Und noch einmal: Nikolaus Henseler probt mit der Camerata Serena für das Brahms-Requiem.
Und noch einmal: Nikolaus Henseler probt mit der Camerata Serena für das Brahms-Requiem. (Foto: Christel Voith)
Christel Voith

Mit Brahms Requiem hat Chorleiter Nikolaus Henseler für das Konzert der Camerata Serena am Sonntag, 13. März, im Graf-Zeppelin-Haus eine wunderbare Trostmusik ausgewählt.

Anders als das Requiem von Mozart oder Bruckner hat Brahms nicht den liturgischen Text vertont, sondern in sieben Sätzen in ausgewählten Bibelworten den Tod reflektiert. Der Akzent liegt auf dem Trost, den der Gläubige in vielen Verheißungen findet: „Selig sind die, die da Leid tragen, denn sie sollen getröstet werden“, beginnt das Werk, doch schon klingen die beiden Pole an: „Tränen säen – Freuden ernten.“ Der Trauer ist Raum gegeben, doch die Absage an den Tod bleibt bestimmend: „Tod, wo ist dein Stachel? Hölle, wo ist dein Sieg?“

„Wohl denen, die in deinem Hause wohnen, die loben dich immerdar“: Berührend warm und tröstlich klingt der Gesang bei der Probe auf Schloss Hersberg in Immenstaad. Doch Nikolaus Henseler lässt immer wieder wiederholen, einzelne Takte, einzelne Stimmgruppen, um das angestrebte Tempo, die Betonung, die Harmonien, die richtige Balance der Stimmen zu erreichen. Erst dann erklingt der ganze Satz im Zusammenhang und lässt ein besonderes Chorerlebnis erwarten.

Freudige Vision für Sopranistin

68 Sänger hat Henseler für die Aufführung des Projektchors gewonnen, dazu kommen 45 Musiker des Augsburger Orchesters „La Banda“. Henseler ist wichtig, die Intensität des Werkes herauszuarbeiten, die Dualität, dass das Requiem nicht nur Trostmusik ist, sondern zwei Gefühlswelten vereint, neben dem Trost auch Resignation, Dramatik und Schrecken nicht ausspart: „Denn alles Fleisch es ist wie Gras. Das Gras ist verdorret und die Blume abgefallen.“ Erregende Fragen an Tod und Hölle gehören ebenso dem Chor wie pastorale Innigkeit, das Aufblühen des Getröstet-Werdens.

Als Solisten singen die Sopranistin Mechthild Bach und Bariton Thomas Gropper. Während der Sänger den Blick auf den Menschen lenkt, darf die Sopranistin die Vision künftiger Freude ausmalen. Als Einleitung zur Passion erklingt Brahms’ „Tragische Ouvertüre“, die durch Posaunen und Tuba einen festlichen dunklen Klangcharakter erhält.

Die Aufführung des Brahms-Requiems beginnt am Sonntag, 13. März, im Graf-Zeppelin-Haus, Olgastraße 20, um 18 Uhr. Karten gibt’s unter anderem in der SZ-Geschäftsstelle in Friedrichshafen, Schanzstraße 11, und beim Ticketservice von Schwäbische.de, Telefon 0751/29555777 oder

www.schwaebische.de/ticket

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