Motorboot kentert und sinkt

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Die Wasserschutzpolizei hat vor Hagnau vier Schiffbrüchige gerettet und an Land gebracht.
Die Wasserschutzpolizei hat vor Hagnau vier Schiffbrüchige gerettet und an Land gebracht. (Foto: Achiv Hagen Schönherr)

Etwa drei Kilometer vor Hagnau ist am Sonntagabend gegen 19.15 Uhr ein 6-PS-Motorboot gekentert und gesunken. Die vier Menschen, die an Bord waren, wurden nicht verletzt. Sie konnten sich durch ein Motorboot, das sich in der Nähe befand, außer Gefahr bringen, teilt die Polizei mit. Ob das Boot geborgen wird, ist noch unklar.

„Warum das Boot gekentert und untergegangen ist, wissen wir noch nicht. Das herauszufinden, ist Teil der laufenden Ermittlungen“, sagt Roland Fleischer, der als Pressesprecher des Polizeipräsidiums Einsatz in Göppingen auch für die Wasserschutzpolizei am Bodensee zuständig ist. Die vier Gekenterten versuchten zunächst, an Bord eines Motorboots zu gelangen, das in der Nähe war. Dabei lief dieses Boot aber ebenfalls mit Wasser voll und drohte zu sinken. „Deshalb begaben sich die vier Personen wieder ins Wasser und hielten sich am Bootsrand fest“, sagt Fleischer. Einsatzkräfte der Wasserschutzpolizeistationen Überlingen und Konstanz konnten alle Beteiligten retten und an Land bringen.

Bei dem gesunkenen Boot handelt es sich um ein 6-PS-Motorboot einer Bootsvermietung, das ohne Führerschein gesteuert werden darf. Wie Fleischer berichtet, sei der Tank noch auf dem Wasser geschwommen. Deshalb geht die Polizei davon aus, dass nicht die Gefahr besteht, dass Treibstoff ins Wasser gelangt und eine Gefahr für die Umwelt besteht. Aus diesem Grund ist noch unklar, ob das Boot überhaupt geborgen wird. „In dem Bereich, in dem es gesunken ist, ist der See zwischen 150 und 200 Meter tief“, sagt er. „Eine Bergung kommt nur in Frage, wenn sich im Zuge der Ermittlungen herausstellt, dass wir von einer gravierenden Straftat ausgehen müssen.“

Um das Boot aus dem Wasser zu holen, müsste es zuerst einmal exakt geortet werden. Weil der See dort sehr tief ist, wäre eine Bergung aber aufwändig und teuer. „Dafür sind Spezialtaucher und -kräne, Hebesäcke und Roboter notwendig“, erläutert Fleischer. „Kosten und Nutzen müssten schon im Einklang stehen.“

Im Zusammenhang mit dem Unfall weist die Wasserschutzpolizei alle Schwimmer und Bootsführer grundsätzlich darauf hin, sich auf dem Wasser verantwortungsvoll und umsichtig zu verhalten. „Insbesondere die Einhaltung der Geschwindigkeitsbeschränkungen für Motorboote wird dringend angemahnt“, heißt es in der Pressemitteilung. Wie Fleischer erläutert, sei das nötig, weil die Gefahren, die vom Wasser ausgehen, häufig unterschätzt werden. „An schönen Sommertagen ist auf dem See viel los“, sagt er. Dann seien dort auch viele Leute unterwegs, die nur wenig Erfahrung mit dem Wasser und mit Booten haben.

Unabhängig davon komme es auch häufig vor, dass bei Häfen, wo nur zehn Stundenkilometer erlaubt sind, Motorboote mit 40 Stundenkilometern unterwegs sind. Ein Problem sei auch, dass sich viele Menschen eher auf ihre Wetter-App verlassen und ständig auf ihr Smartphone schauen, statt einmal den Blick zum Himmel zu richten. „Dabei kann man schwarze Gewitterwolken eigentlich gut sehen“, sagt er.

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