Hagnauerin erforscht den Weltraum

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Maike Neuland arbeitet im Labor im Bern, wo sie ihre Doktorarbeit verfasst hat.
Maike Neuland arbeitet im Labor im Bern, wo sie ihre Doktorarbeit verfasst hat. (Foto: pr)

Ein richtiger Alltag hat sich bei Maike Neuland noch nicht eingestellt. Seit einer Woche ist die Hagnauerin in Kiruna in Schweden. Von dort aus bereitet sie gemeinsam mit anderen Forschern eine Mission ins Weltall vor. Die Mission „Juice“, die im Jahr 2022 auf den Jupiter fliegen soll.

Die ersten Tage in Kiruna starteten für Neuland sanft. „Ich bin noch Mitten in der Einarbeitungsphase“, sagt die 32-Jährige. Es wird aber nicht mehr lange dauern, bis sie damit beginnt, ein Instrument zu entwickeln, mit dem bei der Mission „Juice“ Atome im Weltall untersucht werden. Doch derzeit bauen noch Ingenieure an dem Gerät, dann die promovierte Physikerin.

Mit dem Instrument möchte sie neutrale Atome, die sich im Umfeld des Jupiters und des Jupiter-Mondes Ganymed befinden, untersuchen. Da der Jupiter ist ein Gasplanet ist, bewegen sich viele seiner Teilchen. Einige von ihnen treffen auch die Monde des Planeten und eben auch diese Atome untersucht Neuland. „Wir können so erforschen, woraus die Oberfläche des Planeten besteht“, sagt sie. „Und welche von ihnen Leben begünstigen würden.“ Letztendlich gehe es in der Mission also darum, ob es dort Leben geben kann.

Leben auf Ganymed?

Spannend sei es auch, die Beschaffenheit des Jupiter-Mondes Ganymed zu untersuchen. Der Mond habe eine Eisoberfläche. „Möglicherweise befindet sich darunter flüssiges Wasser“, sagt Neuland. Das würde nach dem herrschenden Verständnis der Forschung bedeuten, dass dort Leben möglich ist. Doch bis die ersten Ergebnisse da sind, wird noch viel Zeit vergehen. Alleine acht Jahre lang wird die Sonde von der Erde aus unterwegs sein, bis sie auf dem Jupiter ankommt. Das wird im Jahr 2020 sein. Zurück zur Erde wird die Mission niemals kommen. Dafür würde der Treibstoff nicht ausreichen.

Dass Neuland nun in Schweden forscht, ist kein Zufall. Schon während ihres Studiums war sie für ein Semester dort. Ihr habe es dort sehr gut gefallen. Nachdem sie ihre Doktorarbeit in der Schweiz abgeschlossen hatte, bewarb sie sich wieder für ein anderthalbjähriges Programm in Kiruna. „In der Weltraumforschung ist das Institut sehr bekannt“, sagt Neuland. „Dort werden sehr viele Instrumente für die Weltraumforschung entwickelt.“

Auch wenn die kleine Stadt mit ihren 17000 Einwohnern führend in der Weltraumforschung ist, sei sie sehr abgeschieden im Norden von Schweden. In den Wintermonaten wird es nicht selten bis zu Minus 40 Grad kalt. Die kalte Witterung nutzt Neuland dafür, ihren Lieblingssport zu betreiben: Snowboarden. Doch noch ist es dafür zu kalt. „Die Saison beginnt wieder in Februar“, sagt sie. Für sie sei ein sportlicher Ausgleich besonders wichtig, um konzentriert arbeiten zu können.

Das Programm dauert anderthalb Jahre. Ob sie danach doch länger an dem Institut bleibt oder etwas anderes macht, weiß Neuland jetzt noch nicht.

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