20 Hoteleröffnungen an einem Tag

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Die ersten Winzer holen bereits die neuen Insektenhotels beim Winzerverein ab, mit dabei Biologe Gerd Odenwälder, Bodensee-Weinp
Die ersten Winzer holen bereits die neuen Insektenhotels beim Winzerverein ab, mit dabei Biologe Gerd Odenwälder, Bodensee-Weinprinzessin Stephanie Megerle, Andrea Knoblauch, Elisabeth Lein, Albert Staneker, Hubert Gutemann, Richard Ganser, Karl Megerle Vorsitzender Winzerverein und Wilfried Hund (von links). (Foto: Brigitte Walters)

Gleich mehrere Hotels haben am Donnerstag in Hagnau eröffnet. Die Häuser richten sich an ganz kleine Gäste, genauergesagt an Insekten. Mitglieder des Winzervereins Hagnau haben 20 Insektenhotels in den Weinbergen aufgestellt. Vier weitere werden in Obstanlagen aufgestellt.

Damit sollen neue, weitere Stützpunkte für die Insekten geschaffen werden, erklärte Karl Megerle, Vorsitzender des Winzervereins. Es gebe bereits einige Insektenhotels in den Rebflächen, die gut angenommen werden. Insgesamt wird es 30 neue Insektenhotels in Hagnau geben.

Die Aktion hat Winzer Wilfried Hund ins Rollen gebracht. Seit einigen Jahren hat er Kirschbaum-Scheiben als Insektenhotels in seinen Reben hängen, die immer gut belegt sind. Also hat er kurzerhand im Frühjahr beim Umweltamt im Landratsamt nachgefragt und schnell kam die Zusage, dass das Amt den Erwerb neuer Insektenhotels fördert. Gebaut wurden sie in den Weissenauer Werkstätten. Die Kosten für den Bau und das Aufstellen übernehmen die Mitglieder des Winzervereins.

Damit die Insekten auch das ganze Jahr über Futter finden, hat der Winzerverein an seine Mitglieder für Blumenwiesen an den Rändern der Weinlagen entsprechende Saatmischungen verteilt. „Wir wollen die Vielfalt der Insektenarten im Weinanbau fördern“, erklärte Karl Megerle. Seit einigen Jahren wird in den Weinanlagen jeder zweite Laufweg umgebrochen und mit verschiedenen Kleesorten und Luzernen eingesät. Diese Pflanzenvielfalt zieht zusätzliche, verschiedene Insekten an und fördert die Nährstoffe und die Bakterien-Vielfalt im Boden, erläuterte Winzer Hubert Gutemann.

Die Kästen bleiben das ganze Jahr in der Nähe der Nahrung für die Insekten stehen, erläuterte Gerd Odenwälder vom Umweltamt des Landkreises. Es gebe in Baden-Württemberg etwa 500 Insektenarten und die Tiere benötigen zusätzliche Nahrung als nur aus der Weinanlage. Eine artenreiche Begrünung im Umfeld sei notwendig. Ebenso sei es wichtig, das Wildbienen und andere Hautflügler in der Nähe das ganze Jahr durch Nahrung, wie Pollen oder Nektar, finden.

Die Insektenhotels sind aus Holz, die Wildbienen nutzen die Bohrlöcher zum Ablegen ihrer Eier und der dazu gehörenden Nahrung. Nebenan wartet Bambus- und Schilfrohr auf die neuen Bewohner.

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