne Worte“ begannen, war schnell ersichtlich, warum in der Begrüßung nicht nur der technische Anspruch der Werke, sondern auch der rein körperliche angesprochen worden war. Man sah die Bögen lange sehr geschwind auf den Saiten herumsausen, ehe sie wieder langsamer darüber glitten. Auch die Musiker selbst wurden im doppelten Sinne von ihrer Musik bewegt und wippten und wiegten entsprechend mit. Das Zusammenspiel gelang erwartungsgemäß ausgezeichnet, schließlich war es ein professionelles Ensemble. Viele der Auftretenden sind Profis, zum Beispiel Musikschullehrer, und diejenigen, die es nicht sind, haben zumindest einige Semester Musik studiert. So beherrschten sie sowohl die lauten wie die leisen Töne und die flinken und temperamentvollen Partien ebenso wie die sanften und ruhigen.

Schon zur Pause gab es so viel Applaus, dass die Musiker noch einmal auf die Bühne kommen mussten. Das war natürlich auch zum Ende des Programms nicht anders. Das Publikum klatschte lange und lebhaft. Es war für alle Beteiligten ein gelungener Abend.

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