Auf weitere 100 sportliche Jahre

Lesedauer: 5 Min
Auf weitere 100 sportliche Jahre
Auf weitere 100 sportliche Jahre (Foto: Leona Remler)
Leona Remler

Vor genau 100 Jahren hat alles auf einem Platz hinter dem Immenstaader Rathaus begonnen. Dieser Platz war nicht sonderlich groß, auch nicht besonders gut ausgestattet, aber für die begeisterten Turner genug, um den Spaß am Sport zu entdecken.

Dass sie damit im Jahr 1919 den Beginn einer erfolgreichen Vereinsgeschichte begründeten, hätten sie bestimmt nicht geahnt. Inzwischen zählt der Turn- und Sportverein Immenstaad 1250 Mitglieder – das heißt, jeder sechste Immenstaader engagiert sich im TuS.

Und diese versammelten sich zur Feier des runden Jubiläums am Freitag, 22. November, in der Linzgauhalle, um 100 Jahre Vereinszusammenhalt zu feiern. Neben den Turnern sind über die Jahre die Abteilungen Tischtennis, Leichtathletik, Volleyball und Fußball dazugekommen.

Mit einem Sektempfang auf den eigens für die Veranstaltung ausgerollten Kunstrasen im hinteren Teil der Halle, begann der Abend im Zeichen der Leidenschaft zum Sport.

Clemens Müller ist Erster Vorsitzender und leitete mit einem stetigen Witz auf den Lippen sportlich durch den Abend. Eine große Leinwand wae aufgestellt, die seine Moderation für jedermann sichtbar machte. Müller, langjähriger TuS-Torhüter, hat seit 1998 das Amt inne und engagiert sich mit Leidenschaft im Verein. So habe schon sein Vater „mit Leib und Seele“ Fußball gespielt und dies an ihn weitergegeben.

„Wir haben wahnsinnig engagierte Mitglieder. In unserem Verein besteht noch das Verstehen untereinander und so kommt es auch heute, dass Jung und Alt gemeinsam an einem Tisch sitzen und durch den Sport einen Zusammenhalt spüren“, erzählt Müller stolz der SZ. Dass dieser Zusammenhalt seit jeher Teil des TuS ist, wurde den zahlreich erschienenen Gästen in einer Diashow präsentiert, die den ein oder anderen Jubel verlauten ließ. Denn ganz im Gegensatz zu einem förmlichen Jubiläumsfest war die Stimmung in der Linzgauhalle ausgelassen und Feierlaune lag in der Luft.

Die Vereinsgeschichte begann mit Alfred Berger und Oberlehrer Singer, die die Turnabteilung 1919 gründeten. Bekannt als „Turnverein in gewagter Kleidung“ – so waren die Klamotten für diese Zeit auffallend sportlich und kurz – wurde 1936 durch zugezogene Dornier-Arbeitskräfte die erste Fußballmannschaft gegründet. Und mit ihr kam die erste Gemeindeturnhalle: „Da kam es schon mal vor, dass nach einem Training die Fenster kaputtgeschossen wurden“, sorgte Müller für einen Lacher.

Also musste ein Fußballplatz her, doch bis der eigenhändig mit Schaufel und Harken gebaut werden konnte, mussten die Immenstaader Fußballer „Asyl beantragen“ und ihre Heimspiele in Hagnau austragen.

Durch Papier- und Glassammlungen konnte erst gute 40 Jahre später das TuS-Vereinsheim finanziert und eingeweiht werden, das bis heute noch belebt und geliebt wird.

Der Immenstaader Philip Winkler ist 19 Jahre alt und hat schon über zwölf Jahre lang Fußball im Verein gespielt: „Die besten Abende waren die, an denen man gemeinsam feiern konnte. Der TuS ist einfach super“, freute er sich mit seinem Club.

Auch Bürgermeister Johannes Henne zeigte sich begeistert und lobte die Vielfalt der Sportler durch die gute Aufstellung des TuS. Ebenso äußerte er sich zum Bau der neuen Sporthalle: „Wir setzen uns zeitnah mit dem Gemeinderat zusammen und schaffen dann erste Grundlagen.“

Als Höhepunkt der Veranstaltung wurden die Sportler geehrt und Clemens Müller mit stehenden Ovationen gefeiert. So bekam er an diesem Abend die Goldene Bürgermedaille für langjähriges Engagement durch Bürgermeister Henne überreicht.

Meist gelesen in der Umgebung
Ihr Kommentar wird nach einer kurzen Prüfung durch unsere Redaktion veröffentlicht.
Kommentare werden geladen
Mehr Themen