43. Weinfest: Bacchus und Petrus müssen Freunde Immenstaads sein

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Wolfgang Haas, Vorstand Hennenschlitter, im Gespräch mit Weinprinzessin Pia Dreher und Bürgermeister Johannes Henne (von links).
Wolfgang Haas, Vorstand Hennenschlitter, im Gespräch mit Weinprinzessin Pia Dreher und Bürgermeister Johannes Henne (von links). (Foto: Fotos: Michael Tschek)
Michael Tschek

Ein lauer Sommerabend unter sternenklarem Himmel bei köstlichem Wein, regionalen Spezialitäten und Musik: Schöner kann man sich doch ein Fest nicht vorstellen und wünschen. Die einheimischen Winzer und Vereine hatten zusammen mit den Mitarbeitern vom Bauhof wieder einmal ganze Arbeit geleistet und den Rathausplatz zum inzwischen 43. Weinfest in ein gemütliches Weindorf verwandelt.

Bei einem reichhaltigen Angebot einheimischer Spezialtäten, köstlichen Weinen von den umliegenden Immenstaader und Hagnau Weinbergen garniert mit Musik saßen die Gäste – darunter auch in diesem Jahr wieder viele Urlauber – gemütlich unter Bäumen und Sonnenschirmen zusammen und ließen es sich einfach gut gehen.

Parallel dazu präsentierten 24 Aussteller ihre Kreativität, die von Töpfereien, Schmuck, Seidenkunst bis zu Lederarbeiten reichte auf dem Kunstmarkt am Landesteg am Samstag und Sonntag.

Bacchus, der aus der griechischen Mythologie überlieferte Gott des Weines und des Rausches und Wettergott Petrus hatten am Wochenende offenbar einen Pakt geschlossen und den Immenstaadern zu ihrem Weinfest zwei herrliche Sommertage beschert.

Bereits vor der offiziellen Eröffnung durch Bürgermeister Johannes Henne und der Bodenseeweinprinzessin Pia Dreher hatten die Besucher auf dem Platz zusammengefunden und die ersten Schlangen an den Essensständen gebildet. Doch nicht nur die wohlriechenden Düfte, auch die Getränke lockten das Publikum: Ob Weißherbst, weißer Grauburgunder, Spätburgunder – lauter erlesene Weine des Jahrgangs 2018 von Immenstaader und Hagnauer Winzern – sie alle stellten den Gast, darunter auch Altbürgermeister Jürgen Beisswenger, vor die Qual der Wahl.

Am Stand vom Katholischen Kirchenchor hatte sich Marita Töbel etwas Besonderes ausgedacht. Als kostenlose Beigabe zum Wein vom Weingut Röhrenbach gab es Käsegebäck in Form eines Achtelnotenschlüssels gebacken.„Was Schöneres nach einem langen Sonnentag gibt es nicht, als bei gutem Wein fröhlich zusammen zu sein“, zusammen mit Bürgermeister Johannes eröffnete die Bodenseeweinprinzessin Pia Dreher dann das 43. Weinfest, wobei sie musikalisch durch den Immenstaader Musikverein unter der Leitung von Bernhard Jehle unterstützt wurden.

Und wie jedes Jahr schrieb das Weinfest so seine besonderen Geschichten. So wie die von Wolfgang und Cathi Schulz aus Möckmühl, Reinhold und Brigitte Berling aus Bielefeld, Josef und Gertrud Seiler aus Blindheim bei Dillingen und Richard und Hildegard Felber aus Zipplingen auf der Ostalb. Die vier Frauen hatten sich bei einem gemeinsamen Kuraufenthalt in Bad Füssing vor neun Jahren kennengelernt. Seitdem treffen sich die Ehepaare jedes Jahr einmal irgendwo in Deutschland. „Dieses Jahr haben wir den Bodensee ausgewählt. Die Gegend hier und vor allem dieses Weinfest sind einfach grandios“, schwärmte Wolfgang Schulz. Seit 1964, also ein Jahr nach der Seegfrörne, besteht nicht nur eine geschichtliche sondern ein tiefe Freundschaft zwischen der Narrenzunft Hennenschlitter und den „Hechtlern“ aus Münsterlingen am gegenüberliegenden Schweizer Ufer. Am Freitag war wieder eine Delegation mit dem Schiff zum Weinfest angereist. Bis weit in die Nacht hinein saßen die Gäste weinbeseelt beisammen. Viele „Wiederholungstäter“ waren dann am Samstagabend wieder anzutreffen und sorgten zusammen mit Neubesuchern dafür, dass der Platz noch einmal rappelvoll wurde.

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