B-Trasse ist „ein Verbrechen an Mensch und Natur“

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Der Immenstaader Obstbauer Hubert Langenstein informiert die Teilnehmer während der Tour.
Der Immenstaader Obstbauer Hubert Langenstein informiert die Teilnehmer während der Tour. (Foto: Kirsten Lichtinger)
Kirsten Lichtinger

Wie geht es weiter mit der B 31 zwischen dem Dornier-Knoten und Hagnau? Darüber informierten Hubert Gutemann und Marco Weber von der Bürgerinitiative (Bib31), aber auch die Obstbauern und Gemeinderäte Hubert Langenstein (FWI) und Martin Gomeringer (Die Grünen) am Samstagnachmittag und am Sonntagvormittag.

Sie hatten interessierte Bürger an diesem sonnigen Wochenende zu einer Fahrt mit dem Panoramaexpress rund um die mögliche Trassenvariante B zwischen Immenstaad und Hagnau eingeladen. Auch Radfahrer und Fußgänger konnten sich der Expedition anschließen. Die Organisatoren hatten die geplante Variante mit orangefarbigen Ballons und roten Beschilderungen markiert. „Damit soll jeder eine Vorstellung darüber bekommen, welche Gebiete von der neuen Straße betroffen sind“, erklärte Langenstein das Ziel der Veranstaltung. Hubert Gutemann positionierte sich eindeutig: „ Wir sind absolut gegen die B-Variante, denn sie zerstört wertvolles Naherholungsgebiet und schneidet wie eine Narbe durch die Landschaft“, betonte er. Im Moment werde nur noch über die Varianten A und B geredet, das mache ihm große Sorgen. „Von der C-Variante sind vielleicht rund 200 Menschen betroffen, von der B-Variante mit Hagnau zusammen rund 10 000 Menschen“, begründete er seine Auffassung.

Jahrelang handlungsunfähig

Die Tour durch die Immenstaader Obstplantagen startete nördlich der B 31 bei den Hochhäusern. An verschiedenen Stationen wurden die Teilnehmer mit Hebebühnen nach oben gefahren und konnten sich aus luftiger Höhe einen Eindruck über den Verlauf verschaffen. Obstbauer Rainer Heberle befürchtete, dass die betroffenen Betriebe durch die Baumaßnahmen fünf bis acht Jahre handlungsunfähig wären und sich nicht weiterentwickeln könnten. „Die Trasse B führt mitten durch zahlreiche Obstplantagen, die teils mit Hagelnetzen ausgestattet sind. Da steht auch viel Kapital“, betonte er. Hubert Langenstein war es ein wichtiges Anliegen, dass die Organisatoren nicht grundsätzlich gegen eine neue Straße sind. „Wir brauchen sie“, sagte er. Es gehe nicht um das St. Florians-Prinzip, auch von der Trassenvariante C seien Immenstaader Obstbetriebe betroffen. Allerdings würden von dieser weit weniger Menschen und weniger wertvolle Obst- und Weinbauanlagen beeinträchtigt. Er räumte ein, dass zwei Höfe von der C-Variante stark beeinträchtigt wären. Es gelte, diese ordentlich auszugleichen und ihnen unter Umständen eine neue Hofstelle zu ermöglichen. Ein Teilnehmer merkte an, dass das von der B-Variante betroffene Niedermoor ein Hinderungsgrund für die B-Variante sein könnte. Fritz Käser von der Ittendorfer Bürgerinitiative bevorzugt die A-Variante. Außerdem setze er sich für einen dreispurigen Ausbau der B 31 neu ein. Momentan sei der Ausbau vierspurig geplant. Jürgen Eberle, Obstbauer aus Kippenhausen, erklärte: „Das Gute ist, dass sich die Orte Immenstaad, Hagnau und Stetten an einen Tisch setzen und ihre Interessen gemeinsam vertreten.“ Peter Boisten aus Köln zog eine drastische Bilanz zur B-Trassenvariante: „Das ist ein Verbrechen an Mensch und Natur, wenn die bodenseenahe Landschaft zerstört wird“, erläuterte er seine Ansicht. Er verbringt seine Ferien regelmäßig in Immenstaad und plant in Kürze seinen Wohnsitz ganz dorthin zu verlegen. Für seine 2-stündige Tour mit den Erläuterungen zum geplanten Trassenverlauf erhielt Hubert Langenstein viel Beifall von den Teilnehmern. Zeit zum Ausruhen gab es nicht, am Startpunkt warteten schon die nächsten Teilnehmer.

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