Airbus bietet den direkten Draht ins All

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Die Wasserraketen machen kleinen und großen Besuchern Spaß.
Die Wasserraketen machen kleinen und großen Besuchern Spaß. (Foto: kili)
Kirsten Lichtinger

Über 6800 große und kleine Besucher hatten sich zum Airbus-Familientag angemeldet, um spannende Einblicke in den Luft- und Raumfahrtkonzern zu erhalten. Das Organisationsteam, das sich aus allen Abteilungen zusammensetzte, hatte ein abwechslungsreiches Informations- und Unterhaltungsprogramm auf die Beine gestellt.

„Wir möchten den Familienangehörigen zeigen, was ihre Eltern, aber auch Partnerinnen und Partner jeden Tag hier machen und öffnen soweit es geht auch unsere sonst geschlossenen, nicht zugänglichen Räume, Reinräume, Labore und Werkstätten“, erklärte Standortleiter Dietmar Pilz. Er verwies außerdem auf das 50-jährige Bestehen des Konzerns, das in wenigen Tagen stattfindet.

Damals setzten der französische Verkehrsminister und der deutsche Minister für Handelsfragen ihre Unterschriften unter den Gründungsvertrag des französisch-deutschen Joint-Ventures.

„Ziel war die Entwicklung des Airbus 300B, des ersten europäischen Großraumflugzeugs für Mittelstrecken. Heute sind wir eine internationale Gemeinschaft auf dem Weg zu neuen Horizonten, die zukunftsweisende Technologien und Innovationen für die Menschen entwickelt“, betonte Pilz in seiner Begrüßungsansprache. Zu den Höhepunkten des Familientags zählte das neue integrierte Technologiezentrum, das erst vor einigen Monaten eröffnet worden ist. Die Besuchergruppen wurden im 15-Minuten-Takt durchgeführt und konnten einen Blick auf die im Bau befindlichen Satelliten werfen.

„Hier entstehen neben Satelliten auch Instrumente und Anlagen für die Erdbeobachtung, Meteorologie, Navigation und vieles mehr“, erklärte Pressesprecher Mathias Pikelj bei seinem Rundgang. Zu den besonderen Herausforderungen gehörten die verschiedenen Reinheitsklassen der 2000 Quadratmeter großen Integrationshalle, die ohne räumliche Abtrennung funktionieren.

Ein Blick in die Raumstation

Ein weiterer Höhepunkt war der „OPS Room“, der einen direkten Draht zur internationalen Raumstation ISS ermöglicht. Susanne Peters von Airbus erläuterte den Besuchern nicht nur die Funktionsweise der verschiedenen Kommunikationssysteme, sondern gab auch per Video Einblick in die Raumstation.

Die verschiedenen Anwendungsbereiche für mobile Systeme erläuterte Jan Krüder, bei Airbus verantwortlich für „Integrated Deployable Solutions“. Diese verlegefähigen Container und Zelte, die je nach Ausstattung für die medizinische Versorgung, aber auch als Kommandozentrale genutzt werden können, kommen bei Auslandseinsätzen der Bundeswehr, aber auch bei internationalen Katastrophenfällen zum Einsatz. „Von der Anforderung bis zur Einsatzbereitschaft benötigen wir circa eine Woche Vorlaufzeit“, erläuterte Krüger.

In der „Innovation Factory“ hörten die kleinen Besucher Wissenswertes aus dem Leben von Astronauten. Flughardware und Raumfahrtelektronik lockten die Gäste ins Avionics Center. Die Besucher konnten sich außerdem über Grenzüberwachungssysteme und Drohnen, aber auch über die anwendungsbasierte Spitzenforschung in den Airbus-Laboren informieren.

Vorträge zu Erdbeobachtung und Wissenschaft rundeten das vielfältige Programm ab. „Besonders beeindruckt waren wir von den Ingenieuren, die mit großer Begeisterung von ihrer Arbeit erzählt haben“, erzählte die Besucherin Simone Hechelmann. Mit der Feuerwehr Hüpfburg, dem Karussell-Ensemble, der Riesenrutsche Space Shuttle, aber auch mit den selbst abgefeuerten Wasserraketen hatten die kleinen Gästen viel Spaß. Die DO-X-Big Band präsentierte stimmigen Jazz-Sound und sorgte für gute Stimmung.

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